Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet ein „Lucky Loser“ hat in China für den größten Paukenschlag des Turniers gesorgt. Auch ein altbekannter Champion musste sich einem Youngster geschlagen geben.
Es war der perfekte Stoff für Tennisdramatik: Dalibor Svrcina, der am Vortag in der Qualifikation gescheitert war, erhielt als Nachrücker doch noch seine Chance und nutzte sie eiskalt. Der 22-jährige Tscheche warf keinen Geringeren als Matteo Berrettini mit 6:3, 6:3 aus dem Lynk & Co Hangzhou Open. Für den Italiener, der nach einer Verletzungspause erstmals wieder auf die Tour zurückkehrte, war es ein bitteres Comeback.
Berrettini, der in dieser Saison bereits starke Viertelfinals in Miami, Dubai und Doha erreichte und sogar Novak Đoković bezwingen konnte, wirkte nach zweieinhalb Monaten ohne Matchpraxis ungewohnt fehleranfällig. 15 unerzwungene Fehler standen am Ende zu Buche. Svrcina hingegen spielte befreit auf, jagte die Bälle furchtlos über den Court und stellte Berrettini mit seiner beweglichen Defensive immer wieder vor unlösbare Aufgaben. 17 Winner und kein einziger Verlust des eigenen Aufschlags sprechen eine deutliche Sprache.
„Gestern habe ich noch in der Qualifikation verloren. Heute spiele ich das Match meines Lebens“, sagte Svrcina strahlend. „Ich wusste, dass ich nichts zu verlieren habe.“ Nun wartet im Achtelfinale ein Duell mit einem Lokalhelden, entweder Buyunchaokete oder Zhang Zhizhen. Und plötzlich träumt der Weltranglisten-89. von noch mehr als nur einem Bonusauftritt.
Während Svrcinas Sieg für Aufsehen sorgte, gab es in Hangzhou noch weitere Wendungen. Der Argentinier Tomás Martín Etcheverry bestätigte seine starke Saison mit einem klaren 6:2, 6:4 gegen Damir Dzumhur. Es war sein 20. Erfolg auf Tour-Level in diesem Jahr. Eine Marke, die bislang nur sein Landsmann Francisco Cerundolo übertroffen hat. Im nächsten Match wartet entweder der Qualifikant Rinky Hijikata oder der an Position fünf gesetzte Camilo Ugo Carabelli. Etcheverry scheint in Topform zu sein und könnte in China noch für Furore sorgen.
Doch die nächste Sensation ließ nicht lange auf sich warten. Der Titelverteidiger und langjährige Publikumsliebling Marin Cilic musste sich dem 20-jährigen Nishesh Basavareddy geschlagen geben. Der US-Amerikaner drehte nach dem verlorenen ersten Satz auf und siegte mit 4:6, 6:4 und 6:3.
Für Cilic war es ein bitteres Aus, für Basavareddy hingegen ein Meilenstein: Er verbesserte sich im „Live Race to Jeddah” auf Platz sechs und darf nun vom großen Finale der Next Gen träumen.
„Es war unglaublich, gegen einen Spieler wie Cilic auf dem Centre Court zu stehen”, sagte der junge Qualifikant nach seinem Coup. „Ich wollte einfach dranbleiben, Punkt für Punkt.“ Seine Belohnung? Ein Zweitrundenmatch gegen Daniil Medvedev, die Nummer zwei des Turniers. Ein David-gegen-Goliath-Moment, auf den die Fans jetzt schon hinfiebern.
Die Geschichten dieses Turniers zeigen einmal mehr, warum Tennis so elektrisierend ist: Ein Favorit, der nach langer Verletzungspause nicht zurückfindet. Ein „Lucky Loser“, der über sich hinauswächst. Ein Veteran, der gegen die nächste Generation unterliegt. Und mittendrin die Frage, welche Rolle diese jungen Wilden in den kommenden Wochen, vielleicht sogar bei den French Open, noch spielen könnten.
Hangzhou liefert damit nicht nur Überraschungen, sondern auch ein Versprechen. Die neue Generation klopft lautstark an. Können Svrcina und Basavareddy ihre märchenhaften Anfänge fortsetzen? Das Turnier bleibt spannend, und die etablierten Stars sollten gewarnt sein.
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.