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Tennis
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Swiatek holt 25. Karrieretitel

Statistisch gesehen war sie klar unterlegen und stand am Ende trotzdem mit dem Pokal da. Iga Swiatek schreibt in Seoul Geschichte, während ein tschechisches Duo seine Magie neu entfacht.

Zahlen lügen nicht? Von wegen. Das Finale der Korea Open am Sonntag in Seoul war der Beweis, dass Tennis oft mehr mit Nervenstärke als mit Statistiken entschieden wird. Denn obwohl Ekaterina Alexandrova in nahezu allen messbaren Kategorien dominierte, stemmte am Ende Iga Swiatek nach einem Comeback, das selbst hartgesottene Fans staunen ließ, den Pokal in die Höhe.

Ein Finale ohne Logik

Mit 1:6, 7:6 (3), 7:5 nach 2 Stunden und 41 Minuten sicherte sich Swiatek ihren dritten Titel der Saison und den 25. ihrer Karriere. Ihre Bilanz in Endspielen: 25 Siege bei nur fünf Niederlagen. Ein Wert, der ihren Ruf als Spezialistin für nervenstarke Leistungen untermauert. Dabei sah es lange so aus, als müsste sie Alexandrova zum verdienten Triumph gratulieren.

Die Russin spielte wie entfesselt, brach Swiatek gleich im ersten Spiel und marschierte in nur 30 Minuten zum ersten Satzgewinn. Fast alles sprach gegen die Polin: weniger Asse, mehr Doppelfehler, eine schlechtere Quote beim ersten Aufschlag, mehr unerzwungene Fehler. Und doch blieb Swiatek im Spiel, wie sie es später selbst formulierte: „Ich habe einfach nur versucht, am Leben zu bleiben.“

Der Wendepunkt kam im Tiebreak

Im zweiten Satz drehte Swiatek zunächst mit einem Break das Momentum, doch Alexandrova antwortete sofort. Es entwickelte sich ein enges Ringen, bis der Tiebreak entscheiden musste. Plötzlich wirkte Swiatek, als hätte sie einen Schalter umgelegt: frühe Führung, kontrollierte Schläge, 7:3, damit war die Tür für ein drittes Kapitel weit geöffnet.

Dort schien die Partie erneut aus den Fugen zu geraten. Drei Doppelfehler in einem einzigen Spiel kosteten Swiatek das Break und ließen Alexandrova mit 2:1 davonziehen. Doch die Favoritin kämpfte sich zurück, glich zum 3:3 aus und setzte Alexandrova schließlich unter Druck. Als die Russin beim Stand von 5:6 servierte, schlug Swiatek mit einem krachenden Crosscourt-Vorhandwinner zum Match, Satz und Titel zu.

Ein Sieg gegen die Statistik

Die nackten Zahlen blieben gnadenlos: 108 zu 97 Punkte für Alexandrova, mehr Winner, weniger Fehler, bessere Breakquote. Aber eben nicht der Pokal. Swiatek entschied die entscheidenden Momente für sich, sei es beim Stand von 4:5 im zweiten Satz, im Tiebreak oder beim Comeback im dritten Satz. Genau diese Fähigkeit macht sie trotz Rang zwei in der Weltrangliste zu einer Spielerin, die jederzeit wieder auf den Thron klettern kann.

Und es war mehr als nur ein weiterer Titel. In Seoul erfüllte sich Swiatek auch ein Stück Familiengeschichte: Ihr Vater Tomasz verpasste einst olympisches Edelmetall in Korea, ihre Tochter brachte nun den Titel nach Hause. „Vielleicht kommt er nächstes Jahr mit, um das alles zu genießen“, sagte sie mit einem Lächeln.

Doubles-Märchen mit Siniakova und Krejcikova

Doch Swiatek war nicht die einzige Gewinnerin in Seoul. Im Doppel sorgten Katerina Siniakova und Barbora Krejcikova für ein Comeback der besonderen Art. Nach einer längeren Pause standen die beiden wieder gemeinsam auf dem Platz und spielten sich wie in alten Zeiten bis zum Titel. Im Finale setzten sie sich mit 6:3, 7:6 (6) gegen Maya Jansen und Caty McNally durch.

Für Siniakova war der Triumph doppelt süß: Sie erklomm erneut die Spitze der Doppel-Weltrangliste und reiht sich mit nun 161 Wochen auf Platz eins fast in die Geschichtsbücher ein. Nur zwei Wochen trennen sie noch von Cara Black auf Rang drei der ewigen Bestenliste. Insgesamt ist es bereits ihr 31. Doppeltitel auf der Tour.

Auch für Krejcikova war der Sieg ein Meilenstein: Es war ihr 20. Doppeltitel der Karriere und der erste der Saison 2025. Bereits im Jahr zuvor hatten beide gemeinsam in Prag triumphiert. Wer sich fragt, ob diese Erfolgsgeschichte noch weitere Kapitel bekommt, darf sich auf die kommenden Turniere freuen.

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