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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Zverev, De Minaur und Co. liefern Drama in Peking

Wer schnappt sich die letzten Tickets für Turin? In Peking tobte am Freitag ein Kampf um Prestige, Punkte und die Chance auf das Finale der Saison.

Alexander Zverev scheint genau zu wissen, wann er seinen Turbo zünden muss. Mit einem souveränen 6:4, 6:3 gegen Lorenzo Sonego hat der Hamburger nicht nur seine makellose Bilanz im direkten Vergleich auf 6:0 ausgebaut, sondern auch seine Ambitionen untermauert. Er liegt derzeit auf Platz drei im Rennen um die Nitto ATP Finals und hat in Peking bereits drei seiner letzten vier Teilnahmen mit einem Halbfinale gekrönt. Nun wartet Corentin Moutet, ein Gegner, der für Überraschungen bekannt ist und derzeit so stark spielt wie nie. 26 Siege hat der Franzose schon auf Tour-Level eingefahren, fast doppelt so viele wie in seiner bisher besten Saison. Kann er Zverev ins Wanken bringen?

Während Zverev oben mitmischt, kämpft Alex de Minaur ums Überleben im heiß umkämpften Feld der Verfolger. Der Australier, derzeit Achter im „Live Race”, erledigte seine Aufgabe gegen den chinesischen Lokalmatador Buyunchaokete eiskalt: 6:4, 6:0. Sein Markenzeichen ist die gnadenlose Konstanz auf Hartplätzen. Kein Spieler hat in diesem Jahr mehr Siege auf diesem Belag gesammelt. Nun trifft er auf Arthur Rinderknech, einen „Lucky Loser“, der nach dem verpassten Erhalt eines Qualifikationsplatzes prompt Rache an David Goffin nahm. Es ist ein Duell mit Fallhöhe, denn für De Minaur ist jedes Match ein Schritt näher oder weiter weg von Turin.

Für Gesprächsstoff sorgt auch ein echter Shootingstar: Jakub Mensik. Der erst 20-jährige Tscheche jagt die Großen, auch wenn ihm noch mehr als 1.000 Punkte fehlen, um in die Qualifikationsränge vorzudringen. Doch die Richtung stimmt. In Peking besiegte er Miomir Kecmanovic mit 7:5 und 6:4 und darf weiter träumen. Seine Bilanz ist bereits jetzt spektakulär: Vor einem Jahr stand er im Viertelfinale in Shanghai, dieses Jahr holte er sensationell den Titel in Miami und besiegte dabei im Finale Novak Djokovic. Nun trifft er auf Arthur Cazaux, der nach einem 0:6-Fehlstart gegen Shang Juncheng das Comeback des Tages hinlegte. Wer von den beiden Youngstern bleibt im Rennen?

Nicht jedem gelang es, sein Momentum zu nutzen. Alexander Bublik, noch vor wenigen Tagen strahlender Sieger in Hangzhou, landete in Peking mit einer 3:6, 2:6-Niederlage gegen Adrian Mannarino auf dem Boden der Tatsachen. Nur drei Asse und keine verwertete Breakchance sind für einen Spieler, dessen Spiel auf Aufschlagwucht basiert, fast ein Totalausfall. Bublik bleibt zwar Zwölfter im „Live Race”, doch für die Teilnahme in Turin muss er in Shanghai unbedingt wieder überzeugen.

Mannarino hingegen, der ewige Taktiker mit seinem unorthodoxen Spiel als Linkshänder, macht den Favoriten das Leben schwer. Acht Asse und eiskalte Nerven. Jetzt wartet Lorenzo Musetti auf ihn. Der Italiener musste zuletzt zwei bittere Finalniederlagen in Chengdu verkraften, bewies aber gegen Giovanni Mpetshi Perricard seine Kämpferqualitäten: 7:6, 6:7, 6:4 in über zwei Stunden. Musetti liegt im „Live Race” derzeit auf Rang sieben und könnte neben Jannik Sinner ein zweites italienisches Ass nach Turin bringen. Ein Heimspiel für die Finals, die Vorstellung allein ist elektrisierend.

Die Schlagzeilen aus Peking drehen sich also nicht nur um einzelne Siege, sondern um das große Puzzle vor Saisonende. Wer hält den Druck aus? Wer patzt im falschen Moment? Und wer darf sich auf den Einmarsch in Turin vorbereiten?

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