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Shang feiert Comeback in Chengdu

Ein Comeback in China, ein Neubeginn in Hangzhou: Das sind zwei Geschichten, die das Herz von Tennisfans höher schlagen lassen. Wer schreibt das nächste Kapitel der Asientour?

Es war ein emotionaler Tag in Chengdu: Der chinesische Publikumsliebling Shang Juncheng feierte sein Comeback auf der ATP-Bühne und das gleich mit einem Sieg. Nach einer Fuß-OP, einer monatelangen Pause und der Ungewissheit, ob er zu alter Stärke zurückfinden würde, lieferte der 20-Jährige in der Heimat ein klares Signal: Er ist zurück. Mit 6:1, 5:7, 6:4 rang er den Weltranglisten-46., Zizou Bergs, nieder und startete damit seine Titelverteidigung beim ATP 250 Chengdu Open.

Dabei war es weniger die Brillanz als die Nervenstärke, die Shang durch das Match trug. Im entscheidenden Satz wackelte er beim Stand von 4:3 gewaltig, stand 0:40 am eigenen Aufschlag und drehte die Situation. Die Halle hielt den Atem an, Shang kämpfte, wehrte ab, drehte den Spielstand und hielt kurz darauf mit einem Aufschlagspiel zu null den Sieg fest. Es war sein erster Matchgewinn seit der Operation. Auch wenn er sich nach dem Spiel eher zurückhaltend gab, konnte er sein breites Lächeln im Interview nicht verbergen.

Im Achtelfinale wartet nun ein brisantes Duell: Brandon Nakashima, die Nummer vier der Setzliste, fordert den Lokalhelden heraus. Es wird nicht nur ein Kampf um Punkte, sondern auch um das Momentum sein: Gelingt Shang die erfolgreiche Titelverteidigung, könnte er im PIF ATP Live Race to Jeddah von Platz 18 bis in die Top 10 klettern.

Doch Shang ist nicht der einzige Chinese, der in Chengdu für Aufsehen sorgt. Zhou Yi, ebenfalls 20 Jahre alt und mit einer Wildcard ausgestattet, schaffte die Sensation gegen den Weltranglisten-34., Cameron Norrie. Zhou wehrte beim Stand von 4:5 im dritten Satz sogar einen Matchball ab und drehte die Partie zu einem epischen 6:7 (3), 6:4, 7:6 (2). Für ihn ist es der bislang größte Sieg seiner Karriere. In der nächsten Runde trifft er auf den Australier Christopher O’Connell, der zuvor Quentin Halys ausgeschaltet hat.

Auch Marcos Giron aus den USA nutzte seine Chance und zog souverän in die zweite Runde ein. Mit 7:5 und 6:4 ließ er seinem Landsmann Ethan Quinn keine Chance. Nun wartet entweder der an Position acht gesetzte Lorenzo Sonego oder der Argentinier Juan Manuel Cerundolo auf ihn.

Während in Chengdu die Zukunft des chinesischen Tennissports glänzt, richtet sich der Blick in Hangzhou auf einen Mann, der seine Vergangenheit neu ordnen muss: Daniil Medvedev. Der ehemalige Weltranglistenerste, der früher regelmäßig in den großen Finals spielte, erlebt ein schwieriges Jahr 2025: ein früher Ausstieg bei den US Open, die Trennung von seinem langjährigen Coach Gilles Cervara und ein Absturz auf Rang 18 in der Weltrangliste. Der Russe steht am Scheideweg.

Doch Medvedev gibt sich kämpferisch. Mit Thomas Johansson und Rohan Goetzke hat er ein neues Trainerduo an seiner Seite. „Es ist ein interessantes neues Projekt in meiner Karriere”, sagte er vor dem Start beim Lynk & Co Hangzhou Open. Nach einer zweiwöchigen Pause habe er im Training in Monte Carlo so gut gespielt wie lange nicht mehr. „Wenn ich das auf den Platz bringe, kann ich wieder Turniere gewinnen”, erklärte er selbstbewusst.

In Hangzhou ist Medvedev an Position zwei gesetzt und trifft in seinem Auftaktmatch entweder auf den Qualifikanten Nishesh Basavareddy oder auf den erfahrenen Marin Cilic. Ein Gegner aus zwei völlig unterschiedlichen Welten. Doch vielleicht genau das, was Medvedev braucht, um den Funken wieder zu zünden.

Die Tenniswelt schaut gespannt zu. Werden in Chengdu die chinesischen Youngsters den nächsten Schritt machen? Oder gelingt in Hangzhou einem ehemaligen Champion die Wiedergeburt? Sicher ist nur eines: Die Asientour liefert schon jetzt Geschichten, die mehr Drama versprechen als so mancher Grand Slam.

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