Einseitige Duelle, große Namen, klare Favoritensiege: Bei den French Open sortieren sich die Titelanwärterinnen, doch die deutschen Hoffnungsträgerinnen scheiden erneut früh aus.
Bei den diesjährigen French Open lässt Iga Swiatek bislang keine Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. In der zweiten Runde fertigte die viermalige Siegerin des Sandplatzklassikers die britische US-Open-Gewinnerin von 2021, Emma Raducanu, mit 6:1, 6:2 ab. Von Beginn an dominierte die Polin das Geschehen auf dem Court Philippe-Chatrier, sicherte sich früh ein Break und ließ ihrer Gegnerin kaum Luft zum Atmen.
Auch wenn Raducanu im zweiten Satz zunächst etwas besser mithalten konnte, drehte Swiatek in der entscheidenden Phase erneut auf. Nach nur 79 Minuten war das Match beendet. Für die 23-Jährige war es bereits der 23. Sieg in Folge bei den French Open. Im direkten Vergleich mit Raducanu steht es nun 5:0 für Swiatek.
In der nächsten Runde trifft sie auf die Siegerin der Partie zwischen Sara Bejlek aus Tschechien und Jaqueline Cristian aus Rumänien.
Auch Aryna Sabalenka, die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste, ließ nichts anbrennen. Gegen die Schweizerin Jil Teichmann zeigte sich die Belarussin dominant und siegte mit 6:3, 6:1, nur zu Beginn des Matches gab es kleinere Anlaufschwierigkeiten. Danach spielte Sabalenka ihre Power konsequent aus.
Ihre nächste Gegnerin ist eine Überraschung: Die Serbin Olga Danilovic setzte sich in einem engen Dreisatzduell gegen die favorisierte US-Amerikanerin Danielle Collins durch (6:4, 3:6, 6:4) und steht damit erstmals in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers.
Neben Swiatek und Sabalenka konnten sich auch weitere Mitfavoritinnen eindrucksvoll durchsetzen. Olympiasiegerin Qinwen Zheng dominierte die Kolumbianerin Emiliana Arango mit 6:2, 6:3 und bestätigte ihre starke Form auf dem roten Sand von Paris.
Auch Jasmine Paolini, Finalistin des Vorjahres, ließ gegen die Australierin Ajla Tomljanovic keine Zweifel aufkommen. Mit einem souveränen 6:2, 6:3 meldete sich die Italienerin in starker Verfassung zurück und zeigte, dass sie auch in diesem Jahr auf einen tiefen Turnierlauf hoffen kann.
Weniger erfreulich verlief der Donnerstag aus deutscher Sicht. Eva Lys, die bei den Australian Open im Januar noch für Furore gesorgt hatte, musste sich in der zweiten Runde der 18-jährigen Kanadierin Victoria Mboko geschlagen geben. In einem Spiel mit wenig Rhythmus und zahlreichen Fehlern unterlag die Hamburgerin mit 4:6, 4:6.
Mboko, die ihr Grand-Slam-Debüt bei den French Open feiert, zeigte vor allem in den entscheidenden Momenten mehr Nervenstärke. Lys wirkte im Vergleich zu ihrer Auftaktpartie weniger agil und zeigte sich selbstkritisch: „Ich war heute einfach nicht so flink wie in der ersten Runde, das war entscheidend.“
Trotz des Ausscheidens ließ sich die 22-Jährige nicht entmutigen. Der verpassten Chance trauerte sie nicht lange nach und stellte sich offen der Kritik: „Ich wusste, dass Mboko einen Lauf hat, aber das hätte ich besser lösen können.“
Damit findet auch in diesem Jahr die dritte Runde der French Open ohne deutsche Spielerin statt, zum dritten Mal in Folge.
Im Herrenturnier halten zumindest noch zwei deutsche Profis die Fahne hoch. Besonders bei Daniel Altmaier scheint sich der Trainerwechsel auszuzahlen. Der 25-Jährige arbeitet inzwischen mit dem ehemaligen argentinischen Weltklassespieler Alberto Mancini zusammen, der bereits Boris Becker einige unvergessliche Duelle lieferte. Auch eine längere Regenpause im vierten Satz brachte Altmaier nicht aus dem Konzept, die neue Südamerika-Connection scheint zu fruchten.
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