Eine japanische Erfolgsgeschichte mit Höhen und Tiefen.
Die Geschichte des Honda F1 Teams in der Formel 1 ist voller Innovationen, Leidenschaft und überraschender Wendungen. Als einer der ersten asiatischen Hersteller in der Königsklasse des Motorsports hat Honda nicht nur technische Meilensteine gesetzt, sondern auch das Bild der Formel 1 nachhaltig geprägt.
Bereits Anfang der 1960er-Jahre beschloss das japanische Unternehmen Honda, nach Erfolgen im Motorradrennsport auch in die Formel 1 einzusteigen. Die offizielle Gründung des Honda F1 Teams erfolgte 1964. Im selben Jahr feierte Honda beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring – am 2. August 1964 – sein Debüt in der Formel 1. Honda war zu dieser Zeit einer der wenigen Hersteller, die sowohl Chassis als auch Motoren selbst entwickelten und bauten – ein seltener und ambitionierter Ansatz unter den Rennställen dieser Ära.
Nach einem Jahr der Eingewöhnung und kontinuierlichen Weiterentwicklung erzielte Honda 1965 mit dem US-Amerikaner Richie Ginther am Steuer den ersten Grand-Prix-Sieg beim Großen Preis von Mexiko. Dieser Triumph war gleichzeitig der erste Sieg eines japanischen Konstrukteurs in der Formel 1. In den folgenden Jahren gelangen Honda zwar noch einige Achtungserfolge, doch weitere Siege blieben aus. Die Partnerschaft mit Fahrer John Surtees brachte 1967 beim Großen Preis von Italien einen weiteren Sieg. Trotz dieser Erfolge stand das Team häufig im Schatten der europäischen Konkurrenz. 1968 zog sich Honda vorübergehend aus der Formel 1 zurück, nicht zuletzt aufgrund wachsender Sicherheitsbedenken und dem schweren Unfalltod von Jo Schlesser im selben Jahr.
Nach einer langen Pause kehrte Honda in einer anderen Rolle in die Formel 1 zurück: Ab 1983 trat der Konzern als Motorenlieferant für verschiedene Rennställe auf, zunächst für Spirit, ab 1984 für Williams. In den 1980er-Jahren begann die goldene Ära für Honda-Motoren. Mit Williams, Lotus und vor allem McLaren wurden zahlreiche Siege und Weltmeisterschaften eingefahren. Zwischen 1986 und 1991 gewann Honda sechs Konstrukteurs-Weltmeisterschaften und fünf Fahrer-Weltmeisterschaften mit Größen wie Ayrton Senna und Alain Prost. Die Honda-Turbomotoren galten in dieser Zeit als die stärksten und zuverlässigsten im Feld. Anfang der 1990er-Jahre zog sich Honda erneut zurück, als die Turbo-Ära endete und die Reglementänderungen einschneidende technische Umstellungen erforderten.
Nach verschiedenen Partnerschaften und Engagements als Motorenpartner übernahm Honda im Jahr 2006 das ehemalige BAR-Team vollständig und trat wieder als Werksteam in die Formel 1 ein. Die Erwartungen waren groß, doch der große Wurf blieb zunächst aus. 2006 konnte Jenson Button beim Großen Preis von Ungarn einen vielumjubelten Sieg einfahren – es sollte der letzte in der Geschichte des Honda F1 Teams bleiben. Die folgenden Jahre waren geprägt von wechselhaftem Erfolg, hohen Investitionen und dem ständigen Streben nach Anschluss an die Spitze des Feldes.
Das Jahr 2008 brachte den wirtschaftlichen Einbruch und die globale Finanzkrise mit sich. Honda musste sich schweren Herzens entscheiden, das Formel-1-Projekt einzustellen, da die Kosten-Nutzen-Rechnung für das Unternehmen nicht mehr aufging. Im Dezember 2008 gab Honda offiziell den Rückzug aus der Formel 1 bekannt. Das Team wurde kurz darauf von Ross Brawn übernommen und trat 2009 als Brawn GP an – nur um in dieser Saison sensationell sowohl Fahrer- als auch Konstrukteursweltmeister zu werden, auf Basis des von Honda entwickelten Autos.
Trotz des Endes als Werksteam kehrte Honda 2015 wieder als Motorenlieferant ins Feld zurück – zunächst mit McLaren. Die Erwartungen waren hoch, doch die Zeit als McLaren-Honda war von technischen Problemen und enttäuschenden Resultaten geprägt. Besser lief es ab 2018 mit Toro Rosso und ab 2019 mit Red Bull Racing. Mit Red Bull kehrte Honda 2021 an die Spitze zurück und feierte gemeinsam mit Max Verstappen den Fahrerweltmeistertitel. Im selben Jahr beendete Honda offiziell das Engagement in der Formel 1, unterstützt Red Bull aber weiterhin technisch im Hintergrund.
Das Honda F1 Team verzeichnete als Werksteam und Motorenpartner insgesamt mehrere Grand-Prix-Siege, zahlreiche Podestplätze sowie acht Weltmeistertitel als Motorenlieferant. Der Rückzug erfolgte in beiden Fällen – nach 1968 und 2008 – aus finanziellen und strategischen Gründen. Honda bleibt dennoch ein fester Bestandteil der Formel-1-Geschichte, sowohl als innovativer Technologielieferant als auch durch die vielen Triumphe mit legendären Rennställen und Fahrern. Ihr Vermächtnis lebt in der Formel 1 weiter, bei jedem Rennen, an dem ein Honda-Motor zum Einsatz kommt oder sich ein Team auf die japanische Ingenieurskunst beruft.
Die Geschichte von Honda in der Formel 1 ist geprägt von technischen Wagemut, Rückschlägen und großen Triumphen – ein Spiegelbild des Rennsports selbst.
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