Die Revanche ist geglückt, doch der nächste Gegner lässt auf sich warten: In Cincinnati sorgt Alexander Zverev für ein kleines Tennisdrama, während andere Favoriten wackeln.
Es war einer dieser Abende, an denen Alexander Zverev nicht nur Tennis spielte, sondern auch ein Stück Tennisgeschichte für sich persönlich zurechtrückte. Vor wenigen Tagen hatte er in Toronto gegen Karen Khachanov noch einen Matchball vergeben. Eine bittere Erinnerung, die er nun in Cincinnati mit einem 7:5 und 3:0 w. o. in etwas Süßes verwandelte. Der Weg ins Viertelfinale war frei, auch wenn der Schlussakt anders endete, als Zverev es sich wohl vorgestellt hatte.
Dabei hatte der Tag für den Weltranglisten-Dritten mit einer Mini-Schicht begonnen. Im wegen Regens unterbrochenen Match gegen Brandon Nakashima musste er am Nachmittag nur ein einziges Spiel gewinnen, was er mit eigenem Aufschlag locker erledigte. Danach folgte wieder Warten, Regen, Leerlauf. Erst weit nach 21 Uhr Ortszeit durfte Zverev im Achtelfinale erneut auf den Platz.
Und er legte los, als hätte er die Stunden in der Kabine nur für diesen Moment gesammelt. Frühes Break, klare Körpersprache und doch kam Khachanov noch einmal zurück. Beim Stand von 5:4 gab Zverev seinen Aufschlag ab, um im nächsten Spiel sofort wieder zuzuschlagen. 7:5, der erste Satz war ihm nicht mehr zu nehmen.
Der zweite Durchgang war dann nur ein kurzes Intermezzo. Khachanov wirkte angeschlagen, verlor zweimal den Aufschlag, rief den Physiotherapeuten und gratulierte schließlich seinem Bezwinger. Zverev durfte sich freuen, musste aber auf seinen nächsten Gegner warten, der entweder Ben Shelton oder Jiri Lehecka heißen würde.
Während Zverev pausierte, ging es auf den anderen Plätzen hoch her. Jannik Sinner, Titelverteidiger und Favorit in der oberen Hälfte, bekam es mit Adrian Mannarino zu tun und musste kämpfen. Nach einem 6:4 im ersten Satz servierte er beim Stand von 6:5 im zweiten Satz auf den Sieg, kassierte dann aber prompt sein erstes Break. Erst im Tiebreak, veredelt durch zwei Asse, machte Sinner schließlich den Sieg perfekt. Sein nächster Gegner ist Felix Auger-Aliassime, der Benjamin Bonzi mit 6:4 und 6:3 aus dem Turnier genommen hat.
Carlos Alcaraz hingegen startete wie eine Rakete. Gegen Luca Nardi fegte er den ersten Satz in weniger als 30 Minuten vom Platz. Doch dann folgte ein kurzer Einbruch: Ein Break zum 2:4, ein schnelles Rebreak und ein weiteres Break zum 5:4, bei dem Nardi mit zwei Doppelfehlern kräftig mithalf. Den ersten Matchball vergab Alcaraz mit einem eigenen Doppelfehler, nutzte dann aber die zweite Chance. In der Runde der letzten Acht wartet Andrey Rublev, der Francisco Comesaña ungefährdet mit 6:2, 6:3 schlug.
Für die wohl größte Überraschung des Tages sorgte jedoch Terence Atmane. Der Franzose, der im Vorjahr eine Zuschauerin mit einem wütenden Ball ins Publikum traf, besiegte US-Hoffnung Taylor Fritz nach 3:6, 7:5 und 6:3.
Damit nicht genug: Zuvor hatte er bereits Flavio Cobolli und Joao Fonseca aus dem Weg geräumt. Nun wartet Holger Rune auf ihn, der Frances Tiafoe bei einem Stand von 6:4 und 3:1 zur Aufgabe zwang.
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