Vom Tour-de-France-Helden zum Yoga-Fan auf Mallorca: Jan Ullrich, Erik Zabel, Jens Voigt und andere ehemalige deutsche Radprofis haben sich nach dem Karriereende neu erfunden. Wir zeigen, wie es ihnen heute geht.
Jan Ullrich war Deutschlands großer Radsport-Held. Seit seinem Tour-de-France-Sieg 1997 galt „Ulle” als Idol, er kämpfte tapfer gegen Lance Armstrong und verlor oft nur knapp. Nach seinem abrupten Karriereende im Jahr 2006 fiel er jedoch in ein tiefes Loch. Der Verlust seines sportlichen Lebensinhalts hinterließ eine große Leere. Über Jahre kämpfte er mit sich selbst. Ein persönliches Tief, das er heute offen benennt.
Doch Ullrich hat sich zurückgekämpft. Inzwischen lebt er auf Mallorca, umgeben von Hunden, mit neuer Lebensgefährtin und regelmäßigem Kontakt zu seinen Kindern. Sport, Yoga, Atemübungen und gesunde Ernährung helfen ihm, das Gleichgewicht zu bewahren. Auch mit dem Radsport hat er Frieden geschlossen. Als Veranstalter von Rad-Events, unter anderem im Schwarzwald, ist er wieder ganz in seinem Element. „Ich bin immer noch Fan vom Radsport“, sagt er. Seit Beginn der Tour de France 2025 betreibt er mit Rick Zabel, dem Sohn seines ehemaligen Teamkollegen Erik Zabel, einen Podcast.
Jens Voigt war der Kämpfer unter den Radprofis. Seine mutigen Ausreißversuche, sein offenes Wesen und sein berühmter Spruch „Shut up, legs!” machten ihn zur Legende. Auch nach dem Ende seiner Karriere im Jahr 2014 blieb er dem Radsport treu: Als Kommentator bei Eurosport begeistert er mit Fachwissen und Humor.
Voigt ist heute sechsfacher Vater und lebt mit seiner Familie in Norddeutschland. Trotz der Herausforderungen eines turbulenten Familienlebens mit Haus, Kindern und Tieren sucht er immer wieder neue sportliche Herausforderungen. Zuletzt lief er einen Marathon. Auf der faulen Haut liegen? Für Voigt undenkbar.
Er war einer der erfolgreichsten deutschen Radprofis der 1990er- und frühen 2000er-Jahre. Sechsmal in Folge holte er das Grüne Trikot bei der Tour de France. Nach seinem Karriereende war er zunächst als sportlicher Leiter tätig, musste sich dann jedoch beruflich neu orientieren.
Heute arbeitet Zabel für die bekannte Radmarke Canyon. Auch wenn er nicht mehr direkt an der Rennstrecke agiert, bleibt er dem Radsport als strategischer Kopf hinter den Kulissen verbunden. Seine Expertise ist nach wie vor gefragt und Zabel beweist, dass ein Leben nach dem Leistungssport sehr wohl erfüllend sein kann.
Mit dem legendären Satz „Quäl dich, du Sau!“ wurde Udo Bölts bekannt. Heute hat er mit Rennspektakel und Asphalt jedoch wenig am Hut. Stattdessen lebt er in Heltersberg in der Pfalz und betreut den dortigen Mountainbike-Park Pfälzerwald. Als eine Art regionaler „Bike-Förster” hält er die Trails in Schuss und verbindet so Natur und Sport. Bölts zeigt: Auch abseits der großen Bühne kann man im Radsport etwas bewirken.
Ob auf Mallorca, im Eurosport-Studio oder im Pfälzer Wald: Die Karrieren nach der Karriere zeigen, dass Jan Ullrich, Jens Voigt, Erik Zabel und Co. mehr sind als bloße Ex-Sportler. Sie sind Veranstalter, Kommentatoren, Familienväter, Markenbotschafter und vor allem Menschen mit neuen Zielen.
Der Radsport hat ihr Leben geprägt, aber er definiert es nicht mehr allein. Genau das macht ihre Geschichten heute so spannend wie einst ihre Siege auf den großen Etappen.
RADSPORT
Tour of Guangxi: Der Saisonabschluss der WorldTour
Traditionell bildet die Tour of Guangxi den Abschluss der WorldTour-Saison. Auch 2025 verspricht das sechstägige Etappenrennen im Süden Chinas mit seinem anspruchsvollen Profil und wechselnden Szenarien spannende Duelle zwischen Sprintern, Puncheuren und Kletterern.
bet365 News Team
13 Okt 25
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