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Tennis
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Sabalenka zittert sich zum Sieg

Zwei Siege, aber noch kein Halbfinalticket: In Riad dominiert Aryna Sabalenka, doch der Weg ins Semifinale bleibt wacklig. Währenddessen meldet sich Coco Gauff eindrucksvoll zurück, und das Duell der Gigantinnen wirft bereits seine Schatten voraus.

Sabalenka tut, was eine Nummer eins tun muss: Sie gewinnt. Und doch bleibt nach ihrem zweiten Erfolg bei den WTA Finals in Riad ein Hauch von Unsicherheit zurück. Gegen Jessica Pegula musste die Weißrussin über die volle Distanz gehen, ehe sie nach gut zwei Stunden mit 6:4, 2:6 und 6:3 triumphierte. Ein Sieg, der ihre Stärke unterstrich, aber gleichzeitig zeigte, dass selbst die Dominanteste der Tour ins Wanken geraten kann.

Schon im zweiten Satz schien Pegula, die an diesem Abend mit mutigem Returnspiel und kontrollierten Angriffen glänzte, kurz davor zu sein, das Spiel komplett zu kippen. Sabalenka, deren Schläge sonst wie Peitschenhiebe über den Platz jagen, fand plötzlich kein Rezept mehr gegen Pegulas präzise Variation. Als die US-Amerikanerin im entscheidenden Satz sogar mit Break führte, roch es nach einer Überraschung. Doch Sabalenka reagierte. Mit der Entschlossenheit einer Spielerin, die ihre Position als Nummer eins nicht verhandelt.

Am Ende jubelte die 27-Jährige, doch sie schien nicht wirklich erleichtert. Denn trotz zweier Siege ist ihr Einzug ins Halbfinale noch nicht sicher. Der Modus meint es nicht immer fair mit den Favoritinnen. Um das Ticket für das Halbfinale fix zu lösen, hätte sie auch Pegula in zwei Sätzen besiegen müssen. So bleibt eine letzte Hürde, die einen klangvollen Namen trägt: Coco Gauff.

Gauffs Revanchegelüste und Paolinis Ende

Während Sabalenka also noch rechnen muss, hat Coco Gauff ihren eigenen kleinen Neustart hingelegt. Nach der Auftaktniederlage gegen ihre Landsfrau Pegula zeigte die 20-Jährige beim 6:3, 6:2 gegen Jasmine Paolini, warum sie als die Zukunft der Tour gilt. Souverän, aggressiv und mit neu entfachter Leichtigkeit dominierte sie die Partie und gab damit eine Antwort auf die Zweifel, die nach der Auftaktniederlage kurz aufgeflammt waren.

Gauff, die seit ihrem Triumph bei den French Open im Sommer einen bemerkenswerten Reifeprozess durchläuft, diktierte das Spiel von Beginn an. Selbst als Paolini kurzzeitig zum Rebreak ansetzte, blieb Gauff ungerührt, ja geradezu stoisch. Nach 78 Minuten verwandelte sie ihren ersten Matchball und schickte die Italienerin endgültig aus dem Turnier.

Paolini, die ohnehin schon mit einem schweren Los in die Gruppe gestartet war, verabschiedete sich ohne Sieg aus dem Einzelbewerb. Immerhin bleibt ihr die Hoffnung im Doppel: An der Seite von Sara Errani darf sie weiter vom Halbfinale träumen.

Wenn Weltrangliste auf Willenskraft trifft

Nun also Sabalenka gegen Gauff. Ein Match, das nach elektrischer Spannung riecht. Beide haben etwas zu beweisen: Sabalenka will zeigen, dass sie nicht nur die beste, sondern auch die nervenstärkste Spielerin des Jahres ist. Gauff hingegen will sich für die Niederlage in New York revanchieren und beweisen, dass sie Sabalenka auf jedem Belag Paroli bieten kann.

Das Duell hat alles, was ein Klassiker braucht: Power gegen Präzision, Erfahrung gegen jugendliche Unerschrockenheit, Weltrangliste gegen Willenskraft. Und irgendwo zwischen all dem steht die Frage, wer mental stärker ist, wenn es wirklich zählt.

Sabalenka muss trotz Tabellenführung noch zittern, während Gauff gerade erst warmzulaufen scheint. Wer sich durchsetzt, kann am Ende mehr gewinnen als nur ein Halbfinalticket. Vielleicht sogar das Momentum für das gesamte kommende Jahr.

Im Hintergrund finden die Doppelpartien statt, die nicht weniger spannend sind. Katerina Siniakova und Taylor Townsend sicherten sich mit einem 6:4, 7:6-Erfolg über Gabriela Dabrowski und Erin Routliffe ihren zweiten Sieg. Das ist eine Bilanz, die fast an Sabalenkas erinnert, nur ohne Zittern.

Am Donnerstag kommt es also zum Showdown: Sabalenka gegen Gauff, die Nummer eins gegen die Nummer drei der Welt. Zwei unterschiedliche Charaktere, zwei entgegengesetzte Wege und doch das gleiche Ziel. Vielleicht entscheidet dann nicht der Aufschlag oder die Rückhand, sondern wer das Herz eines Champions in sich trägt.

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