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Eugen Polanski Gladbach
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Borussia Mönchengladbach in der Krise: Abstiegskampf spitzt sich zu, wie lange hält Gladbach noch an Eugen Polanski fest?

Die Leistungen bleiben schwach, die Fans werden unruhig und in Gladbach wächst die Sorge vor einem ganz heißen Saisonfinale.

Bei Borussia Mönchengladbach wird die Lage immer angespannter. Ein Traditionsverein, der einst zu den großen Namen der Bundesliga gehörte, steckt wieder einmal in einer kritischen Phase, in der sportliche Unsicherheit, strukturelle Probleme auf vielen Ebenen und wachsende Unruhe auf den Rängen zusammenkommen. Die aktuelle Entwicklung hat längst eine neue Dynamik bekommen, denn aus einer ohnehin schwierigen Saison ist inzwischen ein echter Kampf um den Klassenerhalt geworden.

Der katastrophale Saisonstart unter Roland Virkus und Gerardo Seoane

Roland Virkus

Dabei hatte die Spielzeit schon früh die falsche Richtung eingeschlagen. Nach einem desaströsen Saisonstart mit saisonübergreifend 15 sieglosen Spielen zog Borussia im September 2025 die Reißleine und trennte sich von Chef-Trainer Gerardo Seoane. Der Klub bestätigte die Trennung offiziell am 16. September 2025. Wenig später folgte der nächste Einschnitt in der sportlichen Führung: Roland Virkus gab am 30. September 2025 seine sofortige Kündigung als Sportdirektor bekannt, nachdem anhaltende Kritik an seiner Person und Leitung sowie die derzeitige anhaltende Talfahrt der Mannschaft laut wurde.

Rouven Schröder, den man von RB Salzburg losreißen konnte, übernahm im Oktober 2025 die Rolle des Sportdirektors in Gladbach. Dies war ein wichtiger Transfer, der vielen Fans wieder etwas Hoffnung gab. Schröder entschied sich, Eugen Polanski von der U23 als Trainer der ersten Mannschaft zu benennen, zunächst interimistisch. Doch obwohl sich die Mannschaft unter ihm zwischenzeitlich etwas stabilisieren konnte, fehlt bis heute eine wirklich erkennbare Entwicklung. Genau darin liegt das zentrale Problem der letzten Wochen: Gladbach sammelt nicht genug überzeugende Auftritte, um Vertrauen oder einen klaren sportlichen Weg zu erkennen.

Gladbachs Spielweise unter Eugen Polanski

Die Kritik an Eugen Polanski kommt nicht aus dem Nichts. In vielen Spielen in dieser Saison wirkt Gladbach inzwischen wie eine Mannschaft, die vor allem darauf bedacht ist, einfach nur nicht zu verlieren. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf Defensivarbeit, während im Spiel nach vorne über weite Strecken kaum etwas zu erkennen ist. Genau das sorgt zunehmend für Frust bei den Fans, denn selbst gegen verhältnismäßig schwächere Gegner wirkt das Team heute verunsichert und passiv.

Besonders problematisch ist, dass diese vorsichtige Ausrichtung kaum mit nachhaltigem Erfolg belohnt wird. Das jüngste 1:1 gegen Mainz hat dieses Muster erneut offengelegt. Mainz hatte deutlich mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse und mehr Kontrolle über das Spiel, während Gladbach sich immer weiter zurückziehen ließ. Der Ausgleich fiel zwar erst in der 7. Minute der Nachspielzeit per Elfmeter, doch die Statistiken unterstreichen, dass der Punktgewinn aus Gladbacher sicht am Ende eher glücklich als stabil wirkte. 

Für viele Beobachter ist deshalb weniger das nackte Ergebnis entscheidend als die Art und Weise. Gladbach wirkt in diesen Phasen nicht wie eine Mannschaft, die aktiv Lösungen sucht, sondern eher wie ein Team, das nur noch auf die nächste Druckwelle des Gegners wartet. Gerade im eigenen Stadion fällt das besonders ins Gewicht. Wenn ein Heimspiel in der Schlussphase fast ausschließlich im und um den eigenen Strafraum stattfindet, dann ist die Reaktion der Fans mit Pfiffen kein Nebengeräusch mehr, sondern Ausdruck einer tiefergehenden Entfremdung zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Rouven Schröder und die Trainerfrage: Jobgarantie mit offenem Ende

Sportlich geht es in Gladbach inzwischen um deutlich mehr als nur um Formschwankungen. Das Spiel gegen Wolfsburg am kommenden Samstag hat enorme Bedeutung, denn Wolfsburg steckt selbst tief im Abstiegskampf und könnte mit einem Sieg bis auf 4 Punkte an Gladbach herankommen. Genau deshalb wächst der Druck rund um Borussia, und das Gefühl, dass die nächsten Tage über die gesamte Saison entscheiden könnten, wird immer stärker.

Rouven Schröder hat zuletzt zwar auf Zusammenhalt gesetzt und Eugen Polanski öffentlich unterstützt, doch gleichzeitig ist klar, dass diese Rückendeckung keine uneingeschränkte Garantie für die Zukunft bedeutet. Schon vor dem Mainz-Spiel hatte Schröder die Partie als richtungsweisend beschrieben und betont, dass in solchen Momenten alle gebraucht werden: Fans, Spieler und Trainer. Dies lässt sich zwar als Schutzschild für den Trainer interpretieren, zeigt aber auch, wie ernst die Lage intern bewertet wird.

Wenn in den letzten 4 Spielen weder ein klarer Trend noch eine erkennbare spielerische Linie entsteht, wird eine Trennung nach der Saison immer wahrscheinlicher. Im Abstiegskampf gelten Garantien oft nur so lange, bis die Angst vor dem Absturz größer wird.

Gladbach vor dem Sommer-Umbruch: Schröder "muss" den Verein neu aufstellen

Unabhängig davon, wie die Saison endet, deutet in Mönchengladbach vieles auf einen bewegten Sommer hin. Der Klub muss finanzielle Spielräume schaffen, ohne dabei das Grundgerüst völlig zu verlieren. Dass Rocco Reitz Borussia im Sommer in Richtung RB Leipzig verlassen wird, ist bereits offiziell bestätigt.

Hier beginnt die eigentliche Herausforderung für Rouven Schröder. Er muss nicht nur den Klassenerhalt sichern, sondern auch eine neue Mannschaft formen, die wieder ein klareres Spielprofil hat. Borussia benötigt im Sommer mehr als punktuelle Korrekturen; der Verein braucht eine komplett neue Ausrichtung, eine nachvollziehbare sportliche Idee und ein Team, das auf dem Platz wieder glaubhaft für etwas steht. Ob dies mit oder ohne Polanski der Fall sein wird, wird sich zeigen.

Noch ist der Klassenerhalt nicht gesichert, und genau deshalb gibt es nur begrenzt Raum für langfristige Pläne. Doch eines ist bereits jetzt klar: In Gladbach stehen turbulente Monate bevor. Die nächsten 4 Spiele entscheiden darüber, ob dieser Sommer ein schwieriger Neuanfang in der Bundesliga wird oder ob die Krise endgültig eskaliert und Gladbach in der 2. Liga verschwindet.

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