Max Verstappen setzte in Las Vegas ein spätes Ausrufezeichen, doch Titelrivale Lando Norris behielt die Hand am Pokal.
Der Grand Prix von Las Vegas bot nicht die schillernde Show des Vorjahres, dafür aber eine sportliche Klarheit, die dem WM-Kampf seine Richtung weist. Verstappen dominierte auf dem glatten Stadtkurs von Nevada, gewann souverän und hielt damit seine ohnehin schmalen Titelchancen am Leben. Der Mann des Wochenendes ist jedoch erneut Lando Norris: Mit Rang zwei baut der McLaren-Pilot seinen Vorsprung weiter aus und rückt dem ersten WM-Titel seiner Karriere ein großes Stück näher.
Norris führt nun mit 30 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Oscar Piastri. In Katar und Abu Dhabi sind noch 58 Zähler zu holen. Sollte der Brite das Wochenende in Doha mit einem Polster von mindestens 26 Punkten verlassen, ist die Entscheidung gefallen und genau danach sieht es im Moment aus. Der Rechenschieber bleibt zu Hause, denn die Realität spricht eine klare Sprache: Norris hält das Zepter fest in der Hand.
Verstappen hingegen weiß, wie schmal der Grat ist, auf dem er balanciert. Der Start bringt die Entscheidung: Norris verteidigt die Pole zu aggressiv, sticht scharf nach innen und geht zu weit. Verstappen nutzt die Lücke, rutscht vorbei und übernimmt die Führung. Auch George Russell schlüpft durch und verdrängt Norris auf Rang drei. Piastri erwischt es im Gerangel ebenfalls: Nach einer Berührung mit Liam Lawson rutscht der Australier auf Platz sieben zurück.
Im Trockenen zeigt Red Bull schließlich ein anderes Gesicht als in der verregneten Qualifikation. Verstappen fährt präzise, kontrolliert und unaufgeregt und enteilt dem Feld. Während Russell Abstand hält und McLaren sich an alte Probleme mit körnenden Reifen erinnert fühlt, dreht der Niederländer konstant schnelle Runden. Auch der spätere Stopp ändert nichts daran, dass Verstappen sein Rennen jederzeit im Griff hat.
So sehr der Sieg auch glänzen mag, Verstappens Titelchance ist ein zartes Gebilde. Er liegt nun 42 Punkte hinter Norris. Ohne einen Ausfall des Briten dürfte das Kapitel Doha für den Niederländer das endgültige Ende seiner Saisonträume bedeuten. Und doch hat Verstappen etwas geschafft, was ihm kaum noch jemand zugetraut hatte: eine beeindruckende Aufholjagd. Noch im August lag er 104 Punkte hinter Piastri. Sieben Rennen später stehen vier Siege, drei weitere Podien und ein beeindruckendes Comeback aus der Boxengasse in Brasilien auf der Habenseite. Sechs Saisontriumphe. Ein Comeback, das so kaum jemand erwartet hatte.
Norris hingegen fährt wie einer, der weiß, dass er nicht mehr weit vom größten Triumph seiner Karriere entfernt ist. Ein herausragender Pole-Run im Regen, kluge Reifenpflege im Rennen, keine Risiken, wo keine sein müssen. Selbst als der Brite spät noch einmal Russell jagte, wirkte jeder Angriff kalkuliert. In Runde 34 zieht er am langsameren Mercedes vorbei und erhält die Ansage aus der Box: „Wir holen uns Max.“ Realistischer bleibt jedoch die Maxime des Wochenendes: Minimieren, was andere maximieren wollen.
Piastri beendet das Rennen trotz eines schwierigen Starts als Vierter und verhindert damit Schlimmeres. Lewis Hamilton kämpft sich derweil von Startplatz 19 auf Rang zehn vor. Charles Leclerc landet hinter dem Mercedes-Neuling Antonelli auf Platz sechs.
Abseits der großen Bühne ereignet sich ein kleiner, aber bedeutender Schlaglichtmoment: Doriane Pin holt mit Rang fünf im letzten Saisonrennen den Titel in der F1 Academy. Vier Siege, acht Podien und die Bestätigung, dass die Nachwuchsserie weiterhin Talente hervorbringt.
Las Vegas mag diesmal kein Klassiker gewesen sein. Doch für den WM-Kampf war es ein entscheidendes Rennen. Verstappen lebt, aber Norris führt. Und alles deutet darauf hin, dass Doha zum Schauplatz einer Krönung wird.
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.