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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Tiafoe und Shapovalov straucheln, Altmaier glänzt

Es war ein Auftakt voller Wendungen in Tokio: Favoriten stürzten, Außenseiter jubelten. Was steckt hinter den Überraschungen zu Beginn des Japan Open?

Frances Tiafoe hatte große Pläne, doch sein Auftakt in Tokio wurde zum Albtraum. Ausgerechnet gegen den Qualifikanten Marton Fucsovics kassierte der US-Amerikaner seine erste Erstrunden-Niederlage auf Hartplatz in dieser Saison. Dabei hatte alles vielversprechend begonnen: Den ersten Satz sicherte sich Tiafoe noch mit 6:3, doch dann kippte das Match. Fucsovics, der gerade erst in Winston-Salem seinen dritten ATP-Titel geholt hatte, drehte das Spiel mit druckvollen Grundlinienduellen und behielt im entscheidenden dritten Satz die Nerven. 3:6, 6:1, 7:5. Ein Resultat, das Tiafoe schmerzt und Fucsovics in der Live-Weltrangliste auf Platz 51 katapultiert. Für den Ungarn geht es nun gegen Brandon Nakashima oder Jordan Thompson weiter.

Während Tiafoe haderte, erwischte es auch Denis Shapovalov. Der Kanadier, der erst kürzlich geheiratet hat, verpasste es, sein Comeback mit einem Erfolg zu feiern. Stattdessen war es Daniel Altmaier, der den Ton angab. Dabei hatte Shapovalov alle Chancen: Beim Stand von 5:3 im ersten Satz lag er vorne, vergab dann aber gleich vier Satzbälle. Altmaier nutzte die Schwäche gnadenlos aus, gewann vier Spiele in Serie und drehte das Momentum komplett. Am Ende stand ein souveräner 7:5-, 6:3-Erfolg. Es war Altmaiers fünfter Sieg über einen Top-30-Spieler in dieser Saison. Für den 27-Jährigen bedeutet das einen weiteren Sprung in der Rangliste. Er ist nun auf Platz 49 und damit nur noch einen Schritt von seiner persönlichen Bestmarke entfernt.

Dass Shapovalov ausgerechnet in Tokio stolperte, macht die Geschichte noch pikant. Schließlich galt er als einer der Spieler, die in Asien einen neuen Rhythmus finden wollten. Jetzt bleibt nur die Analyse eines Matches, in dem er die Kontrolle verlor. Altmaier hingegen beweist, dass er in entscheidenden Momenten stabiler geworden ist. Dieser Reifeprozess macht ihn auch bei den kommenden Turnieren gefährlich.

Zwischen all den Dramen der Favoriten gab es auch eine erfreuliche Rückkehr zu feiern: Matteo Berrettini meldete sich mit einem klaren Sieg zurück. Der Italiener, der in den letzten Monaten von Verletzungen geplagt war und eine lange Pause einlegen musste, besiegte Jaume Munar mit 6:4, 6:2. Für Berrettini ist es ein Befreiungsschlag. Nach zwei Monaten ohne Matchpraxis und einer unglücklichen Niederlage gegen Lucky Loser Dalibor Svrcina letzte Woche in Hangzhou. Diesmal wirkte er konzentriert, aggressiv und körperlich gefestigt. Vielleicht ist das das Signal, dass der einstige Wimbledon-Finalist wieder in Richtung Weltspitze schielen darf.

Die große Frage nach Tag eins in Tokio lautet: War das nur ein turbulenter Start oder der Beginn einer Turnierwoche voller Überraschungen? Fucsovics und Altmaier haben bewiesen, dass sie keine Platzhalter sind, sondern echte Spielverderber für große Namen. Tiafoe und Shapovalov stehen dagegen vor einer unbequemen Wahrheit: Wer im Herbst auf Hartplatz erfolgreich sein will, braucht mehr als nur ein gutes Eröffnungsset.

Schon jetzt ist klar: Das Japan Open wird kein Turnier der Routinen, sondern eines der Wendungen. Und vielleicht schreibt gerade Daniel Altmaier die Geschichte seines Jahres. Ein deutscher Außenseiter, der sich heimlich, still und leise an die Schwelle der Top 50 kämpft.

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