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Struff ist raus, Zverev und Engel sind noch im Rennen

Bei den BOSS OPEN in Stuttgart läuft für die US-Amerikaner vieles nach Plan. Jan-Lennard Struff hingegen ist raus, während Taylor Fritz und Ben Shelton ins Viertelfinale einziehen. Zverev greift am Donnerstag ein.

Die Sonne über Stuttgart scheint aktuell besonders hell auf die Stars aus den USA. Mit Ben Shelton und Taylor Fritz stehen gleich zwei Topspieler aus Übersee im Viertelfinale der BOSS OPEN, ein klares Signal Richtung Endrunde. Während die Amerikaner souverän durchmarschieren, kam für den deutschen Hoffnungsträger Jan-Lennard Struff im Achtelfinale das Aus. Gegen den Tschechen Jiří Lehečka konnte der Warsteiner nicht an frühere Glanzleistungen anknüpfen und verlor in zwei Sätzen mit 4:6 und 5:7.

Damit bleibt das heimische Kontingent im Turnier überschaubar: Lediglich Alexander Zverev und der junge Justin Engel kämpfen noch um den Einzug in die nächste Runde.

Struff, derzeit auf Rang 103 der Weltrangliste, startete trotz Wildcard mit hohen Ambitionen ins Match, hatte jedoch bereits in den ersten Aufschlagspielen Mühe. Zwar konnte er anfängliche Breakchancen gegen sich abwehren, doch der Druck von Lehecka nahm spürbar zu. Im fünften Spiel des ersten Satzes unterliefen dem 35-Jährigen in einer nervösen Phase zwei Doppelfehler und ein Vorhandfehler, die dem Tschechen das entscheidende Break praktisch auf dem Silbertablett servierten. Lehecka ließ sich nicht zweimal bitten, hielt seinen Aufschlag souverän und holte sich den ersten Durchgang nach 43 Minuten mit 6:4.

Im zweiten Satz schienen zunächst beide Spieler ihre Aufschlagspiele sicher im Griff zu haben. Struff stellte auf 4:3 und verteidigte sich tapfer gegen die zunehmend druckvollen Returns seines Gegners. Doch wie schon im ersten Satz war es Lehečka, der im entscheidenden Moment das Tempo erhöhte. Mit aggressiven Returns schnappte er sich das Break zum 6:5 und ließ bei eigenem Aufschlag nichts mehr anbrennen. Ein glattes Zu-Null-Spiel beendete Struffs Hoffnungen auf ein weiteres Heimspiel in Stuttgart. Für Lehecka geht es nun gegen Ben Shelton.

Apropos Shelton: Der 22-Jährige aus Atlanta präsentiert sich in Stuttgart in Bestform. Nach seinem starken Auftritt bei den French Open, bei denen er erst im Achtelfinale am späteren Turniersieger Carlos Alcaraz scheiterte, ist Shelton auf Rasen weiterhin ungeschlagen. Gegen den französischen Routinier Pierre-Hugues Herbert setzte sich der Weltranglisten-Zwölfte mit 7:6 (4) und 7:5 durch. Besonders sein wuchtiger Aufschlag und seine explosiven Grundlinienschläge sorgten immer wieder für Szenenapplaus. Der selbstbewusste Linkshänder steht aktuell auf einem persönlichen Karrierehoch und scheint gewillt, auch in Stuttgart ein Wörtchen um den Titel mitzureden.

Nicht minder überzeugend präsentierte sich Taylor Fritz. Der an Nummer zwei gesetzte 27-Jährige bezwang Quentin Halys mit 6:3 und 7:6 (6) und zog damit ebenfalls ins Viertelfinale ein. Nach einer bislang durchwachsenen Saison, in der er unter anderem mit Bauchmuskelproblemen zu kämpfen hatte, wirkt Fritz wieder stabil und fokussiert. Sein nächster Gegner ist der Ungar Marton Fucsovics, der seinerseits mit einem 7:6 (4), 6:3 gegen Arthur Rinderknech für klare Verhältnisse sorgte.

Während sich in Stuttgart also eine US-Welle formiert, warten die deutschen Fans gespannt auf die nächsten Auftritte der verbliebenen Lokalmatadoren. Alexander Zverev, der an Position eins gesetzt ist, steigt erst am Donnerstag ins Geschehen ein. Er trifft auf den trickreichen Franzosen Corentin Moutet, der für unberechenbare Momente bekannt ist und Zverev sicherlich alles abverlangen wird. Ebenfalls am Donnerstag steht Justin Engel, Nachwuchshoffnung aus dem DTB-Kader, auf dem Platz. Für ihn geht es um das Viertelfinale und einen weiteren großen Schritt in Richtung Profikarriere.

Die BOSS OPEN liefern bereits jetzt Spannung, starke Namen und hochklassiges Tennis. Während die Amerikaner das Geschehen dominieren, ruhen die Hoffnungen der deutschen Fans nun auf Zverev, der vielleicht letzte Trumpf im heimischen Rasenpoker von Stuttgart.

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