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Tennis
  1. TENNIS

Wer schreibt Tennisgeschichte in Wuhan?

Selten ist es so gut wie an diesem Wochenende in Wuhan. Vier Spielerinnen aus den Top 10 stehen im Halbfinale. Ein Spektakel, das es zuletzt vor fast zwei Jahren bei den WTA Finals in Cancun gab. Und jede von ihnen hat eine Geschichte, die nach einem Happy End schreit.

Coco Gauff: Die Form ihres Lebens trifft auf ihr Kryptonit

Die 21-jährige US-Amerikanerin spielt, als hätte sie einen Turbo gezündet. In Wuhan hat Gauff bislang nur neun Spiele in sechs Sätzen abgegeben – eine Machtdemonstration. Ihr 6:3, 6:0 über Laura Siegemund war bereits der dritte Kantersieg in Folge. Seit zwei Jahren hat keine Spielerin mehr so konstant in China performt. Doch ausgerechnet Jasmine Paolini, ihre Halbfinalgegnerin, könnte ihren Lauf erneut stoppen.

Denn Gauff hat alle drei Duelle gegen Paolini in diesem Jahr verloren. Besonders schmerzt die Niederlage in Cincinnati: Nach einem souveränen ersten Satz entglitt ihr das Match noch mit 2:6, 6:4, 6:3.

„Ich war eigentlich in Kontrolle, habe meinen Aufschlag aber nicht genutzt“, sagt Gauff rückblickend. Mit neuem Selbstvertrauen und dem Technik-Coach Gavin MacMillan an ihrer Seite soll sich das ändern. Ihr Service, früher ein Wackelpunkt, ist mittlerweile eine Waffe. Doch reicht das, um die italienische Kämpferin zu besiegen?

Jasmine Paolini: Die Bescheidene mit Biss

Wer Iga Swiatek mit 6:3 und 6:0 vom Platz fegt und dabei nur drei unerzwungene Fehler produziert, darf träumen. Paolini selbst konnte die Zahl kaum glauben. „Oh, wirklich?“, lachte sie ungläubig nach dem Match. Doch der Sieg war kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Ideen und ihrer mutigen Umsetzung. „Gegen Iga musst du fantastisch spielen, heute ist mir das gelungen.“

Paolini spielt derzeit befreiter denn je. Ein Sieg gegen Gauff würde ihr nicht nur das Finale in Wuhan bescheren, sondern ihr auch ein Ticket für die WTA Finals in Riad sichern. Es stehen 260 wertvolle Punkte auf dem Spiel. „Coco ist eine Kämpferin und für ihr Alter sehr reif“, lobt Paolini ihre Gegnerin. „Aber ich bin bereit.“ Drei Siege gegen Gauff in einem Jahr sprechen für sich. Ihr Selbstvertrauen? Riesig. Ihre Chancen? Real.

Aryna Sabalenka ist eine Perfektionistin auf Rekordkurs

Wie argumentiert man gegen Perfektion? Sabalenka hat in Wuhan noch nie verloren: 20 Siege, null Niederlagen. Nur noch drei Titel und zwei Matches vom vierten entfernt. Ihre Bilanz ist so makellos, dass nur Serena Williams in einem WTA-1000-Turnier je eine längere Siegesserie hatte.

Nach ihrem souveränen 6:3, 6:3 über Elena Rybakina steht die Weltranglistenerste bereits im elften Halbfinale dieser Saison, so oft schaffte das zuletzt Serena Williams. „Gegen Jessica habe ich viele tolle Erinnerungen“, sagte Sabalenka. „Sie pusht mich immer auf ein neues Level.“ Acht der letzten zehn Duelle hat sie gewonnen. Doch die Weißrussin weiß: Pegula ist keine Gegnerin, die man auf Autopilot besiegt.

Jessica Pegula: Die Tüftlerin trotzt den Bedingungen

Mit 31 Jahren ist Pegula die erfahrenste Spielerin im Feld und vielleicht auch die hartnäckigste. Ihr Sieg gegen Katerina Siniakova brachte ihr zum vierten Mal in Folge die Qualifikation für die WTA Finals. Dabei lief es in Wuhan alles andere als leicht. Drei Matches, alle über drei Sätze. Nach dem verlorenen ersten Satz fegte sie Siniakova im zweiten mit 6:0 in nur 23 Minuten vom Platz.

„Ich bin stolz darauf, wie gut ich mich anpassen kann“, sagt Pegula. „Die Bedingungen hier sind langsam und feucht, eigentlich gar nicht mein Ding. Aber wir haben Lösungen gefunden.“ Und die Zahlen belegen es: 15 Drei-Satz-Siege in dieser Saison – niemand hat mehr. Auch gegen Sabalenka war sie zuletzt nah dran. Beim US-Open-Halbfinale gewann sie den ersten Satz und in vier der letzten sieben Sätze gegen die Weltranglistenerste ging es bis 7:5.

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