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Bayer dreht irren Rückstand und macht Meisterschaft nochmal spannend

Nach 90 Minuten mit zwei Toren hinten und am Ende doch noch jubeln? Bayer Leverkusen hat beim VfB Stuttgart ein schon verloren geglaubtes Spiel noch in ein furioses 4:3 verwandelt. Ein Last-Minute-Wahnsinn, der das Titelrennen wieder spannend macht.

Comeback-Könige schlagen wieder zu 

Das Spiel begann aus Leverkusener Sicht wie ein schlechter Witz. Ein abgefälschter Ball landet im Strafraum, Lukas Hradecky wehrt noch irgendwie ab - doch Ermedin Demirovic steht goldrichtig und schiebt ein (15.). Stuttgart, zuletzt ebenfalls eher durchwachsen, witterte die Chance auf ein Erfolgserlebnis und legte nach der Pause nach. Nick Woltemade (48.) sorgte für das 2:0, und als Granit Xhaka (62.) ins eigene Netz traf, war das eigentlich der Sargnagel für Leverkusen, dachte man.

Doch Bayer wäre nicht Bayer, wenn sie nicht noch einmal zurückkommen würden. Das weiß man spätestens seit der Vorsaison: In der Schlussphase sind die Jungs von Xabi Alonso ein Kaliber für sich. Jeremie Frimpong eröffnete die Aufholjagd (56.), Piero Hincapié jagte den Ball nach einer Ecke in die Maschen (67.). Plötzlich war das Leverkusener Feuer wieder da, der unerschütterliche Glaube an das Unmögliche.

Wieder letzte Minute, wieder Bayer

Stuttgart hatte die Chance, den Sack zuzumachen, ließ sie aber ungenutzt. Leverkusen dagegen? Die brauchen solche Situationen wie andere ihren Morgenkaffee. Acht Minuten vor Schluss wurde es kurios: Angelo Stiller half mit einem Eigentor nach (88.), plötzlich stand es 3:3 und es lag dieses unausweichliche Gefühl in der Luft: Da geht noch was.

Und dann kam der Moment, in dem Patrik Schick das Stadion zum Schweigen brachte. 94. Minute, letzter Angriff. Ein letzter langer Ball, ein letztes Durcheinander im Strafraum, eine letzte Schusschance, drin! Schick mit dem Schlusspunkt eines Abends, der wieder einmal gezeigt hat, dass mit Leverkusen bis zur letzten Sekunde zu rechnen ist.

Bayern stolpert und Bayer wittert Morgenluft 

Während sich die Münchner tags zuvor beim 1:1 gegen Union Berlin selbst ein Bein gestellt hatten, nutzte Leverkusen die Gunst der Stunde, um die Tabellenspitze wieder ein Stückchen näher zu rücken. Sechs Punkte sind es noch bis zur Spitze. Realistisch betrachtet mag das Rennen gelaufen sein, doch wer das Spiel gesehen hat, weiß: Aufgeben ist nicht Alonsos Stil.

Die Stuttgarter hingegen müssen sich fragen lassen, wie sie den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand geben konnten. Seit fünf Spielen wartet der VfB nun auf einen Dreier, und statt der sicheren Qualifikation für den Europapokal heißt es plötzlich wieder zittern.

Leverkusen dagegen? Die nehmen diesen Wahnsinnsabend mit, feiern ihn bis tief in die Nacht und haben wieder ein bisschen mehr Lust auf das Titelrennen.

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