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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Struff unterliegt Djokovic

Novak Djokovic gewann souverän gegen Jan-Lennard Struff und trifft nun im Viertelfinale der US Open auf Taylor Fritz. Kann der Amerikaner den Bann endlich brechen oder schreibt Djokovic die nächste Dominanz-Geschichte?

Die Night Session im Arthur Ashe Stadium ist für viele Spieler ein Traum, doch für Jan-Lennard Struff wurde sie zur härtesten Prüfung seiner Karriere. Kaum hatten die Zuschauer Platz genommen, lag der Warsteiner schon mit 0:4 zurück. Gegen Novak Djokovic, der in dieser Arena längst zu Hause ist, ein Albtraumstart. Doch Struff wehrte sich, nahm dem 24-fachen Grand-Slam-Champion den Aufschlag ab und zeigte, dass er nicht nur als Sparringspartner angereist war. Dennoch ging der erste Satz mit 3:6 an den Serben. Das Grundmuster des Abends war damit gesetzt.

Djokovic, inzwischen 38 Jahre alt und immer noch unersättlich, schien das Match zu kontrollieren. Doch erneut waren es die kleinen Sorgen um seinen Körper, die Fragen aufwarfen. Schon nach dem ersten Satz nahm er eine medizinische Auszeit, diesmal wegen der Schulter. Später war es der Schlagarm, der behandelt wurde. Serbische Reporter vor Ort raunten, dass nur Djokovic selbst wisse, wie es wirklich um ihn stehe. Für Struff war dies allerdings eine bittere Randnotiz, denn der Favorit auf der anderen Seite des Netzes agierte zu konstant und zu präzise.

Dabei bekam Struff prominente Unterstützung: Mats Hummels saß in seiner Box und drückte dem langjährigen BVB-Fan die Daumen. Doch auch dieser Rückhalt konnte nicht verhindern, dass Djokovic mit routinierter Abgeklärtheit Punkt um Punkt sammelte. Nach 75 Minuten war der zweite Satz mit 6:3 Geschichte. Im dritten Durchgang setzte sich das Bild fort: frühes Break, nie wirklich in Gefahr. Am Ende stand ein klares 6:3, 6:3, 6:2.

Struff hatte sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt und dort drei beeindruckende Runden hingelegt. Doch es war zu viel verlangt, ausgerechnet gegen den erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten einen 0:2-Satzrückstand zu drehen. Zwar konnte der erste Matchball abgewehrt werden, doch wenige Minuten später machte Djokovic den Deckel drauf.

Und nun also Taylor Fritz. Für Djokovic klingt das nach einem vertrauten Kapitel: Zehnmal standen sich die beiden bislang gegenüber – und zehnmal gewann der Serbe. Eine Bilanz, die kaum Hoffnungen auf einen Überraschungssieg zulässt. Fritz, der beim 6:4, 6:3, 6:3 gegen Tomas Machac überzeugend agierte, wird sich dennoch nicht kampflos ergeben. Der US-Amerikaner hat in New York sein zweites Zuhause gefunden. Allerdings nicht im Arthur Ashe Stadium, sondern im Louis Armstrong Stadium, wo er alle seine bisherigen Matches dieses Turniers bestritten hat. Erst jetzt darf er auf die größte Bühne. Ausgerechnet dort wartet sein Angstgegner.

Das dürfte Djokovic nur recht sein. Der Rekordmann, der seit Jahren nicht nur Matches, sondern auch Rekorde sammelt, riecht seine Chance auf den nächsten Coup. Für Fritz hingegen ist es die wohl schwierigste Aufgabe seiner Karriere. Kann ihn das Heimpublikum tragen?

Währenddessen wächst auf der anderen Turnierhälfte die Spannung ebenfalls. Carlos Alcaraz, der neue Liebling der Szene, marschierte ohne Satzverlust ins Viertelfinale. Gegen Arthur Rinderknech zeigte er beim 7:6 (3), 6:3, 6:4, dass Nervenstärke und jugendlicher Elan eine gefährliche Mischung sein können. Jiri Lehecka stoppte wiederum den Lauf von Adrian Mannarino in vier Sätzen und darf nun vom großen Wurf träumen.

Damit ist die Bühne bereitet. Auf der einen Seite steht das jugendliche Feuer von Alcaraz, auf der anderen die scheinbar unerschütterliche Routine von Djokovic. Dazwischen lauern Herausforderer wie Fritz und Lehecka, die ihre Chance wittern. Doch die große Frage bleibt: Ist Novak Djokovic auch 2025 noch unschlagbar, wenn es darauf ankommt, oder gelingt einem der Verfolger endlich der Coup, der die Tenniswelt erschüttern würde?

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