Struff zittert sich in den Wimbledon-Krimi, während Alcaraz weiter auf Titelkurs ist.
Jan-Lennard Struff lieferte sich einen epischen Fight, während Titelverteidiger Carlos Alcaraz den Rasen von Wimbledon weiter dominiert.
Das Herrenturnier von Wimbledon 2025 nimmt Fahrt auf und mittendrin sorgt ein deutsches Urgestein für Herzschlagmomente. Jan-Lennard Struff und Félix Auger-Aliassime lieferten sich auf Court 18 ein Duell, das die Nerven der Fans extrem strapazierte. Nach zwei hart umkämpften Sätzen steht es 1:1, die Fortsetzung folgt am Donnerstag. Dunkelheit und kühle Köpfe stoppten den Thriller vorerst. In der Satzpause entschieden sich beide Spieler für den Cut.
Der zweite Satz war nichts für schwache Nerven. Struff, der „Warsteiner”, kämpfte sich in den Tiebreak, und was dann folgte, war pures Drama. Zwar ließ die Quote beim ersten Aufschlag (49 Prozent) noch Luft nach oben, doch wenn der erste kam, war Struff kaum zu stoppen: 87 Prozent der Punkte holte er sich dann. Bereits beim Stand von 5:4 hatte er seinen ersten Satzball, den er jedoch vergab. Im Tiebreak folgte die wahre Bewährungsprobe: Vier Satzbälle wehrte der 35-Jährige ab, darunter drei in Serie, bevor er sich seinen vierten Satzball selbst erkämpfte und diesen eiskalt nutzte.
Der Deutsche servierte hart durch die Mitte, Auger-Aliassime kam noch heran, doch der Ball segelte unkontrolliert ins Aus. Ausgleich, alles offen, dieses Match schreit nach Fortsetzung.
Während Struff und Auger-Aliassime ihre Kräfte für das entscheidende Duell sammeln, zieht Carlos Alcaraz weiter unaufhaltsam seine Kreise. Der Titelverteidiger, der bereits 2023 und 2024 triumphierte, gab sich gegen den britischen Qualifikanten Oliver Tarvet keine Blöße. Mit 6:1, 6:4 und 6:4 ließ der Spanier nichts anbrennen.
Der Auftritt des Außenseiters war dabei durchaus respektabel. Tarvet, ein Collegespieler ohne nennenswertes Ranking, kämpfte sich ins Match und lag im zweiten Satz sogar mit einem Break vorn. Doch Alcaraz, der in der ersten Runde gegen Fabio Fognini noch wackelte, stellte schnell klar, wer der Herr im Haus ist. Ohne Drama, aber mit der ganzen Klasse eines Champions, sicherte er sich den Sieg. Sein nächster Gegner? Der Gewinner des epischen Struff-Dramas.
Auch sonst geht es auf den heiligen Rasenplätzen zur Sache. Das brasilianische Talent João Fonseca sorgt für Schlagzeilen. Mit einem 6:4, 5:7, 6:2 und 6:4 gegen Jenson Brooksby ist der 18-Jährige erstmals in die Top 50 der Weltrangliste eingezogen. Nun wartet Nicolas Jarry, der sich mühelos gegen Learner Tien durchsetzte, auf ihn.
Der britische Lokalmatador Cameron Norrie lieferte seinerseits einen echten Krimi ab. Gegen Frances Tiafoe drehte er nach verlorenem ersten Satz mächtig auf und rang den US-Amerikaner in vier Sätzen nieder. Als Belohnung für das Comeback wartet in der dritten Runde entweder Jiri Lehecka oder Mattia Bellucci, die Fans dürfen hoffen.
Und dann wäre da noch Karen Khachanov. Der Russe musste gegen den japanischen Qualifikanten Shintaro Muchizuki tief in die Tasche greifen. Erst nach fünf umkämpften Sätzen rettete er sich in die nächste Runde.
Wimbledon 2025 liefert bisher alles, was das Tennisherz begehrt: epische Tiebreaks, dramatische Fünf-Satz-Schlachten und Dominatoren wie Alcaraz, der klar Kurs auf den Hattrick nimmt. Und doch hat das Match zwischen Struff und Auger-Aliassime das Potenzial, diese Bühne vorerst zu stehlen. Der Showdown am Donnerstag ist ein Pflichttermin.
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