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Tennis
  1. TENNIS

Sinner bleibt unaufhaltsam

Jannik Sinner stürmt durch Wimbledon und bleibt dabei ohne Satzverlust. Der aktuelle Weltranglistenerste greift nach einem historischen Triumph und weckt damit große Erwartungen.

Das Grün von Wimbledon hat seine eigenen Gesetze. Doch einer, der sich davon bislang wenig beeindrucken lässt, ist Jannik Sinner. Der Weltranglistenerste präsentiert sich auf dem heiligen Rasen in Bestform und bleibt auf Kurs Richtung Wimbledon-Titel.

In der zweiten Runde fegte der 23-jährige Italiener den Australier Aleksandar Vukic in nur 1:00 Stunde mit 6:1, 6:1, 6:3 vom Platz. Dabei agierte Sinner nahezu makellos, wehrte alle vier Breakbälle seines Gegners ab und machte mit zwei Assen den Deckel zu. Selbst fünf vergebene Matchbälle im letzten Spiel brachten ihn nicht aus dem Konzept.

„Ich habe es genossen, weil ich gewonnen habe“, grinste Sinner nach dem Match. „Auf dem Centre Court zu spielen, ist immer etwas ganz Besonderes.“

Der Weg nach Wimbledon verlief für den Italiener allerdings nicht reibungslos. Noch im Juni musste er eine schmerzhafte Fünf-Satz-Niederlage im Finale der French Open gegen Carlos Alcaraz verkraften, gefolgt von einem überraschenden Zweitrunden-Aus in Halle gegen Alexander Bublik. Doch davon ist auf dem Rasen von SW19 bislang nichts zu sehen. Sinner präsentiert sich nervenstark und ist der einzige Spieler im Feld, der bislang ohne Satzverlust ist.

In Wimbledon steht er zum vierten Mal in Folge in der dritten Runde. Sein Ziel ist klar: der vierte Grand-Slam-Titel, der erste auf dem Londoner Rasen und der erste seit seinem Triumph bei den Australian Open Anfang des Jahres. Nächster Gegner auf seiner Mission ist der Spanier Pedro Martinez.

Sinner weiß jedoch, dass die Konkurrenz nicht schläft: „Jeder Gegner ist gefährlich. Drittrunden-Matches bei Grand Slams haben ihre eigenen Gesetze“, betonte er. „Wir haben bereits einige Überraschungen gesehen, deshalb gilt es, fokussiert zu bleiben. Heute war mein Level gut, aber es gibt noch Dinge, die ich verbessern kann.“

Und tatsächlich gleicht Wimbledon in diesem Jahr für die Favoriten einem Minenfeld. Bereits in der ersten Runde erwischte es 13 gesetzte Spieler, was einen neuen Negativrekord darstellt. Darunter waren auch die prominenten Namen Alexander Zverev (Nr. 3 der Welt) und Lorenzo Musetti (Nr. 7). Am Donnerstag schied dann auch Jack Draper aus, der sich Marin Cilic geschlagen geben musste. Sinner selbst blieb von diesem „Favoritensterben“ bislang verschont und scheint daraus zusätzliche Motivation zu ziehen.

Zwar bleibt ihm die Spitzenposition in der Weltrangliste unabhängig vom Turnierausgang sicher. Doch im Rennen um den Titel des Jahresend-Nummer-eins-Spielers (ATP Year End No. 1) will er Druck auf den aktuell Führenden, Carlos Alcaraz, ausüben. Der Spanier hat dort momentan noch einen Vorsprung von 2 240 Punkten.

Sinners bisher bestes Ergebnis in Wimbledon stammt aus dem Jahr 2022, als er im Halbfinale an Novak Đoković scheiterte. In diesem Jahr könnte es zur Neuauflage dieses Duells kommen, denn der 38-jährige Serbe wartet nach der Setzliste wieder als möglicher Gegner im Halbfinale.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Sinner scheint bereit zu sein, ihn zu gehen. Ruhig, fokussiert und voller Selbstbewusstsein ist er ein Italiener auf der Jagd nach Tennisgeschichte.

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