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WM-Show oder WM-Auslosung? Wie Donald Trump, Hollywood-Glamour und 48 Teams die Fußball-Welt spalten

Die WM-Auslosung 2026 in Washington war weniger Zeremonie, mehr XXL-Show – mit Donald Trump, Stars aus Sport und Entertainment, Pop-Hymnen wie „YMCA“ und jeder Menge Diskussionsstoff im Netz.

Die große Trump-Show im Kennedy Center

Die Auslosung zur WM 2026 fand im Kennedy Center in Washington D.C. statt und wurde als Entertainment-Gala inszeniert, bei der Fußball und Politik unübersehbar aufeinanderprallten. Donald Trump nutzte seinen Auftritt als aktueller US-Präsident, um das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada als Prestigeprojekt und Schaufenster einer „neuen“ Fußballnation USA zu inszenieren. In sozialen Netzwerken kommentierten viele, die Show habe zeitweise eher wie eine Trump-Werbeveranstaltung gewirkt als wie eine klassische WM-Auslosung.

Für den Show-Charakter sorgten prominente Gäste aus US-Sport und Entertainment: NFL-Legende Tom Brady, Eishockey-Ikone Wayne Gretzky und Basketballstar Shaquille O’Neal verliehen der Bühne US-Mainstream-Glanz. Komiker Kevin Hart und Model Heidi Klum moderierten gemeinsam mit Schauspieler Danny Ramirez, während Ex-England-Kapitän Rio Ferdinand und Samantha Johnson den sportlichen Part als Host und Ziehungsleiter übernahmen.

Musik, „YMCA“ und TV-Show-Feeling

Die Inszenierung war bewusst auf ein globales Unterhaltungspublikum zugeschnitten, mit langem Vorprogramm und Live-Acts. Musikalisch traten unter anderem Robbie Williams, Andrea Bocelli, Nicole Scherzinger und die Village People auf, deren Kultsong „YMCA“ in der Halle lief – brisant, weil Trump den Song seit Jahren bei politischen Auftritten verwendet.

Viele Fans kritisierten, dass Sport und Auslosung lange hinter Showblöcken, Reden und Musikeinlagen zurückstanden. Andere lobten, dass die FIFA die WM als Popkultur-Event positioniert, um gerade im US-Markt mit TV-Show-Elementen ein breiteres Publikum zu erreichen.

Gruppen, Format und Deutschlands Los

Die WM 2026 ist die erste Endrunde mit 48 Teams, aufgeteilt in 12 Vierergruppen, aus denen je zwei Mannschaften sowie die acht besten Gruppendritten ins 32er-K.-o.-Feld einziehen. Das Turnier beginnt am 11. Juni 2026 und endet mit dem Finale am 19. Juli 2026 im New York NewJersey-Stadion (MetLife Stadium) in East Rutherford.

Deutschland wurde in Gruppe E gelost und trifft dort auf Ecuador, die Elfenbeinküste und Curaçao, was sportlich machbar, aber stilistisch unangenehm dynamische Gegner bedeutet. Insgesamt lassen sich die Gruppen grob in „Hammergruppen“ mit mehreren Titelkandidaten und in eher günstige Konstellationen für gesetzte Teams einteilen.

Favoriten und ihre Superstars

Zu den großen Titelfavoriten zählen erneut Argentinien mit Lionel Messi und Julián Álvarez, Frankreich mit Kylian Mbappé und Antoine Griezmann, England mit Harry Kane, Jude Bellingham und Bukayo Saka sowie Brasilien mit Vinícius Júnior und Rodrygo. Spanien reist mit einer jungen Generation um Lamine Yamal und Pedri an, Portugal mit Cristiano Ronaldo und Rafael Leão, während Deutschland vor allem auf Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz hofft.

Bei den Mittelstürmern gelten Kylian Mbappé, Erling Haaland, Harry Kane, Lionel Messi und Vinícius Júnior als Topkandidaten für den Goldenen Schuh, ergänzt von Spielern wie Álvaro Morata, Julián Álvarez oder Bukayo Saka. Im Mittelfeld werden Akteure wie Jude Bellingham, Pedri, Declan Rice oder Jamal Musiala als Taktgeber der nächsten WM-Ära gesehen.

Spieler, auf die man besonders achten sollte

Offensiv richten sich viele Augen auf Kylian Mbappé (Frankreich), Erling Haaland (Norwegen), Vinícius Júnior (Brasilien), Lionel Messi (Argentinien), Harry Kane (England) und Lamine Yamal (Spanien), die allesamt Spiele im Alleingang entscheiden können. Ergänzt wird dieser Kreis von Stars wie Cristiano Ronaldo (Portugal), Julián Álvarez (Argentinien), Rodrygo (Brasilien), Álvaro Morata (Spanien) und Bukayo Saka (England).

Im kreativen Zentrum stehen Spielgestalter wie Jamal Musiala und Florian Wirtz (Deutschland), Pedri und Gavi (Spanien), Jude Bellingham (England) oder Declan Rice als dominanter Sechser. Bei den Gastgebern rücken vor allem Christian Pulisic, Gio Reyna und Folarin Balogun (USA), Alphonso Davies und Jonathan David (Kanada) sowie Hirving Lozano und Santiago Giménez (Mexiko) in den Fokus.

Kleine Nationen mit großer Bühne

Unter den kleinsten WM-Teilnehmern sticht Curaçao hervor, das sich erstmals für eine WM qualifiziert hat und mit rund 150.000 Einwohnern als einer der kleinsten WM-Teilnehmer der Geschichte gilt. Die Karibikinsel bringt mit Spielern wie Jürgen Locadia internationale Erfahrung mit und gilt als einer der größten Außenseiter des Turniers.

Ebenfalls als „Fußballzwerge“ gelten Kap Verde mit etwa 490.000 Einwohnern, das erstmals eine WM erreicht hat und Haiti, das sich ebenfalls ein historisches WM-Ticket erspielt hat. Dazu kommt Katar, das sich nach der Heim-WM 2022 diesmal sportlich qualifiziert hat und erneut als Außenseiter im Feld steht. Diese Nationen stehen sinnbildlich dafür, dass das 48er-Format kleineren Verbänden echte Chancen eröffnet.

Wer noch ums Ticket kämpft

Durch das erweiterte 48er-Feld laufen Qualifikation und Playoffs bis kurz vor Turnierstart, besonders in Afrika, Asien und Nord-/Mittelamerika. Noch sind interkontinentale Playoffs geplant, in denen Teams aus verschiedenen Konföderationen – etwa aus Asien, Südamerika oder CONCACAF – die letzten WM-Plätze ausspielen.

Klassische Namen wie Italien, Polen oder die Ukraine müssen ihre Tickets teilweise über komplizierte Playoff-Wege sichern, während sich neue Gesichter wie Suriname, Bolivien oder Irak in Interkontinentalduellen noch Chancen ausrechnen. Dadurch bleibt die endgültige Teilnehmerliste bis in die Saison 2025/26 hinein offen und sorgt weltweit für Spannung.

Spielorte, Länder und Stadien

Gespielt wird in 16 Stadien in drei Ländern: elf Spielorte in den USA, zwei in Kanada und drei in Mexiko. In Mexiko sind das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, das Estadio Akron in Guadalajara und das Estadio BBVA in Monterrey geplant.

In Kanada finden Partien im BMO Field in Toronto und im BC Place in Vancouver statt. Die USA verteilen Spiele unter anderem auf das AT&T Stadium (Arlington), SoFi Stadium (Inglewood/Los Angeles), Lumen Field (Seattle), Arrowhead Stadium (Kansas City), NRG Stadium (Houston), Lincoln Financial Field (Philadelphia) und weitere große Arenen.

Eröffnungsspiele und Zeitplan

Das offizielle Eröffnungsspiel steigt am 11. Juni 2026 im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, wo Co-Gastgeber Mexiko laut aktuellen Planungen auf Südafrika trifft. Parallel sind Eröffnungsauftritte der Gastgeber USA und Kanada in ihren Heimstadien vorgesehen, sodass der WM-Start de facto als dreiteiliges Opening-Festival über drei Länder inszeniert wird.

Das Finale findet am 19. Juli 2026 im New-York-New-Jersey-Stadion (MetLife Stadium) in East Rutherford statt. Insgesamt stehen 104 Spiele auf dem Programm, verteilt über mehrere Zeitzonen und enorme Distanzen, was den Teams eine ausgeklügelte Reise- und Regenerationsplanung abverlangt.

Maskottchen: Maple, Zayu und Clutch

Die WM 2026 hat gleich drei offizielle Maskottchen: Maple, Zayu und Clutch. Maple ist ein Elch und steht für Kanada, Zayu ein Jaguar als Symbol für Mexiko und Clutch ein Weißkopfseeadler, der die USA repräsentiert; gemeinsam verkörpern sie Vielfalt, Energie und die Verbindung der drei Gastgeber.

Die Figuren treten als Maskottchen-Team auf, begleiten Promo-Kampagnen, Schulprogramme und Fan-Events und sollen vor allem Kinder und Familien emotional an das Turnier binden. Farbgebung und Design sind eng an das WM-Branding und den offiziellen Spielball gekoppelt, um eine einheitliche visuelle Identität zu schaffen.

Netzreaktionen und Prognose

In den sozialen Medien sorgte die Mischung aus Trump, Hollywood-Glamour, US-Sportlegenden und „YMCA“-Show für Spott, Memes und Kritik; viele Nutzer sprachen von einer überinszenierten, politisierten Auslosung. Gleichzeitig erreichte die Show ein Publikum weit über klassische Fußballfans hinaus, was der FIFA bei der Positionierung der WM als globales Unterhaltungsprodukt besonders im US-Markt hilft.

Sportlich führt der Weg zum Titel vermutlich über Argentinien, Frankreich, England, Brasilien, Spanien, Portugal und Deutschland. Doch Gastgeber wie die USA, Kanada, Mexiko und Außenseiter wie Curaçao, Kap Verde oder Haiti versprechen Überraschungspotenzial – die Show mag in Washington begonnen haben, die wahren Sensationen werden aber zwischen Juni und Juli 2026 auf dem Rasen entschieden.

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