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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Showdown in New York: Sinner gegen Alcaraz

Ein Finalduell, wie es sich Tennis-Fans kaum besser ausmalen könnten: Jannik Sinner und Carlos Alcaraz kämpfen bei den US Open um den Titel und zusätzlich um die Nummer eins der Welt.

Die Nacht im Arthur Ashe Stadium hatte schon einige Glanzlichter gesehen, doch als Jannik Sinner nach über drei Stunden Spielzeit die Faust ballte, war klar: Das Endspiel der US Open 2025 wird zum Gipfeltreffen zweier Giganten. Der Weltranglistenerste kämpfte sich trotz körperlicher Probleme mit 6:1, 3:6, 6:3 und 6:4 gegen Felix Auger-Aliassime ins Finale und trifft dort auf seinen ewigen Rivalen Carlos Alcaraz.

Dabei sah es zeitweise so aus, als könnte die Partie kippen. Auger-Aliassime, der meist im Schatten der Großen steht, spielte phasenweise wie entfesselt. Nach einem klaren ersten Satz für Sinner packte der Kanadier plötzlich sein bestes Tennis aus, zog ans Netz und überraschte mit druckvollen Angriffen. So holte er sich den zweiten Satz. Die Zuschauer spürten: Hier könnte mehr gehen.

Doch Sinner, dieser unbeirrbare Norditaliener, ließ sich nicht aus der Spur bringen. Zwar musste er den Physiotherapeuten rufen, eine Auszeit nehmen und wirkte angeschlagen. Bauch, Hüfte, Aufschlag, gleich mehrere Baustellen schienen ihn zu plagen. Aber gerade in dieser Phase zeigte er, warum er die Nummer eins ist: mit klarem Kopf, präzisen Grundschlägen und einem Break zur rechten Zeit. 6:3 im dritten Satz. Die Halle tobte.

Im vierten Durchgang gelang Sinner das frühe Break und diesmal ließ er nichts mehr anbrennen. Auger-Aliassime kämpfte, rannte und riskierte alles, doch der Favorit spielte die Partie souverän zu Ende. Nach 3:21 Stunden stand fest: Sinner greift nach seinem zweiten US-Open-Titel in Folge.

Während Sinner sich noch erholte, hatte Alcaraz sein Werk bereits vollbracht und wie! Der Spanier besiegte Novak Đoković in drei Sätzen und setzte damit ein Statement. 6:4, 7:6, 6:2, ohne Hängen und Würgen, sondern mit jugendlicher Wucht und kalter Präzision.

Schon der Auftakt war ein Paukenschlag: Break gleich im ersten Spiel und der Satz ging nach 45 Minuten an Alcaraz. Djokovic, der mit 38 Jahren längst an einem Punkt angelangt ist, an dem er seinen Kalender rigoros ausgedünnt hat, stemmte sich mit all seiner Erfahrung dagegen. Im zweiten Satz lag er 2:0 vorne, das Stadion bebte. Doch Alcaraz blieb cool, holte das Re-Break, spielte sich ins Tiebreak und gewann es mit einem Schub Selbstvertrauen, der Djokovic spürbar den Stecker zog.

Von da an war es ein Spiel auf ein Tor. Djokovic ließ sich die Schulter massieren, doch sein Tank war leer. Alcaraz hingegen wirkte, als könne er die ganze Nacht durchspielen. Beim Stand von 5:2 hatte er Matchball und nutzte gleich den ersten. 2:23 Stunden, eine Machtdemonstration.

Und so kommt es am Sonntag zum Duell, das längst mehr ist als nur ein Tennismatch. Sinner gegen Alcaraz, diese Rivalität hat das Jahr 2025 geprägt. In Rom, bei den French Open, in Wimbledon, in Cincinnati und nun in New York: Immer, wenn beide ins Finale kamen, standen sie sich gegenüber. Vier Endspiele in Serie, drei Siege für Alcaraz. Mal mit dramatischer Rettung nach Matchbällen, mal nach Aufgabe des Gegners. Jeder dieser Kämpfe schrieb seine eigenen Geschichten.

Diesmal aber geht es nicht nur um die Trophäe der US Open. Sollte Alcaraz gewinnen, würde er Platz eins im ATP-Ranking übernehmen. Sinner könnte somit nicht nur den Titel, sondern auch die Führung in der Rangliste verlieren. Ein Szenario, das dem Finale zusätzliche Schärfe verleiht.

Wer setzt sich durch? Der unerschütterliche Norditaliener, der trotz Schmerzen seinen Weg geht? Oder der spanische Wirbelwind, der Djokovic in die Knie zwang und voller Selbstvertrauen steckt? 

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