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Swiatek zerschlägt Keys im Auftaktmatch der WTA Finals

Keine Gnade, keine Aufwärmphase: Iga Swiatek zeigt im ersten Match der WTA Finals 2025 gleich, warum sie zu den gnadenlosesten Spielerinnen des Tenniszirkus gehört.

Wenn sich die acht besten Spielerinnen der Welt in der King Saud University Arena versammeln, ist kein Platz für Zufälle – oder gar Nachlässigkeiten. In der Eröffnungspartie trafen am Samstagabend zwei Grand-Slam-Siegerinnen aufeinander: Wimbledons Königin Iga Swiatek und die Gewinnerin der Australian Open, Madison Keys. Doch von einem ausgeglichenen Duell konnte kaum die Rede sein. Swiatek fegte Keys in nur 61 Minuten mit 6:1, 6:2 vom Platz. Eine Demonstration von Präzision, Fokus und Kontrolle.

„Ich war von Anfang bis Ende im Tunnel“, erklärte Swiatek später. „Mein Aufschlag, meine Konzentration, alles hat gepasst. Ich wollte dieses Level unbedingt halten.“

Während die Polin nahezu makellos agierte, kämpfte Keys sichtbar mit dem Rhythmus: 68 Tage ohne Matchpraxis seit ihrer Erstrundenniederlage bei den US Open hatten Spuren hinterlassen. Ihr Schläger wirkte schwer und ihre Reaktionszeiten waren einen Tick zu langsam. Trainer wissen: „Trainingsintensität ist kein Ersatz für den Druck echter Wettkampfpunkte.“

Swiatek ließ keine Zweifel aufkommen. Sie gewann 12 der 15 Spiele, 58 von 87 Punkten und nutzte fünf ihrer acht Breakchancen eiskalt. Damit steht es im direkten Vergleich nun 6:2 für sie. In diesem Jahr hatten die beiden ihre Duelle noch ausgeglichen gestaltet, doch dieses Mal war es eine Einbahnstraße.

Mit 62 Siegen auf Tour-Level führt Swiatek 2025 die gesamte WTA an. Eine Zahl, die zeigt: Diese Frau hat nicht nur Konstanz, sondern auch Hunger.

Und das, obwohl das Jahr für sie nicht ohne Rückschläge verlief. Nach vier French-Open-Titeln in fünf Jahren musste sie sich 2025 im Halbfinale der Weltranglistenersten Aryna Sabalenka geschlagen geben. Doch statt in Selbstzweifeln zu versinken, tat Swiatek, was Champions tun: Sie veränderte ihr Spiel und holte sich den Wimbledon-Titel. Auf einem Belag, von dem sie einst dachte, dass er ihr überhaupt nicht liegt.

„Mein Ziel war es, auf schnelleren Plätzen aggressiver zu spielen“, erklärte sie am Freitag vor dem Turnier. „Ich wollte mehr Risiko eingehen und lernen, die schnellen Bälle besser zu kontrollieren.“

Ein Blick auf ihre Zahlen bestätigt diesen Wandel. Swiatek serviert inzwischen schneller und präziser. „Ich glaube, ich war dieses Jahr in irgendeinem Ranking sogar Fünfte bei den Assen. Das ist verrückt“, sagte sie lachend. „Aber mein Aufschlag hat sich wirklich verbessert. Jetzt will ich die Quote noch konstanter machen, das ist der nächste Schritt.“

Konstanz war auch in diesem Match das Schlüsselwort. Während Keys nach einer Sommerverletzung noch an ihrer Fitness arbeitete, schien Swiatek körperlich und mental in absoluter Topform zu sein. Keys gab nach dem Spiel zu: „Ich hatte über den Sommer eine kleine Verletzung. Ich wollte unbedingt spielen, aber ich war nie ganz bei hundert Prozent. Für die Finals wollte ich einfach gesund zurückkommen.”

Für Keys, die erst zum zweiten Mal seit 2016 bei den WTA Finals dabei ist, wird es nun eng. Nach der Niederlage muss sie ihre verbleibenden Matches gegen Amanda Anisimova und Elena Rybakina unbedingt gewinnen, um noch eine Chance aufs Halbfinale zu wahren.

Swiatek hat mit dem Sieg in der Serena-Williams-Gruppe hingegen den ersten Schritt in Richtung Titel gemacht und sie weiß, wie sich das anfühlt. 2023 gewann sie das Saisonfinale in Cancún. Sollte sie den Pokal erneut gewinnen, wäre dies der perfekte Abschluss eines Jahres, in dem sie ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt hat: von der dominanten Sandplatzspielerin zur Allround-Meisterin auf allen Belägen.

Eine Frage bleibt jedoch offen: Wer soll sie stoppen? Wenn Swiatek weiterhin so serviert, denkt und spielt, dürfte die Konkurrenz auch in Riad kaum mehr als Statist in einem weiteren Kapitel ihrer beeindruckenden Karriere sein.

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