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Bundesliga 1

Ein kolumbianischer Dribbelkünstler wechselt zum FC Bayern München, reicht das, um die Stimmung beim Rekordmeister zu verbessern? Und was wird aus dem ewigen Wunschspieler aus Stuttgart?

Die Ankunft hatte fast filmischen Charakter: Dienstagmorgen am Münchner Flughafen, die Kameras von Sky surren. Aus dem Flieger steigt ein sichtlich konzentrierter Luis Diaz, begleitet von Bayern-Teammanager Sonny Scherer. Ziel: der Medizincheck. Ziel: ein Vertrag beim FC Bayern München. 75 Millionen Euro sollen fließen, der dritte Anlauf sitzt.

Nach Harry Kane (95 Millionen Euro) und Lucas Hernández (80 Millionen Euro) wird Diaz der drittteuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Eine stattliche Summe für einen Spieler, der zwar bis 2027 bei Liverpool unter Vertrag stand, in den letzten Wochen aber eher durch Wechselgerüchte als auf dem Platz aufgefallen war. Arne Slot, der neue Trainer des LFC, bestätigte am Wochenende: Diaz wurde beim Testspiel gegen Milan in Hongkong geschont „wegen der Situation“, wie Slot es nannte. Übersetzt: Der Deal war heiß und Diaz mit dem Kopf womöglich schon in München.

Sturm auf links und trotzdem Sturm im Verein

Mit Diaz holen sich die Bayern einen technisch versierten und variabel einsetzbaren Offensivspieler, der auf dem linken Flügel ebenso brillieren kann wie zentral. Er bringt Tempo mit, liebt Eins-gegen-Eins-Situationen und hat in Liverpool gezeigt, dass er auf Topniveau mithalten kann. Und doch bleibt die Frage: Kommt er zum richtigen Zeitpunkt?

Denn im Bayern-Kader herrscht derzeit alles andere als Planungssicherheit: Davies, Ito, Musiala, verletzt. Davies, Ito und Musiala sind verletzt. Die Breite im Kader ist zu dünn, gerade wenn im Herbst die UEFA Champions League, die Bundesliga und möglicherweise noch die French Open anstehen. Ein Star-Transfer allein wird die Löcher nicht stopfen.

Der Phantom-Stürmer aus Stuttgart

Und so dreht sich das Transferkarussell in München weiter. Seit Wochen geistert besonders ein Name durch die Säbener Straße: Nick Woltemade. Der Shootingstar vom VfB Stuttgart ist für die Bayern offenbar mehr als nur ein Plan B, vielmehr eine verflixte Obsession. Zwar hatten sich die Münchner wegen der kolportierten Ablöseforderung von rund 80 Millionen Euro zwischenzeitlich zurückgezogen, doch jetzt brodelt es wieder. Die Bayern wollen ihn, und Woltemade will zu den Bayern.

Sein Berater soll bereits Druck machen und der Spieler selbst soll sich bereits für den Rekordmeister entschieden haben. Doch Stuttgart bleibt bisher entspannt. Dort glaubt man offenbar, den Preis diktieren zu können und den Bayern gleichzeitig zu zeigen, dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt wird.

Eberl, Freund und die ungeduldige Fanbase

Die Rolle der Bayern-Verantwortlichen Max Eberl und Christoph Freund wird mit jeder Woche, die vergeht, delikater. Nach der Absage von Florian Wirtz und einer bislang eher mauen Transferbilanz sind die Erwartungen riesig. Ein Scheitern beim Diaz-Transfer hätte für neue Brandherde gesorgt. Nun ist er (fast) da, aber der Druck bleibt.

Die Anhängerschaft ist nervös, der Boulevard noch mehr. Klar ist: Ein Königstransfer wie Diaz beruhigt für den Moment. Aber in einem Verein wie dem FC Bayern zählt nicht nur die Schlagzeile vom Dienstagmorgen, sondern die Leistung auf dem Platz am Samstagabend.

Was aber, wenn Woltemade tatsächlich kommt?

Dann könnten die Bayern zumindest auf dem Papier wieder zur Spitze Europas gehören. Ein junger deutscher Nationalspieler, ein dribbelstarker Kolumbianer und ein Toptorjäger wie Kane, das klingt nach Gala, nach Glanz und Angriff.

Doch Transferrekorde allein gewinnen keine Titel. Und so bleibt der Blick gespannt auf den nächsten Schritt gerichtet. Wird Diaz zünden? Platzt der Knoten bei Woltemade? Und wie werden die Fans reagieren, wenn sie in den nächsten Wochen nicht liefern, was die Millionen versprechen? 

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