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Vergessene Rennställe: British Racing Motors

Das ist Geschichte von BRM in der Königsklasse des Motorsports.

British Racing Motors – besser bekannt unter dem Kürzel BRM – war ein legendäres britisches Unternehmen im Motorsport, das besonders in der Formel-1-Geschichte seinen festen Platz hat. Von großen Ambitionen und britischem Ingenieursgeist geprägt, symbolisiert BRM die Höhen und Tiefen eines Werksteams, das sich dem internationalen Wettbewerb stellte. Von der Gründung über die erfolgreichen Jahre bis zum Rückzug. BRM hat in 26 Jahren Formel-1-Geschichte geschrieben.

Die Gründung von British Racing Motors

BRM wurde 1947 von Raymond Mays und Peter Berthon ins Leben gerufen. Die beiden Unternehmer und Motorsport-Enthusiasten hatten den Traum, einen rein britischen Grand-Prix-Boliden zu bauen, der es mit den damals dominierenden italienischen und deutschen Rennwagen aufnehmen konnte. Unterstützt wurde das Projekt durch einen eigens gegründeten Fonds, den British Motor Racing Research Trust, in dem namhafte britische Unternehmen wie Rubery Owen investierten.

Schon die Gründungsidee war ambitioniert: Ein innovativer 1,5-Liter-Kompressor-V16-Motor sollte den Grundstein legen und Großbritannien zum internationalen Motorsport-Ruhm führen. Der erste BRM-Rennwagen, der P15, wurde zum Symbol für britischen Ehrgeiz – allerdings auch für technische Herausforderungen.

Die Entwicklung des Teams: Von Rückschlägen zu Erfolgen

Die ersten Jahre waren von Schwierigkeiten geprägt. Der V16-Motor war zwar ein technisches Wunderwerk, erwies sich aber als übermäßig komplex, unzuverlässig und schwer zu beherrschen. Dennoch machte BRM weiter, entwickelte laufend neue Fahrzeuge und passte sich an den technischen Wandel der frühen Formel-1-Jahre an.

In den 1950er-Jahren gelang es dem Team langsam, sich in der Formel 1 zu etablieren. Anfangs blieben große Erfolge aus, doch die permanente Weiterentwicklung und der Fokus auf innovative Technik zeichneten BRM aus. 1959 stieg das Team mit einem neuen, deutlich zuverlässigeren Fahrzeug fest in die Formel 1 ein. Mit dem Engagement von Alfred Owen als Geldgeber und Besitzer der Firma Rubery Owen bekam BRM die notwendige Stabilität.

Die goldene Ära: Die 1960er-Jahre

Der wirkliche Durchbruch gelang BRM in den 1960er-Jahren mit dem Modell P57. Das Team verpflichtete talentierte Fahrer wie Graham Hill, der sich als Glücksgriff erweisen sollte. Hill wurde 1962 auf BRM Weltmeister; im selben Jahr gewann das Team auch die Konstrukteurswertung. Es war der Höhepunkt der BRM-Geschichte: Mit sieben Grand-Prix-Siegen in der Saison 1962 und einem innovativen Fahrzeugdesign avancierte BRM zur Speerspitze der britischen Motorsport-Industrie.

In den Folgejahren blieben weitere Siege und Podiumsplätze nicht aus. BRM setzte konsequent auf technische Innovationen, zum Beispiel bei der Entwicklung von Acht- und Zwölfzylinder-Motoren. Fahrer wie Jackie Stewart, Joakim Bonnier, Jean-Pierre Beltoise oder Pedro Rodríguez trugen dazu bei, dass das Team kontinuierlich im Spitzenfeld mitfahren konnte. Bis 1972 gelangen BRM zahlreiche Grand-Prix-Siege und regelmäßige Top-Platzierungen.

Technische Innovationen und Herausforderungen

BRM war stets bekannt für seinen Pioniergeist. Die Ingenieure experimentierten mit verschiedenen Motorenkonfigurationen, darunter V16-, V8- und V12-Triebwerken. Besonders die 12-Zylinder-Motoren der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre galten als besonders leistungsstark und zuverlässig. Allerdings war der hohe technische Anspruch auch mit erhöhtem Entwicklungsaufwand und Kosten verbunden.

Die hohe Fluktuation bei Fahrern und Teammitgliedern, aber auch die internen Meinungsverschiedenheiten über die technische Ausrichtung, wirkten sich jedoch negativ auf die Kontinuität aus. Zudem wurde der Konkurrenzdruck durch andere britische Teams wie Lotus, McLaren und Tyrrell immer größer.

Rückzug aus der Formel 1

Ab Mitte der 1970er-Jahre geriet BRM zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Kosten für permanente technische Weiterentwicklung stiegen ebenso wie der Erfolgsdruck durch die starke Konkurrenz. Die Sponsorenmittel reichten oft nicht mehr aus, um mit den großen Werksmannschaften Schritt zu halten.

Parallel dazu verloren die wichtigsten Geldgeber das Interesse. Nach dem Tod von Alfred Owen 1975 fehlte BRM eine starke Führungspersönlichkeit und Vision. Die letzten Jahre des Teams waren durch häufige Personalwechsel, mangelnde Innovation und ausbleibende sportliche Erfolge geprägt.

Das letzte Formel-1-Rennen bestritt BRM 1977 beim Großen Preis von Südafrika. Offiziell zog sich das Team nach der Saison 1977 zurück. Die gescheiterten Versuche, in den 1980er-Jahren ein Comeback zu wagen, blieben erfolglos.

Das Erbe von BRM

BRM war ein Meilenstein der britischen Motorsportgeschichte. Das Team prägte die Formel 1 durch technische Innovation, großen Ehrgeiz und legendäre Persönlichkeiten. Der WM-Titel 1962 bleibt als Höhepunkt in Erinnerung. Der Rückzug aus der Formel 1 war ein Ergebnis aus wirtschaftlichen Zwängen, gestiegenem Konkurrenzdruck und fehlender langfristiger Perspektive. Dennoch bleibt BRM als Symbol für britischen Motorsport-Geist und technische Kreativität unvergessen. Mit 17 Siegen bei WM-Läufen belegt BRM Platz acht der ewigen Bestenliste in der Königsklasse.

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