Finale im Hochspannungsmodus: Ben Shelton triumphiert in Toronto nach einem epischen Dreisatz-Krimi gegen Karen Khachanov und erlebt damit den größten Moment seiner jungen Karriere.
Wer glaubt, Tennistitel würden nüchtern auf dem Papier entschieden, der hätte dieses Endspiel sehen müssen. Ben Shelton, der 22-jährige US-Aufschlagriese, und Karen Khachanov, der hart schlagende Russe, lieferten sich beim ATP-Masters-1000 in Toronto ein Finale, das alles hatte: verpasste Chancen, mentale Achterbahnfahrten und einen Hauch von Theater inklusive sarkastischer Weihnachtsgrüße mitten im Sommer.
Dabei begann es aus Sicht von Khachanov fast zu perfekt. Im ersten Satz führte er 5:4, hatte nur noch den eigenen Aufschlag zwischen sich und dem Satzgewinn – und stolperte. Shelton holte Satzbälle, doch Khachanov rettete sich ins Tiebreak. Dort lag Shelton zunächst vorne, doch am Ende schnappte sich der Russe den Durchgang mit 7:5.
Im zweiten Satz wurde es kurios. Das elektronische Hawkeye spielte zwar optisch mit, schwieg aber akustisch. Stuhlschiedsrichter Fergus Murphy versicherte: „Alles funktioniert“, nur eben nicht so, wie man es gewohnt war. Shelton nahm es gelassen, schenkte Khachanov sogar zweimal einen neuen ersten Aufschlag und kommentierte trocken: „Warum nicht? It’s Christmas!“
Sportlich blieb es eng, bis Shelton beim Stand von 5:4 das einzige Break des Satzes gelang, nachdem er vier Chancen zum Rebreak abgewehrt hatte.
Im entscheidenden Durchgang hielten beide ihren Aufschlag wie eine Festung. Shelton gab bis zum Tiebreak nur vier Punkte bei eigenem Service ab. Dort schnappte er sich gleich das Mini-Break, hämmerte zwei Asse hinterher und ließ Khachanov zwar noch einmal auf 3:2 herankommen. Doch dann machte der Amerikaner ernst. Ein krachender Return-Winner brachte ihm vier Matchbälle; beim zweiten landete Khachanovs Ball im Netz.
Der Lohn war der erste Masters-1000-Titel seiner Karriere und das, nachdem er im Turnier bereits drei dritte Sätze im Tiebreak gewonnen hatte, zuvor schon gegen Brandon Nakashima und Flavio Cobolli.
Die Tour gönnt keine Pause. Bereits in Cincinnati steht das nächste Masters an. Khachanov bekommt es dort nach einem Freilos mit dem Sieger aus der Partie Valentin Royer gegen Sebastian Ofner zu tun, Shelton trifft auf Kei Nishikori oder Camilo Ugo Carabelli.
Auch die nächste Tennisgeneration macht in Cincinnati auf sich aufmerksam: Der 17-jährige Brasilianer João Fonseca gewann zum Auftakt gegen Bu Yunchaokete aus China mit 4:6, 6:2, 7:5, nachdem er wacklig gestartet war. Für ihn war es der erste Sieg des US-Hartplatzsommers, nachdem er in Toronto noch in der ersten Runde an Tristan Schoolkate gescheitert war.
Jetzt wartet mit Alejandro Davidovich Fokina ein echter Prüfstein auf ihn. Der Spanier stand gerade erst im Endspiel von Washington.
In Cincinnati sind diesmal mit Jannik Sinner und Carlos Alcaraz auch die beiden derzeitigen Aushängeschilder der Tour wieder dabei. Sinner trifft nach einem Freilos auf Daniel Elahi Galan oder Vit Kopriva, Alcaraz auf Mattia Bellucci oder Damir Dzumhur.
Alexander Zverev, der in Toronto im Halbfinale nach einem vergebenen Matchball gegen Khachanov gescheitert ist, bekommt es in Ohio mit Gaël Monfils oder Nishesh Basavareddy zu tun. Der Hamburger weiß: Wenn er in den kommenden Wochen mit den ganz Großen um Titel und Punkte streiten will, muss er die Niederlage schnell aus dem Kopf bekommen.
In Toronto hat sich gezeigt, dass Sheltons Formkurve steil nach oben zeigt. Cincinnati könnte nun zum nächsten Schauplatz seiner jungen Karriere werden, die gerade erst so richtig Fahrt aufnimmt und in der selbst Weihnachten im August gefeiert werden kann.
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.