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Tennis
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Zwei US-Amerikanerinnen mischen auf

Zwei US-Amerikanerinnen, zwei völlig verschiedene Wege: Während Madison Keys endlich innere Ruhe fand, flog Amanda Anisimova unter dem Radar und besiegte dennoch alle drei Topspielerinnen der Welt.

Madison Keys hat in ihrer Karriere so ziemlich alles erreicht, nur der große Wurf bei einem Grand Slam blieb ihr bislang verwehrt. Acht Titel, Millionen an Preisgeldern, jahrelange Top-10-Platzierungen: Auf dem Papier liest sich das wie die Laufbahn einer Ausnahmespielerin. Doch für Keys selbst fehlte immer dieses eine Stück: der Major-Triumph, der sie endgültig zu sich selbst führen sollte.

Im Jahr 2025 kam die Wende. Mit der Unterstützung ihres Mannes und Trainers Bjorn Fratangelo sowie dank intensiver Gespräche mit ihrer Therapeutin gelang Keys ein Befreiungsschlag, jedoch nicht auf dem Platz, sondern in ihrem Kopf. Statt der ewigen Jagd nach Anerkennung stand plötzlich die Freude am Spiel im Mittelpunkt. Und ausgerechnet mit dieser neuen Leichtigkeit gelang ihr das, wonach sie so lange gesucht hatte.

In Adelaide begann ihr Jahr mit einem Paukenschlag: Sie gewann das Turnier der WTA 500. Der erste Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Nur wenige Wochen später, kurz vor ihrem 30. Geburtstag, stürmte sie bei den Australian Open durch das Feld. Runde um Runde wuchs sie über sich hinaus: Im Achtelfinale bezwang sie Elena Rybakina, danach Elina Svitolina, ehe sie im Halbfinale gegen Iga Swiatek einen Matchball abwehrte und schließlich triumphierte. Im Finale wartete mit Aryna Sabalenka die Nummer eins der Welt und zweifache Titelverteidigerin. Und diesmal war Keys diejenige mit dem längeren Atem: 7:5 im entscheidenden Satz, ein Sieg voller Emotionen, Tränen und spürbarer Erlösung.

Auch in der folgenden Saison blieb sie stark: Sie erreichte das Halbfinale in Miami, das Viertelfinale in Madrid und bei den French Open sowie ein weiteres in Montreal. Keys spielte konstant und souverän, bis eine unerwartete Niederlage in der ersten Runde der US Open gegen Renata Zarazua sie jäh stoppte. Danach: Funkstille. Seit August hat sie kein Match mehr gespielt. Vor ihrem Comeback in Riad steht Keys nun vor einer vertrauten, aber diesmal vielleicht entscheidenden Frage: Wie viel Ruhe kann man in einem Sturm wirklich bewahren?

Während Keys sich also neu erfindet, schrieb eine andere US-Amerikanerin 2025 still und leise ihr eigenes Märchen: Amanda Anisimova. Kaum jemand hätte zu Jahresbeginn, als sie als Nummer 36 der Welt in Auckland aufschlug, geahnt, dass sie das Jahr als Nummer vier im Race beenden würde. Noch vor der Siegerin der Australian Open, Madison Keys, und Jessica Pegula.

Das Erstaunlichste daran ist, dass nur sie geschafft hat, was der Rest der Tour nicht schaffte: Siege gegen alle drei Topspielerinnen des Jahres. Aryna Sabalenka, Iga Swiatek und Coco Gauff mussten gegen Anisimova Federn lassen.

In Wimbledon fegte sie Sabalenka im Halbfinale in einem explosiven Schlagabtausch mit 6:4, 4:6, 6:4 vom Platz. Monate später, bei den US Open, gelang ihr die Revanche für die bittere Niederlage im Wimbledon-Finale: 6:4, 6:3 gegen Swiatek, ein Statement. Und in Peking schließlich ließ sie Coco Gauff im Halbfinale keine Chance, gewann mit 6:1, 6:2 und holte tags darauf gleich den Titel.

Anisimova wirkt 2025 wie befreit, gereift und strategisch klarer. Ihre Schläge sind nach wie vor risikoreich, aber kontrolliert, und ihre Körpersprache verrät Selbstvertrauen. Während viele Sabalenka, Swiatek oder Gauff als Favoritinnen für die WTA Finals in Saudi-Arabien sehen, reist Anisimova mit einer besonderen Gewissheit an: Sie hat sie alle schon geschlagen.

Und was Keys betrifft? Sie dürfte dort auftauchen wie jemand, der alles verloren und zugleich alles gefunden hat. Inklusive der Gelassenheit, das Spiel wieder zu lieben. Zwei Amerikanerinnen, zwei unterschiedliche Wege. Doch beide zeigen, dass Tennis im Jahr 2025 mehr ist als nur Power und Rankings. Es ist eine Geschichte über Selbstfindung, Comebacks und den Sieg über sich selbst.

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