Ein Finale, das nach Funkenflug schreit: In Cincinnati treffen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz erneut aufeinander und schreiben damit das nächste Kapitel ihrer Rivalität, die Tennisfans weltweit elektrisiert.
Die vierte Finalbegegnung in nur drei Monaten zeigt bereits, wie sehr die Rivalität zwischen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz den Tennissommer 2025 geprägt hat. Ob in Rom, bei den French Open oder in Wimbledon: Überall, wo es zuletzt um große Titel ging, standen sich die beiden Jungstars gegenüber. Nun also Cincinnati. Am Montag um 21 Uhr deutscher Zeit steigt das nächste Spektakel.
Spannender könnte die Konstellation kaum sein: Die Nummer eins der Welt trifft auf die Nummer zwei, der Titelverteidiger auf den Herausforderer, Mr. Konstanz auf Mr. Genialität. Sinner ist ohne Satzverlust ins Finale marschiert und strebt seinen achten Masters-1000-Titel an. Dazu kommt eine beeindruckende Serie von 26 Siegen in Folge auf Hartplatz. Wer so souverän durch ein Turnier pflügt, braucht keine großen Worte. Und doch sagte der Südtiroler nach dem Halbfinalerfolg gegen Terence Atmane beinahe bescheiden: „Es wird ein sehr schwieriges Match, aber hoffentlich ein sehr gutes, für uns Spieler, aber auch für die Fans.“
Alcaraz musste auf dem Weg ins Endspiel etwas mehr leiden. Doch seine Opferliste liest sich eindrucksvoll: Im Viertelfinale eliminierte er Andrey Rublev und im Halbfinale Alexander Zverev. Der Spanier hat damit einmal mehr bewiesen, dass er gerade gegen Topgegner sein bestes Tennis abrufen kann. Nun jagt er bereits seinen sechsten Titel der Saison. „Ich bin gespannt und freue mich darauf“, erklärte er. „Jannik ist aktuell wahrscheinlich der beste Spieler der Welt auf Hartplätzen, vielleicht sogar auf allen Belägen. Aber genau diese Herausforderung will ich.“
Wer die jüngsten Kapitel dieses Duells verfolgt hat, weiß, dass Dramatik garantiert ist. Erinnern wir uns: Bei den French Open ließ Sinner drei Matchbälle aus und verlor gegen Alcaraz . Es war seine fünfte Niederlage in Folge gegen den Spanier. Doch in Wimbledon kam die Wende. Sinner triumphierte in vier Sätzen und feierte seinen ersten Titel auf dem heiligen Rasen. Damit verkürzte er den direkten Vergleich auf 5:8.
Es ist diese Mischung aus Gegensätzen, die diese Rivalität so besonders macht. Sinner überzeugt mit präzisen Aufschlägen, klaren Linien und einem beinahe fehlerfreien Spiel. Alcaraz hingegen ist ein Instinktspieler, der mit schier unmöglichen Schlägen plötzlich ganze Matches kippen kann. Wenn diese beiden Welten aufeinandertreffen, entsteht Tennis, das selbst neutrale Zuschauer in seinen Bann zieht.
„Er hat keine Schwächen. Jeder Punkt ist hart erkämpft. Du leidest vom ersten bis zum letzten Ball“, schwärmte Alcaraz am Samstag über Sinner. Das sind Lobeshymnen, die nicht gespielt klingen, sondern aus echter Bewunderung stammen und die Spannung gleichzeitig steigern. Denn wer wird am Ende den längeren Atem haben?
Auch das große Ganze darf nicht vergessen werden: Beide sind zwar bereits für die ATP Finals in Turin qualifiziert, doch im Rennen um die Jahresendposition Nummer eins zählt jeder Punkt. Alcaraz führt derzeit mit 1.540 Zählern Vorsprung. Sollte Sinner in Cincinnati gewinnen, schrumpft der Abstand auf 1 190 Punkte. Rechtzeitig vor den US Open. Für Alcaraz wiederum könnte ein Sieg die Tür noch weiter aufstoßen. Dann läge er komfortable 1 890 Punkte vorne und würde zudem eine persönliche Rechnung begleichen. 2023 hatte er im Finale gegen Novak Djokovic in Cincinnati einen Matchball vergeben. Eine schmerzhafte Erinnerung, die er unbedingt auslöschen will.
Wird Sinners beeindruckende Serie auf Hartplatz weitergehen oder schlägt Alcaraz zurück und holt endlich seinen ersten Titel in Ohio? Sicher ist nur eins: Dieses Finale wird nicht nur ein Tennismatch sein, sondern das nächste Kapitel einer der spannendsten Rivalitäten der Gegenwart.
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