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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Sinner auf dem Weg zur Nummer 1 und kein bisschen müde

Jannik Sinner zündet in Paris den Turbo: Mit einem souveränen Auftaktsieg beim Masters greift der Italiener nach Platz eins der Weltrangliste. Gleichzeitig sorgt Valentin Vacherot erneut für familiäre Spannung, indem er seinen Cousin schlägt.

Ein anderer Schauplatz, dieselbe Dominanz: Nur vier Tage nach seinem Titelgewinn in Wien zeigte Jannik Sinner beim ATP-Masters in Paris erneut, warum er aktuell der erfolgreichste Spieler auf der Tour ist. Der Italiener fegte Zizou Bergs mit 6:4, 6:2 vom Platz und das, obwohl der Belgier alles andere als ein dankbarer Auftaktgegner war. Doch Sinner spielte mit einer Ruhe und Präzision, als hätte er nie eine Pause gebraucht.

Bereits das erste Aufschlagspiel von Bergs dauerte zwölf Minuten. Er konnte vier Breakbälle abwehren, doch den fünften nutzte Sinner eiskalt. Von da an war klar, wer hier den Takt vorgab. Der 22-Jährige servierte souverän, gab keinen einzigen Breakball ab und gewann laut ATP-Statistik 77 Prozent seiner Punkte beim ersten Aufschlag. Das Ergebnis war ein klarer Zweisatzsieg in nur 88 Minuten.

Mit diesem Erfolg verlängerte Sinner seine Siegesserie auf Hallen-Hartplätzen auf beeindruckende 22 Matches. Noch wichtiger ist, dass durch das frühe Aus von Carlos Alcaraz in Paris der Weg zur Weltranglistenspitze plötzlich offenliegt. Sollte Sinner den Titel holen, würde er am kommenden Montag erstmals seit Monaten wieder als Nummer eins der Welt geführt werden.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Bewegung heute“, sagte Sinner nach dem Match. „Der Belag hier ist speziell, ich hatte hier früher immer Schwierigkeiten. Umso glücklicher bin ich über den gelungenen Start. Besonders freut mich, wie gut ich serviert habe.“

Als Nächstes trifft der Italiener auf Francisco Cerundolo, der Miomir Kecmanovic in einem hart umkämpften Dreisatzmatch mit 7:5, 1:6, 7:6 (4) besiegte. Cerúndolo ist für seine Ausdauer bekannt, doch Sinner scheint momentan kaum zu stoppen. Die Frage lautet: Wer kann ihn überhaupt noch bremsen?

Vacherot besiegt erneut Cousin

Während Sinner mühelos durchmarschierte, spielte sich auf dem Nebenplatz eine ganz andere Geschichte ab, die Stoff für ein Familiendrama bietet. In Paris traf Valentin Vacherot erneut auf seinen Cousin Arthur Rinderknech und behielt wie schon beim Masters in Shanghai die Oberhand.

In einem intensiven Dreisatzduell kämpfte sich der Monegasse nach Fehlern und Rückschlägen zurück und gewann schließlich zum neunten Mal in Folge bei einem Masters-1000-Turnier. „Arthur spielt momentan wirklich gut. Es war von Anfang bis Ende hart“, sagte Vacherot nach dem Match. „Ich habe viele Fehler gemacht, es war sicher nicht perfekt. Aber ich habe großes Vertrauen in mich selbst.“

Der Sieg bedeutet für Vacherot nicht nur den Einzug in die dritte Runde, sondern auch ein neues Karrierehoch: In der Live-Weltrangliste klettert er auf Platz 37. Dort wartet nun mit Cameron Norrie kein Geringerer als der Mann, der Alcaraz aus dem Turnier warf. Ein Deja-vu für Vacherot, ein erneuter Schock für Rinderknech und ein Beweis, dass familiäre Bande im Tennis keine Gnade kennen.

Medvedev rückt kampflos vor, die Spannung in Paris steigt

Auch Daniil Medvedev profitierte am Mittwoch von einer Verletzung seines Gegners Grigor Dimitrov, der wegen Schulterproblemen nicht antreten konnte. Damit steht der Russe ohne einen Schlag in der nächsten Runde. Das Tableau verdichtet sich zusehends: Sinner, Medvedev, Norrie und Vacherot sind allesamt Spieler, die noch von einem großen Coup träumen.

Für Jannik Sinner geht es nun nicht nur um einen Titel, sondern um ein Statement. Nach seiner beeindruckenden Entwicklung in diesem Jahr könnte Paris zum Schauplatz seiner endgültigen Krönung werden. Der Druck ist enorm, die Chance riesig und die Form spricht klar für den Südtiroler.

Wird er die Nerven behalten und sich die Nummer eins tatsächlich zurückholen? Die Antwort könnte in wenigen Tagen in der La Defense Arena fallen und die Tenniswelt würde ein weiteres Kapitel im Aufstieg dieses Ausnahmetalents erleben.

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