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Zverev raus! Fünf-Satz-Schock gegen Außenseiter Rinderknech

Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel muss warten: Alexander Zverev ist in Wimbledon überraschend in der ersten Runde an Arthur Rinderknech gescheitert und das in einem epischen Fünf-Satz-Krimi.

Als das Dach des Centre Courts am Dienstagvormittag geöffnet wurde, ahnte noch niemand, dass für Zverev ein bitteres Kapitel geschrieben werden würde. Der an Nummer drei gesetzte deutsche Topstar unterlag dem französischen Außenseiter Arthur Rinderknech in einem wahren Marathonmatch mit 6:7 (3), 7:6 (8), 3:6, 7:6 (5), 4:6 nach insgesamt vier Stunden und 44 Minuten.

Zverev war mit hohen Erwartungen ins Turnier gestartet. Nach dem Einzug ins Finale in Stuttgart und dem Erreichen des Halbfinales in Halle galt er auf Rasen als Mitfavorit. Doch nun ist er erneut früh in der zweiten Wimbledon-Runde gescheitert und der Frust dürfte tief sitzen. „Sascha” schien phasenweise das Match unter Kontrolle zu haben, doch Rinderknech konterte mutig, spielte druckvoll und war vor allem in den entscheidenden Momenten eiskalt.

Bereits am Montagabend hatten sich beide Spieler nichts geschenkt. Nach einem 1:1-Satzgleichstand wurde die Partie aufgrund der Wimbledon-Curfew unterbrochen. Als es am Dienstag unter freiem Himmel weiterging, dominierte der Weltranglisten-72. das Geschehen. Rinderknech gewann den dritten Satz souverän, vergab im vierten eine 5:3-Führung im Tie-Break, zeigte aber mentale Stärke und sicherte sich schließlich im fünften Durchgang den größten Sieg seiner Karriere.

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Meine Beine zittern immer noch“, sagte der 29-jährige Franzose nach seinem Triumph. „Wenn man gegen jemanden wie Zverev spielt, hat man kaum Kontrolle. Er ist seit Jahren an der Spitze. Das ist mein erster Top-5-Sieg, und dann noch auf dem Centre Court. Unglaublich.“

Rinderknech spielte die gesamte Partie über sehr aggressiv, suchte häufig den Weg ans Netz und gewann dort starke 80 Prozent seiner Punkte. Besonders in den Grundlinienduellen ließ er Zverev oft alt aussehen. Ein Bereich, in dem der Deutsche seine Gegner normalerweise dominiert.

Für Zverev ist es eine besonders bittere Niederlage, denn nach dem verlorenen Finale der French Open gegen Carlos Alcaraz hatte er in London die nächste große Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere gesehen. Doch erneut ist vorzeitig Schluss, und wieder bleibt die Frage offen: Wann wird er endlich liefern, wenn es zählt?

Die Liste der Topstars, die in Wimbledon bereits früh gescheitert sind, wird damit länger. Neben Zverev mussten sich auch Musetti, Rune und Medvedev früh verabschieden. Was bleibt, ist der Eindruck eines Turniers voller Überraschungen und eines Zverev, der seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird.

Auch der Rest des Turniertages hatte es in sich: Auf Court Nr. 1 setzte sich der Amerikaner Taylor Fritz in einem weiteren Fünf-Satz-Krimi gegen den französischen Aufschlagriesen Giovanni Mpetshi Perricard durch. Fritz, der frisch vom Turniersieg in Eastbourne angereist war, drehte einen fast verlorenen Match und trifft nun auf den formstarken Gabriel Diallo.

Während andere Favoriten also überleben oder kämpfen, ist für Zverev das Kapitel Wimbledon 2025 bereits beendet. Die Enttäuschung ist nicht nur bei ihm, sondern auch bei den vielen deutschen Fans groß, die auf einen goldenen Sommer gehofft hatten. Ob der ersehnte Grand-Slam-Triumph jemals kommen wird, bleibt offen. Die Uhr tickt.

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