Wenn die besten Tennisspieler der Welt in Saudi-Arabien aufeinandertreffen, geht es nicht nur um Prestige, sondern auch um extrem viel Geld. Beim Six Kings Slam in Riad jagt ein Millionenduell das nächste.
Was macht ein Turnier zum Spektakel? Sechs der besten Spieler der Welt, glänzende Schecks und ein Hauch von Größenwahn. Der Six Kings Slam liefert all das und noch mehr Drama, als man erwarten könnte. Besonders Alexander Zverev und Jannik Sinner standen diesmal im Fokus.
Zverev kann gegen Fritz einfach nicht mehr gewinnen. Das siebte Duell in Folge ging mit 6:3 und 6:4 an den US-Amerikaner, der aktuell auf Platz vier der Weltrangliste steht. Schon das erste Aufschlagspiel verlor der Hamburger. Der Rest des Abends wurde zum zähen Ringen mit sich selbst. Zwar blitzte Zverevs Klasse kurz auf, als er im ersten Satz drei Chancen zum Rebreak hatte, doch Fritz blieb eiskalt und servierte sich durch die Druckphase.
Im zweiten Durchgang schien Zverev dann endgültig den Faden zu verlieren. Fritz breakte zum 2:1 und gab das Match danach nicht mehr aus der Hand. Mit einem krachenden Ass machte der US-Amerikaner den Sieg perfekt.
Während Fritz auf jeder Ebene überzeugte, wirkte Zverev merkwürdig gehemmt, sowohl körperlich als auch mental. Vielleicht steckt mehr dahinter als nur ein schlechter Tag: Seine Rückenprobleme begleiten ihn bereits seit Monaten und könnten in der entscheidenden Phase des Matches wieder spürbar geworden sein.
Fritz darf sich nun auf das Halbfinale gegen Carlos Alcaraz freuen, die aktuelle Nummer eins der Welt und Liebling der Fans. Es ist ein Duell, das nach Hochgeschwindigkeitstennis riecht: kraftvolle Grundschläge, jugendliche Wildheit und das Versprechen, dass einer der beiden den Pokal vielleicht schon halb in der Tasche hat.
Während Alexander Zverev noch an seiner Form feilt, marschierte Jannik Sinner mit stoischer Gelassenheit ins Halbfinale. Der Titelverteidiger gewann locker gegen Stefanos Tsitsipas mit 6:2 und 6:3, und das fast ohne zu schwitzen.
Der Grieche, der seit Monaten in der Krise steckt und zuletzt von Verletzungen geplagt war, sprang kurzfristig für Jack Draper ein. Doch von der alten Eleganz des Tsitsipas war nichts zu sehen. Sinner dominierte das Geschehen nach Belieben, führte im ersten Satz schnell 5:0 und ließ den Gegner erst spät etwas mitspielen. Ein bisschen Gnade hatte er dann aber doch, um es spannender aussehen zu lassen.
Sinner scheint in Saudi-Arabien wieder in seinem Element zu sein. Schon im Vorjahr hatte er in Riad abgeräumt. Ganze sechs Millionen US-Dollar, bestehend aus Antrittsgage und Siegprämie. Und das bei einem Turnier, das reiner Showkampf ist, aber mit Preisgeldern lockt, die selbst Grand-Slam-Sieger blass aussehen lassen.
Seine damalige Aussage, er habe „nicht des Geldes wegen“ gespielt, löste ein kollektives Schmunzeln in der Tenniswelt aus. Wie ernst kann man das schon nehmen, wenn allein das Mitspielen 1,5 Millionen Dollar einbringt?
Der Six Kings Slam ist mehr als nur ein Turnier, er ist eine Bühne für die Eitelkeiten des modernen Tennis. Jeder der sechs eingeladenen Stars kassiert schon für das Antreten eine Gage, die sonst nur Grand-Slam-Siegern vorbehalten ist. Insgesamt fließen in Riad stolze 13,5 Millionen US-Dollar, wovon der Sieger allein 6 Millionen einstreicht.
Und doch bleibt zwischen all den Summen, Blitzlichtern und Marketing-Versprechen eines spürbar: der sportliche Ehrgeiz dieser Ausnahmeathleten. Ob Zverevs Revanchegelüste, Sinners Titelhunger oder Fritz stille Jagd nach Respekt: Das Six Kings Slam bringt jene Spannungen zum Vorschein, die Tennis so faszinierend machen.
Wenn heute Abend Novak Djokovic auf Jannik Sinner trifft, könnte es das Spiel des Turniers werden. Erfahrung trifft auf Aufbruch, eiserne Routine auf jugendliche Power. Und wer weiß? Vielleicht ist das der Moment, in dem aus einer reinen Show echtes Tennis-Feuer entsteht.
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