Struff kämpft sich stark in die zweite Runde, Alcaraz glänzt trotz neuem Look und die Hoffnungen der Deutschen wachsen. Doch wie weit können sie in New York wirklich kommen?
Die US Open 2025 haben gerade erst begonnen und schon jetzt wirbeln sie die Tenniswelt durcheinander. Jan-Lennard Struff gewann sein Auftaktmatch gegen Mackenzie McDonald in vier Sätzen und trifft nun auf Holger Rune. Carlos Alcaraz ließ sich weder von seinem neuen Haarschnitt noch von Reilly Opelkas Aufschlag-Geschossen beeindrucken. Ein Turnier, das gerade erst begonnen hat und schon jetzt jede Menge Geschichten schreibt.
Für Jan-Lennard Struff lief es zu Beginn alles andere als nach Plan. McDonald schnappte sich den ersten Satz und schien nach einem Break im zweiten Durchgang auf dem Weg zu einer Überraschung zu sein. Doch Struff, der sich überhaupt erst durch die Qualifikation ins Hauptfeld gearbeitet hatte, drehte das Match. Mit 3:6, 7:6 (4), 6:3 und 6:3 holte er sich nicht nur den Sieg, sondern auch eine Menge Selbstvertrauen. Besonders im vierten Satz zeigte der Deutsche seine physische und mentale Überlegenheit.
Und jetzt? Ausgerechnet Holger Rune wartet. Da werden Erinnerungen wach an München 2024, als Struff den Dänen mit 6:2, 6:0 spektakulär abfertigte und im Anschluss sein bislang einziges ATP-Turnier gewann. Kann er diese Geschichte in New York wiederholen? Für deutsche Fans wäre es eine Sensation und ein Ausrufezeichen gleich zu Beginn der US Open.
Während Struff die zweite Runde somit bereits erreicht hat, dürfen morgen Daniel Altmaier und Alexander Zverev nachlegen. Altmaier trifft am Nachmittag auf den Serben Hamad Medjedovic und Zverev bekommt es in der Night Session mit Alejandro Tabilo zu tun. Besonders auf Zverev ruhen große Hoffnungen, da er zuletzt wieder Schritt für Schritt zur alten Form zurückgefunden hat.
Auf den großen Plätzen von Flushing Meadows sorgte Carlos Alcaraz indes nicht nur mit seinem Spiel für Aufsehen. Der Spanier, Champion von 2022, betrat den Court gegen Reilly Opelka mit einem fast kahlgeschorenen Kopf. Ein Look, der bei Fans und Kommentatoren für Gesprächsstoff sorgte. Doch der 22-Jährige ließ sich davon nicht beirren und zeigte eine konzentrierte Leistung.
Gegen Opelka, dessen Aufschläge mitunter wie Kanonenschläge wirken, nutzte Alcaraz die wenigen sich bietenden Chancen eiskalt. Drei Sätze, 6:4, 7:5, 6:4 und der Favorit marschiert in die zweite Runde. „Man hat nie das Gefühl, das Spiel gegen Opelka selbst in der Hand zu haben“, gestand Alcaraz später im Interview. Umso zufriedener war er mit seiner Effizienz, die ihm nach knapp zwei Stunden den Sieg brachte.
In der zweiten Runde trifft der Spanier nun auf Mattia Belucci. Der Italiener profitierte vom verletzungsbedingten Aus von Jerry Shang und dürfte für Alcaraz ein machbares Los sein. Dennoch haben gerade die US Open schon öfter gezeigt, dass vermeintlich klare Partien plötzlich kippen können.
Auch andere Favoriten gaben sich keine Blöße. Casper Ruud bezwang Sebastian Ofner souverän in drei Sätzen und Andrey Rublev ließ Dino Prizmic ebenfalls keine Chance. Der Publikumsliebling aus den USA, Frances Tiafoe, dominierte Yoshihito Nishioka fast nach Belieben. Schwer kämpfen musste dagegen Flavio Cobolli, der sich erst nach großem Ringen gegen seinen Landsmann Francesco Passaro durchsetzen konnte.
Und dann wäre da natürlich noch Holger Rune, der sein Match gegen Botic van de Zandschulp ebenfalls klar gewann. Damit ist die Bühne bereitet für ein packendes Duell: Rune gegen Struff, skandinavisches Top-Talent gegen deutschen Kraftspieler. Eine Paarung, die Spannung verspricht und bei der die Erinnerung an das Match in München mitschwingt.
Die US Open 2025 haben gerade erst begonnen, doch schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass dieses Turnier wieder alles bieten wird, was das Tennisherz begehrt: Es wird Dramen in der Hitze von New York geben, Favoriten werden straucheln, Underdogs werden auftrumpfen und am Ende stellt sich die Frage: Wer setzt das letzte Ausrufezeichen vor den French Open 2026?
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