Wir blicken zurück auf die denkwürdigsten Partien des Londoner Rasenturniers, die legendäre Rivalitäten begründeten und den Startschuss für die glanzvollen Karrieren von Champions gaben, die uns ins Träumen versetzten.
Wimbledon zu gewinnen ist der Traum eines jeden Tennisspielers, von dem Moment an, in dem er zum ersten Mal einen Schläger in die Hand nimmt. Aus diesem Grund bietet das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt stets epische Begegnungen, unvergessliche Schlachten und packende Duelle. Auf dem heiligen Rasen von London findet die 137. Ausgabe des dritten Grand-Slam-Turniers des Jahres statt. Wir nutzen die Gelegenheit, um die fünf schönsten Endspiele aller Zeiten zu küren, eines davon wurde sogar verfilmt.
Es wurde als das „Match des Jahrhunderts“ bezeichnet. Für Björn Borg war es der fünfte Titel in Folge bei den Championships, ein absoluter Rekord. Doch über die Statistik und den reinen Einsatz hinaus schrieb dieses Match Geschichte durch eine Rivalität, die bis heute legendär ist. Gegenüber dem schwedischen Ausnahmespieler stand John McEnroe, und das Ergebnis war eine spektakuläre, fünf Sätze andauernde Achterbahn der Gefühle.
Der US-Amerikaner startete besser und sicherte sich den ersten Satz. Borg schlug im zweiten zurück und ging nach dem dritten Satz in Führung. McEnroe gab sich jedoch nicht geschlagen und glich im vierten Satz wieder aus. Im entscheidenden fünften Satz machte der Schwede schließlich mit 8:6 den Sack zu. Die Dramaturgie glich einem Filmdrehbuch und wurde tatsächlich zu einem: 2017 erschien der Film „Borg/McEnroe“ unter der Regie von Janus Metz.
Im Sport gibt es keinen Sieger, der nicht auch Niederlagen kennt. Und dann gibt es Spieler wie Andy Roddick, der trotz einer prall gefüllten Trophäensammlung vielleicht mehr für seine Niederlagen bekannt ist. Schuld daran ist nicht zuletzt jenes verhängnisvolle Finale von 2009, in dem der US-Amerikaner einen Ausnahmekönner wie Roger Federer an den Rand einer Niederlage brachte und sich erst im fünften Satz geschlagen geben musste. In den Geschichtsbüchern steht der Name des Schweizers, doch aller Ehren gebührt auch seinem Gegner.
Damals war Roger Federer die unangefochtene Nummer eins, ein Gigant, der in Wimbledon seit fünf Jahren das Gesetz diktierte. Rafael Nadal war die größte Bedrohung für das Monopol des Schweizers und hatte ihm bereits bei den French Open eine Warnung erteilt, indem er ihn besiegte. Es gab keine Gewissheiten, aber jeder spürte, dass an diesem Tag Tennisgeschichte geschrieben werden würde.
Und so kam es auch: Der Spanier siegte erneut und hinterließ ein Bild, das bis heute Gänsehaut verursacht, er, am Boden liegend, erschöpft, aber überglücklich über den Triumph. Rührend war auch die Geste von Federer, der Nadal sanft über den Kopf strich, als wollte er ihm die Tränen trocknen, obwohl es ihm sichtlich schwerfiel, die eigene Enttäuschung zu verbergen. Auch das macht einen Champion aus.
Eine deutlich frischere Erinnerung ist dieses Finale von vor wenigen Jahren. Wenn es stimmt, dass Vorfreude die schönste Freude ist, dann mussten die Zuschauer lange auf die Krönung des Siegers warten. Dieses Match ist das längste Herren-Einzel-Finale in der Geschichte von Wimbledon.
Es ging über fünf Sätze, in denen der Serbe zwei Matchbälle des Schweizers abwehrte, einen Zusammenbruch verhinderte und am Ende die Trophäe in die Höhe stemmte. Die Ausgeglichenheit der Partie war angesichts der Weltklasse auf dem Platz vorhersehbar. Jeder hätte gewinnen können, doch es war Djokovic, der dem König des Londoner Rasens die Krone entriss.
Ein Duell der Generationen: das Talent des jungen Spaniers gegen die serbische Legende. „König Nole“ musste sich dem 20-jährigen Murcianer beugen, eine Niederlage, die für Aufsehen sorgte. Djokovic, der die letzten vier Ausgaben von Wimbledon gewonnen hatte, hatte seit zehn Jahren und 45 Partien nicht mehr auf dem Centre Court verloren. Eine Ewigkeit.
Das Finale war episch: Nach fast fünf Stunden und fünf Sätzen, einem wahren Marathon, bewies Alcaraz, dass er die Spitze der Weltrangliste verdient. Er setzte sich nach einem Rückstand mit 1:6, 7:6, 6:1, 3:6, 6:4 durch und wurde der dritte Spanier, der Wimbledon gewann. Vor ihm gelang dies nur Santana und Nadal. Der 2003 geborene Alcaraz schrieb sich damit endgültig in die Geschichtsbücher und den Olymp der Größten ein.
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