Für viele ist Gladbach die Mannschaft der Stunde in den siebziger Jahren, aber auch in der Neuzeit schrieb der Verein schon geschichtsträchtige Momente.
Borussia Mönchengladbach, offiziell Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e. V., ist ein traditionsreicher Sportverein aus Mönchengladbach am Niederrhein. Mit den Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Grün zählt er mittlerweile 100.000 Mitglieder (Stand: Dezember 2023) und gehört damit zu den zehn größten Sportvereinen in Deutschland. Weltweit rangiert der Klub auf Platz 18. Neben der Männer-Fußballabteilung, die 1965 in die Bundesliga Aufstieg und bisher fünf deutsche Meisterschaften sowie mehrere nationale und internationale Titel gewann, gibt es auch eine Frauenmannschaft, Handball- und Tischtennisabteilungen. Mit rund 1.000 Fanklubs gilt Gladbach als einer der populärsten deutschen Fußballvereine. In den 70er Jahren war die Mannschaft vor allem für ihren schnellen, offensiven Spielstil bekannt, der ihr den Spitznamen „Fohlenelf“ einbrachte. Die Profiabteilung wird von der Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH betrieben, die vollständig im Besitz des Vereins ist.
Der Ursprung des heutigen Vereins Borussia Mönchengladbach liegt in einer Gruppe von Spielern, die am 17. November 1899 nach ihrem Austritt aus dem Verein „Germania“ in einer Gaststätte in Eicken, einem Stadtteil von Mönchengladbach, eine Spielgemeinschaft namens „FC Borussia“ gründeten. Der Name „Borussia“ ist lateinisch und bezieht sich auf Preußen, zu dem Mönchengladbach damals gehörte. Die Mannschaft trat Anfang 1900 der Marianischen Jünglings-Congregation bei, die über einen eigenen Fußballplatz verfügte. Am 1. August 1900 wurde daraus der Fußballklub Borussia 1900. Nach ersten Erfolgen bei Nachbarvereinen strebte der Verein die Aufnahme in den Rheinisch-Westfälischen Spielverband an, was jedoch zu Konflikten führte. 1910 wurde Borussia schließlich beim Amtsgericht Mönchengladbach als eigenständiger Verein unter dem Namen Borussia 1900 registriert.
Die 1970er-Jahre zählen zu den erfolgreichsten Perioden in der Geschichte von Borussia Mönchengladbach. In dieser Dekade holte die Borussia fünf Meistertitel, so oft wie keine andere Mannschaft in dieser Zeit. Das Team entwickelte sich zu einem ernsthaften Konkurrenten des FC Bayern München, mit dem es bereits 1965 gemeinsam in die Bundesliga aufgestiegen war. Unter Trainer Hennes Weisweiler, der in der Saison 1969/70 die Abwehr deutlich stärkte, erreichte die Mannschaft nach vorherigen dritten Plätzen eine herausragende Phase. Anders als die „Fohlen“-Tradition kaufte Borussia erfahrene Verteidiger wie Luggi Müller und Klaus-Dieter Sieloff. Zudem verpflichtete der Klub den ersten dänischen Spieler, Ulrik le Fevre, später folgten bekanntere Akteure wie Henning Jensen und Allan Simonsen. In diesem Jahr gelang auch der erste Bundesliga-Sieg gegen Bayern, was am 31. Oktober 1969 die Tabellenführung besiegelte. Heute führt Borussia mit 134 Führungen die Liste der Bundesliga-Tabellenplätze nur noch hinter Bayern und Dortmund an.
In der Saison 2011/12 begann Borussia mit einem 3:1-Sieg bei Jahn Regensburg im DFB-Pokal und überzeugte in der Bundesliga mit einem 1:0-Auswärtserfolg bei Bayern München. Nach einem beeindruckenden 4:1-Heimsieg gegen Wolfsburg war die Mannschaft zum dritten Spieltag erstmals seit 1998/99 wieder Tabellenführer. Nach fünf Spielen lag die Borussia vorübergehend auf dem dritten Platz, mit 10 Punkten, was die bisher beste Hinrunde seit 35 Jahren war. Mit nur elf Gegentoren in 17 Spielen erreichte die Mannschaft einen Rekord. Marco Reus debütierte für Deutschland und beim 21.12.2011 zogen die Gladbacher ins Viertelfinale des Pokals ein. Im Sommer bestätigten Reus und Neustädter ihren Wechsel; beim Rückrunden-Auftakt siegte die Borussia erstmals seit 1995/96 wieder gegen Bayern. Das Team beendete die beste Liga-Saison seit 17 Jahren, qualifizierte sich für die Champions League-Playoffs, wobei Reus zum Spieler des Jahres gewählt wurde.
Vor und zu Beginn der Saison 2024/25 musste der VfL einige tiefgreifende Veränderungen verkraften. Im Juli 2024 wurde nach nur einem Jahr die Trennung von Sportdirektor Nils Schmadtke vollzogen und durch den Schweizer David Zibung ersetzt. Kurz darauf wurde Stephan Schippers, langjähriger Geschäftsführer, nach 25 Jahren im Amt entlassen, woraufhin Stefan Stegemann am 1. Januar 2025 die Leitung übernahm. Einen Tag vor dem ersten Pflichtspiel, einem 3:1-Sieg gegen Erzgebirge Aue im DFB-Pokal, wurde Christoph Kramer nach zehn Jahren beendet. Die Mannschaft begann mit einer Niederlage gegen Bayer Leverkusen, erreichte aber schnell den Rhythmus zurück, gewann gegen Bochum, Hoffenheim und andere. Besonders Tim Kleindienst überzeugte mit fünf Toren. Die Saison endete auf Platz 10, verzeichnete aber einen neuen Zuschauerrekord mit durchschnittlich 53.104 Fans pro Heimspiel bei fast ausverkauften Rängen.
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