Wie lässt Alexander Blessin Fußball spielen? Wir erklären die Taktik des neuen Gladbach-Trainers mit Fünferkette, Pressing, Flügelspiel und Zielstürmer.
Vollständiger Name | Alexander Blessin |
Alter | 53 Jahre |
Vertrag bei Gladbach | Bis 2028 |
Letzter Verein | FC St. Pauli |
Bevorzugte Formationen | 3-4-2-1, 3-4-3 und 3-5-2 |
Defensive Grundordnung | Häufig 5-4-1 oder 5-2-3 |
Spielidee | Pressing, Kompaktheit und schnelles Umschalten |
Offensiver Schwerpunkt | Flügelspiel, Tiefenläufe und vertikale Angriffe |
Voraussichtliches erstes Pflichtspiel | 11. Oktober 2026 beim 1. FC Köln |
Nun ist es offiziell: Alexander Blessin ist neuer Trainer von Borussia Mönchengladbach. Der 53-Jährige erhält bei den Fohlen einen Vertrag bis 2028 und soll den Tabellenletzten aus der sportlichen Krise führen.
Blessin übernimmt eine Mannschaft, die nach den ersten 4 Bundesligaspielen noch keinen Punkt geholt und bereits 16 Gegentore kassiert hat. Gerade deshalb erscheint seine Verpflichtung nachvollziehbar: Der frühere Trainer des FC St. Pauli steht für defensive Stabilität, klare Abläufe, intensives Pressing und taktische Disziplin.
Doch wie lässt Alexander Blessin Fußball spielen? Welche Formation bevorzugt er und was dürfte sich bei Gladbach verändern? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen über die taktischen Vorstellungen des neuen Trainers.
Die offizielle Vorstellung von Alexander Blessin findet am Mittwoch, dem 23. September 2026, um 13:30 Uhr im Borussia-Park statt. Die Pressekonferenz wird kostenlos über die FohlenApp und FohlenTV übertragen.
Sportchef Rouven Schröder hatte bereits vor der offiziellen Verkündung deutlich gemacht, dass Gladbach einen Trainer mit Erfahrung in schwierigen Situationen, klaren Vorstellungen und einer erkennbaren Spielidee benötige.
Schröder bezeichnete die sportliche Lage als „sehr ernst“, verwies gleichzeitig aber darauf, dass noch 30 Bundesligaspiele ausstehen.
Blessin begann seine Trainerlaufbahn im Nachwuchsbereich von RB Leipzig. Dort arbeitete er zunächst als Assistent und später als Cheftrainer verschiedener Jugendmannschaften. Seine taktische Ausbildung wurde stark von der Fußballphilosophie rund um Ralf Rangnick geprägt.
Als Cheftrainer im Profifußball arbeitete Blessin anschließend bei:
KV Oostende
CFC Genua
Union Saint-Gilloise
FC St. Pauli
Borussia Mönchengladbach
Mit Union Saint-Gilloise gewann er 2024 den belgischen Pokal. Anschließend übernahm er den Bundesliga-Aufsteiger St. Pauli und schaffte in seiner ersten Saison den Klassenerhalt.
Der typische Blessin-Fußball lässt sich mit fünf Begriffen zusammenfassen:
Defensive Kompaktheit
Intensives Pressing
Schnelles Umschalten
Vertikales Angriffsspiel
Klare taktische Rollen
Blessin möchte dem Gegner möglichst wenig Zeit am Ball lassen. Seine Mannschaften sollen früh Druck ausüben, das Zentrum schließen und den Gegner auf die Außenbahnen lenken.
Nach einem Ballgewinn wird meistens nicht lange quer gespielt. Stattdessen sucht seine Mannschaft schnell den Weg nach vorne, über einen direkten Pass auf den Stürmer, einen schnellen Flügelspieler oder einen Lauf in den Halbraum.
Blessin bevorzugt grundsätzlich eine Dreierkette. Besonders häufig setzte er in seiner bisherigen Trainerkarriere auf ein 3-4-2-1, ein 3-4-3 oder ein 3-5-2.
Er selbst erklärte bereits, dass er aus seiner Vorliebe für die Dreierkette keinen Hehl mache. Gleichzeitig betont Blessin immer wieder, dass er seine Formation an den verfügbaren Kader und den jeweiligen Gegner anpasst. In Leipzig ließ er beispielsweise auch im 4-2-2-2 spielen, während er in Belgien zunächst ein 3-4-2-1 und später häufiger ein 3-5-2 verwendete.
Eigener Ballbesitz | 3-4-2-1 oder 3-5-2 |
Hohes Pressing | 3-4-3 oder 3-4-1-2 |
Tieferes Verteidigen | 5-4-1 oder 5-2-3 |
Schnelles Umschalten | 2 oder 3 Angreifer starten sofort in die Tiefe |
Blessins Pressing kombiniert Raumdeckung und direkte Mannorientierung. Seine Mannschaft versucht zunächst, die Passwege durch das Zentrum zu schließen. Wird der Ball auf eine Außenposition gespielt, erhöht das Team sofort den Druck.
Der Flügelspieler, der Schienenspieler und ein zentraler Mittelfeldspieler verschieben gemeinsam auf die Ballseite. Dadurch soll der Gegner zu einem Rückpass, einem riskanten Pass in die Mitte oder einem langen Ball gezwungen werden.
Typische Merkmale des Blessin-Pressings sind:
Hohe Laufbereitschaft
Aggressives Anlaufen
Kompakte Abstände zwischen den Mannschaftsteilen
Druck auf den ballführenden Spieler
Ballgewinne auf den Außenbahnen
Direkte Gegenangriffe nach der Balleroberung
Bei St. Pauli lief die Mannschaft zeitweise durchschnittlich rund 121 Kilometer pro Spiel. Auch bei intensiven Läufen und Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte gehörte das Team zu den top Mannschaften der Bundesliga.
Blessin gilt aufgrund seiner langen Zeit im Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig als Trainer, der junge Spieler entwickeln kann. Das bedeutet allerdings nicht, dass er grundsätzlich Jugendspieler gegenüber Routiniers bevorzugt.
Für ihn sind vor allem vier Dinge entscheidend:
Taktische Zuverlässigkeit
Laufbereitschaft
Intensität
Bereitschaft zur Defensivarbeit
Gerade für die Organisation seiner Dreierkette und des zentralen Mittelfelds vertraut Blessin gerne auf erfahrene Führungsspieler. Junge, schnelle und entwicklungsfähige Akteure erhalten Chancen, müssen sich aber konsequent an die taktischen Vorgaben halten.
Die ideale Blessin-Mannschaft besteht deshalb aus einer Mischung aus erfahrenen Organisatoren und jungen, dynamischen Flügelspielern.
Blessin verfolgt normalerweise keinen extrem auf Ballbesitz ausgerichteten Ansatz. Der Ball soll nicht ausschließlich kontrolliert, sondern möglichst zielgerichtet nach vorne gespielt werden.
Seine Mannschaften suchen häufig:
vertikale Pässe ins Zentrum,
Anspiele in die Halbräume,
direkte Bälle auf den Zielstürmer,
schnelle Verlagerungen auf die Flügel,
Läufe hinter die gegnerische Abwehr.
Nach einer Balleroberung soll möglichst schnell ein Abschluss entstehen. Blessins Fußball ist daher stärker von Tempo und Raumgewinn als von langen Ballbesitzphasen geprägt.
Stärken: | Risiken: |
Hohe defensive Stabilität | Offensive kann zu abhängig von Umschaltmomenten werden |
Klare taktische Aufgaben | Enormer körperlicher Aufwand |
Intensives Pressing | Räume hinter den Schienenspielern |
Gute Absicherung des Zentrums | Probleme gegen einen tiefen Block |
Schnelle Gegenangriffe | Weniger Kreativität bei langen Ballbesitzphasen |
Flexible Dreierkette | System benötigt taktisch passende Spieler |
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