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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Wird Alcaraz erneut mit Djokovic fertig?

Alcaraz gegen Djokovic im Halbfinale der US Open 2025. Das verspricht Hochspannung. Gelingt es dem Spanier, den serbischen Meister endlich wieder zu bezwingen? Oder findet Djokovic erneut den rettenden Ausweg?

Lässt Carlos Alcaraz Novak Djokovic erneut vom Haken? Diese Frage schwebt heute wie eine dunkle Wolke über dem Halbfinale der US Open 2025. Die jüngste Bilanz spricht für den Serben: Die letzten beiden Duelle gingen an den 38-Jährigen, obwohl er dabei nicht zwingend der bessere Spieler war.

Dass ihre Begegnungen stets eine eigene Dramaturgie entfalten, steht außer Frage. Wer erinnert sich nicht an die beiden Wimbledon-Endspiele? 2023 gewann Alcaraz noch hauchdünn, 2024 fegte er Djokovic nahezu vom Platz. Es war der endgültige Beweis, dass der Spanier in der Lage ist, die Thronfolge im Welttennis anzutreten. Doch danach übernahm wieder der Altmeister das Kommando. Erst bei Olympia in Paris 2024, dann bei den Australian Open Anfang dieses Jahres. Zwei Matches, die genauso gut an Alcaraz hätten gehen können.

Und doch triumphierte Djokovic. Nicht, weil er jeden Ballwechsel dominierte, sondern weil er in den entscheidenden Momenten das Maximum aus sich herausholte, während Alcaraz die letzte Schärfe fehlte. In Paris war es besonders bitter: zwei Sätze, zwei Tiebreaks, zwei Mal Djokovic. Alcaraz hatte genug Chancen, doch als es darauf ankam, war sein Schlagarm nicht kaltblütig genug.

Noch deutlicher wurde dieses Muster in Melbourne. Nach einem starken ersten Satz schien der Spanier alles im Griff zu haben, zumal Djokovic angeschlagen wirkte. Doch statt gnadenlos nachzusetzen, ließ Alcaraz die Zügel locker. Ein Fehler, der sich gegen diesen Gegner nicht verzeihen lässt. Djokovic spürte die Schwäche, biss sich ins Match und entkam einmal mehr der Falle, die Alcaraz ihm gestellt hatte.

Heute also ein neuer Versuch. Diesmal sind wir in New York, wo die Flutlichter heller brennen und die Emotionen brodeln. Alcaraz hat seine Lektionen offenbar gelernt. In Cincinnati wirkte er so fokussiert wie selten und auch bei seinen bisherigen Auftritten bei den US Open war von den berüchtigten Konzentrationslöchern kaum etwas zu sehen. Gegen Reilly Opelka und Jiri Lehecka musste er voll bei der Sache bleiben und tat es auch. Die übrigen Runden absolvierte er mit einer Selbstverständlichkeit, die fast schon beängstigend wirkte.

Djokovic hingegen zeigte gegen Taylor Fritz, dass auch er nicht unantastbar ist. Für ein paar Minuten brachte der Amerikaner den Champion ins Wanken und zwang ihn, einen Gang höherzuschalten. Und genau das ist der Punkt: Djokovic hat diesen Extragang. Er schaltet ihn nur ein, wenn es unbedingt sein muss und das reichte bislang fast immer.

Die große Frage lautet also: Was passiert, wenn Alcaraz heute keine Hilfestellung leistet, wenn er konsequent bleibt, die Intensität hochhält und nicht nachlässt? Kann selbst Djokovic dann noch entkommen? Oder wird er, wie schon so oft in seiner Karriere, im entscheidenden Augenblick den einen Schlag, die eine Rallye oder die eine Wendung finden, die den Unterschied ausmachen?

Es ist das Duell zweier Generationen. Auf der einen Seite steht der Serbe, dessen Karriere schon jetzt Legendenstatus besitzt. Auf der anderen Seite steht der Spanier, der alles hat, um das nächste Jahrzehnt zu prägen. Jeder Ballwechsel wird mehr sein als nur ein Punkt, er wird ein Statement sein.

Die Bühne ist bereitet. Alcaraz hat die Waffen, Djokovic die Erfahrung. Der eine sucht die endgültige Wachablösung, der andere verteidigt sein Reich. Ob der Spanier den Serben diesmal vom Haken lässt, wird über das Finale und vielleicht sogar über die Geschichte dieses Sports entscheiden.

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