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Tennis
  1. TENNIS

Wer schlug in Peking den besten Zauberball?

Von Lob bis Tweener: Die China Open haben nicht nur Siegerinnen hervorgebracht, sondern auch Momente, die man sich unbedingt noch einmal ansehen möchte. Fünf Schläge haben diese Woche geprägt, aber welcher bleibt hängen?

Die China Open in Peking sind nicht einfach irgendein Turnier. Sie sind das vorletzte WTA-1000-Event der Saison und damit eine Bühne, auf der sich die Stars und Außenseiterinnen gleichermaßen ins Rampenlicht spielen können. Doch manchmal sind es nicht die Siege selbst, die in Erinnerung bleiben, sondern ein einzelner Schlag, ein Moment, in dem Timing, Mut und Instinkt zu Magie werden. Genau solche Augenblicke haben die Zuschauer:innen in dieser Woche erlebt.

Bondar gegen Andreescu

Bianca Andreescu, bekannt für ihre Kreativität, packte im Duell mit Anna Bondar einen Schlag aus, den man nur selten sieht: einen Front-Tweener. Das Publikum hielt den Atem an, doch Bondar zeigte sich unbeeindruckt. Mit einem wuchtigen Rückhand-Cross schlug sie den Punkt zu, und Andreescu verpuffte. Am Ende stand ein 6:4, 7:6-Sieg für die Ungarin. Ein Schlag, zwei Geschichten: brillante Improvisation und eiskalte Antwort.

Arango: Vom Lesesessel ins Rampenlicht

Stellen wir uns die Szene vor: Emiliana Arango döst fast ein, während sie als Lucky Loserin der Warteschleife hängt. Plötzlich wird sie ins Hauptfeld gerufen. Keine Nervosität, kein Zögern, sondern pure Spielfreude. Gegen Suzan Lamens zauberte die Kolumbianerin im zweiten Satz ein Highlight nach dem anderen: Erst ein Lob, dann ein Rückhand-Passierball wie aus dem Lehrbuch. Am Ende hieß es 6:3, 6:3. Und jetzt? Zweitrunde gegen Lokalheldin Zheng Qinwen. Aus einem unerwarteten Anruf wurde eine zweite Chance und vielleicht der Anfang einer größeren Geschichte.

Galfi-Marathon mit Dropper-Finale

Wer drei Stunden und 24 Minuten auf dem Court steht, weiß, dass es die kleinen Momente sind, die entscheiden. Dalma Galfi kämpfte im zweiten Satz gegen Lois Boisson um den Anschluss. 24 Schläge lang rangen beide um die Vorherrschaft, ehe Galfi das Duell mit einem butterweichen Stopp für sich entschied. Zwar reichte es am Ende nicht zum Matchsieg – Boisson setzte sich in drei Sätzen durch, doch dieser Ball war ein Symbol für Galfis Widerstandskraft. Und vielleicht auch ein Beispiel dafür, dass ein einziger Punkt eine ganze Partie widerspiegeln kann.

Yuan Yue oder wenn Timing zur Kunst wird

Beim Stand von 3:3 im zweiten Satz gegen Yulia Putintseva stand die Halle still. Yue verteidigte mit Herz, dann kam der perfekte Moment: ein langer Rückhand-Lob, der Putintseva überflog und ins Feld segelte. „Shot of the day!”, rief der Kommentator. Das Publikum im Diamond Court war aus dem Häuschen. Yue gewann schließlich mit 6:3 und 6:3 und bewies, dass man mit Eleganz ebenso viele Herzen erobern kann wie mit Härte.

Sevastova erhält Applaus von der Gegnerin

Ein Schlag ist besonders, wenn sogar die Gegnerin anerkennend klatscht. Genau das passierte Anastasija Sevastova gegen Jasmine Paolini. Auf Paolinis Stopp antwortete die Lettin mit einem noch feineren Konter-Stopp, garniert mit Tempo und Ballgefühl. Am Ende war es trotzdem Paolini, die mit 6:1, 6:3 weiterkam. Doch dieser Schlag bleibt als Beweis dafür, dass Tennis manchmal wie ein Dialog ist, bei dem der Applaus die Antwort ist.

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