Emotionen, Spannung und pure Radrennkunst: Die 15. Etappe der Tour de France hatte alles, was das Herz eines Radsportfans höher schlagen lässt und ein Happy End für Tim Wellens.
Der 32-jährige Belgier hat sich mit einem beeindruckenden Solo über 43 Kilometer den Etappensieg in Carcassonne gesichert. In einer von Chaos, Taktik und zähem Terrain geprägten Etappe zeigte der Belgier vom Team UAE einmal mehr, was Entschlossenheit und perfekte Rennintelligenz bewirken können. Für Wellens ist es der erste Erfolg bei der Tour de France. Damit ist sein Etappensieg-Triple bei allen drei Grand Tours perfekt.
Bemerkenswert ist zudem, dass Wellens Teil einer stark besetzten Ausreißergruppe war, er jedoch auf den perfekten Moment wartete. 43,6 Kilometer vor dem Ziel, nach dem letzten nennenswerten Anstieg, setzte er zum entscheidenden Angriff an. Das Feld? Bereits abgeschlagen. Die Verfolger? Chancenlos. Mit über einer Minute Vorsprung rauschte Wellens allein durch die sonnenverbrannten Straßen Carcassonnnes, Faust in der Luft, Jubel im Gesicht.
Hinter dem siegreichen Belgier rollte Victor Campenaerts mit einem Rückstand von 1:28 Minuten ins Ziel. Nur Sekunden später sprintete eine größere Verfolgergruppe um die verbleibenden Plätze. Besonders skurril: Julian Alaphilippe jubelte nach seinem gewonnenen Sprint offenbar im Glauben, die Etappe gewonnen zu haben. Eine kuriose Szene, die an alte Tour-Anekdoten erinnerte und für Lacher sorgte.
Die 169 Kilometer lange Strecke von Muret nach Carcassonne hatte es in sich: 2.400 Höhenmeter, drei Bergwertungen und viel Taktik, aber keine klassische Bergetappe. Dennoch war schnell klar: Ein Massensprint würde hier nicht stattfinden. Die Strecke war zu wellig und unberechenbar. Das dachte sich auch Sprinter Phil Bauhaus, der schon vor dem Start die Hoffnung auf einen Zielsprint aufgegeben hatte.
Tatsächlich war das Rennen von Beginn an chaotisch: Ein Massensturz im Hauptfeld sorgte für Unruhe. Betroffen waren unter anderem Florian Lipowitz und Jonas Vingegaard. Lipowitz musste eine Minute Rückstand aufholen, schaffte es aber trotz der frühen Turbulenzen zurück in die Spitzengruppe der Klassementfahrer.
Für ihn war es dennoch ein besonderer Tag. Erstmals durfte der junge Deutsche das Weiße Trikot des besten Jungprofis tragen und verteidigte es mit einer starken Leistung. Trotz des Sturzes blieb er fokussiert, kämpfte sich zurück und kam mit den Favoriten ins Ziel. Auch im Gesamtklassement behauptete er souverän Platz drei. Ein starkes Statement und eine reife Leistung für den Tour-Debütanten!
Nach dem verdienten Ruhetag am Montag wartet mit dem Mont Ventoux ein echter Tour-de-France-Mythos: 15,7 Kilometer lang und mit über 1900 Höhenmetern ein Prüfstein für alle Fahrer im Gesamtklassement. Tadej Pogacar dürfte als Favorit gelten, vor allem mit Blick auf seine Liebe zu historischen Etappenorten. Für Lipowitz und Co. wird der „Riese der Provence” zur ultimativen Herausforderung. Doch nach dem heutigen Tag scheint klar: Der junge Deutsche ist bereit für mehr.
RADSPORT
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Traditionell bildet die Tour of Guangxi den Abschluss der WorldTour-Saison. Auch 2025 verspricht das sechstägige Etappenrennen im Süden Chinas mit seinem anspruchsvollen Profil und wechselnden Szenarien spannende Duelle zwischen Sprintern, Puncheuren und Kletterern.
bet365 News Team
13 Okt 25
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