Iga Swiatek schreibt weiter Geschichte: In Cincinnati besiegte sie Jasmine Paolini, obwohl sie zurücklag, und holte sich erstmals den Titel. Ein Triumph, der Fragen für die US Open aufwirft.
Es wirkt fast so, als würde Iga Swiatek mit jedem Turnier eine weitere Zeile in ihr persönliches Geschichtsbuch schreiben. In Cincinnati fügte sie nun ein weiteres Kapitel hinzu: Erstmals gewann sie das traditionsreiche Turnier und ist damit die erste Polin in der Open Era, die diesen Titel holt. Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach.
Gleich zu Beginn des Finales schien eine Sensation möglich. Jasmine Paolini, die als Nummer sieben gesetzt war, startete furios, breakte Swiatek im ersten Spiel und eilte schnell zu einer 3:0-Führung. Alles deutete auf eine Überraschung hin. Zumindest für ein paar Minuten. Denn just in dem Moment, als Paolini am Drücker war, kratzte Swiatek mit einem Ball, der die Linie nur um Millimeter traf, den entscheidenden Punkt. Es war der Beginn einer Wende, die das Spiel in neue Bahnen lenkte.
Von da an drehte die Weltranglistenzweite auf. Mit unerschütterlicher Ruhe holte sie vier Spiele in Serie, ging 5:3 in Führung und ließ sich zwar beim Aufschlag zum Satzgewinn noch einmal brechen, doch den letzten Punkt machte wieder sie: 7:5 im ersten Durchgang. Damit war klar: Wer Swiatek den Auftaktsatz überlässt, hat kaum noch Chancen. Ihre Statistik ist mittlerweile legendär: 105 Siege bei WTA-1000-Events, wenn sie den ersten Satz gewinnt.
Auch im zweiten Durchgang war es ein ständiges Hin und Her. Fünf Breaks in insgesamt zehn Spielen waren für die Zuschauer nervenaufreibend, aber sie waren auch ein Beweis dafür, wie sehr beide Spielerinnen kämpften. Paolini biss sich in jeder Rally fest und wollte nicht noch einmal im Schatten der Polin stehen. Doch Swiatek blieb eiskalt. Sechs Breakchancen boten sich ihr, und sie verwandelte alle sechs. Am Ende stand nach knapp zwei Stunden ein 7:5, 6:4, ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als es die Spannung auf dem Platz erahnen ließ.
Mit diesem Sieg hat Swiatek nun insgesamt 24 Titel auf der WTA Tour gewonnen, davon elf bei den prestigeträchtigen 1000er-Turnieren. Es ist bereits ihr zweiter großer Triumph im Jahr 2025, nur einen Monat nach ihrem Sieg in Wimbledon. „Ich weiß gar nicht, warum es immer die Turniere sind, bei denen ich anfangs nicht so viel erwarte“, lachte sie bei der Siegerehrung. „Danke an mein Team, dass ihr mich zwingt, auf allen Belägen besser zu werden.“
Für Jasmine Paolini bleibt am Ende die bittere Bilanz von fünf Matches gegen Swiatek und fünf Niederlagen. Doch Cincinnati könnte dennoch ein Wendepunkt für sie sein. Die Italienerin hatte zuvor eine Schwächephase mit nur drei Siegen aus vier Turnieren hinter sich. Hier aber spielte sie sich in einen Rausch, schlug Grand-Slam-Siegerinnen wie Barbora Krejcikova und zum dritten Mal in Folge auch Coco Gauff. Ihre Belohnung: Platz acht der Weltrangliste und damit ein Top-Seed für die US Open.
Die Rivalität zwischen Swiatek und Paolini könnte also gerade erst Fahrt aufnehmen. Zwar wirkte Swiatek im direkten Vergleich einmal mehr unantastbar, doch Paolinis Fortschritte sind unübersehbar. Was passiert, wenn sie sich in New York erneut begegnen? Und könnte Paolini dort endlich den Bann brechen?
Swiatek hingegen reist mit Rückenwind in die USA. Ihr Sieg in Cincinnati bedeutet nicht nur einen weiteren Pokal, sondern gibt ihr auch Selbstvertrauen für den Grand-Slam-Sommer. Die French Open und Wimbledon hat sie bereits gewonnen, nun könnte ein weiterer Titel bei den US Open folgen. Die Geschichte, die sie schreibt, scheint noch lange nicht zu Ende zu sein.
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