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Tennis
  1. TENNIS

Sabalenka stoppt Gauff

Ein Triumph mit Nebenwirkung: Aryna Sabalenka schlägt Coco Gauff bei den WTA Finals und ermöglicht damit ausgerechnet Gauffs Doppelpartnerin Jessica Pegula den Einzug ins Halbfinale.

Manchmal schreibt der Tennissport seine eigenen kleinen Dramen und diesmal war Sabalenka die Hauptdarstellerin. Mit einem 7:6 (5), 6:2 gegen Coco Gauff zog die Weltranglistenerste nicht nur selbst souverän ins Halbfinale der WTA Finals in Riad ein, sondern besiegelte gleichzeitig das Aus der jungen US-Amerikanerin. Für deren Freundin und Doppelpartnerin Jessica Pegula war es hingegen ein Geschenk, das sie dankend annahm: Sie steht nun unter den letzten Vier.

Schon vor der Partie war klar: Sabalenka stand als Gruppensiegerin fest, Gauff musste gewinnen, um Pegula noch abzufangen. Doch was sich als mögliches Freundinnenfinale andeutete, verwandelte sich in ein Lehrstück über Konsequenz und Power. Sabalenka, bekannt für ihre aggressive Grundliniendominanz, ließ keinen Zweifel daran, warum sie die Nummer eins der Welt ist. Der erste Satz war noch ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, geprägt von langen Ballwechseln und einem knappen Tiebreak, den Sabalenka mit 7:5 für sich entschied.

Ab diesem Zeitpunkt schaltete die Belarussin in den Übermodus. Mit druckvollen Returns und einem Aufschlag, der Gauffs Rhythmus zerschlug, dominierte sie den zweiten Satz nach Belieben. Nach einer Stunde und 29 Minuten war Schluss: Sabalenka jubelte, Gauff schüttelte den Kopf und Pegula lächelte still vor sich hin.

Denn schon Stunden zuvor hatte Pegula ihre Pflichtaufgabe mit Bravour erfüllt. Gegen Jasmine Paolini legte die Weltranglistenfünfte einen überzeugenden 6:2-, 6:4-Sieg hin. Die Italienerin, die in Riad keinen Satz gewinnen konnte, war in diesem Match nur Statistin. Für Pegula war es jedoch ein Befreiungsschlag. Ihre Körpersprache war entschlossen, fokussiert und fast schon kühl. Sie wusste, dass sie mit einem Sieg alles offenhielt, und sie wusste auch, dass Sabalenka am Abend über ihr Schicksal entscheiden würde.

So entstand eine kuriose Situation: Die beiden Freundinnen, die im Doppel gemeinsam um den Titel gekämpft hatten, wurden plötzlich zu Rivalinnen um denselben Halbfinalplatz. Gauff stand unter Zugzwang, Pegula bangte. Und Sabalenka? Die Nummer eins blieb ungerührt. Sie spielte, als wolle sie der Tenniswelt beweisen, dass Motivation keine Frage der Notwendigkeit ist.

„Ich wollte einfach mein Spiel durchziehen“, sagte Sabalenka nach dem Match mit einem Lächeln, das genauso gelassen wirkte wie ihr Auftritt. Und genau das tat sie: kein Anzeichen von Nachlässigkeit, kein Funken Mitleid für Gauff.

Für Coco Gauff, die in diesem Jahr mit ihrem Triumph bei den US Open Tennisgeschichte geschrieben hatte, endet die Saison damit auf bittere Weise. Wieder einmal war es Sabalenka, die ihr im Weg stand. So wie schon bei den French Open, als sie im Finale scheiterte. Diesmal stand nicht ein Pokal, sondern ein Halbfinalticket auf dem Spiel. Das Resultat blieb dasselbe.

Pegula dagegen darf weiter träumen. Drei Matches, zwei Siege. Eine Bilanz, die dank Sabalenkas Hilfe zum Halbfinale reicht. Vielleicht ist es genau dieser unerwartete Weg, der ihr in Riad zusätzlichen Schub verleiht. In den letzten Tagen hat sie gezeigt, dass sie in der Wüste von Saudi-Arabien bestens zurechtkommt.

Jasmine Paolini hingegen wird die Heimreise antreten, ohne Satzgewinn, aber um eine Erfahrung reicher. Die Italienerin, die in diesem Jahr immer wieder mit beherzten Auftritten überraschte, konnte in Riad nie richtig Fuß fassen.

Das Halbfinale steht nun fest und verspricht Spannung pur. Sabalenka geht als Favoritin ins Rennen, doch Pegula hat längst bewiesen, dass sie selbst die Besten aus dem Konzept bringen kann. Die Frage ist: Wird aus der unerwarteten Rivalität zwischen den beiden US-Amerikanerinnen im Einzel vielleicht die Quelle einer neuen Motivation im Doppel?

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