Zwei Stunden und einundzwanzig Minuten voller Wucht, Willen und Emotionen: Aryna Sabalenka besiegt Amanda Anisimova in einem Match, das mehr Schlagabtausch als Tennisspiel war.
Von Beginn an knisterte es: Keine der beiden war bereit, nachzugeben, und keine der beiden war gewillt, auch nur einen Ball kampflos aufzugeben. Die Nummer eins der Welt, Sabalenka, und das aufstrebende US-Talent Anisimova lieferten sich ein Duell, das von der ersten Minute an elektrisierte: 30 Punkte allein in den ersten beiden Spielen, 18 Minuten Spielzeit und neunmal Einstand. Und das war nur der Auftakt zu einem ersten Satz, der über eine Stunde dauerte und den Sabalenka schließlich mit 6:3 für sich entschied.
Anisimova hatte ihre Chancen, gleich fünf Breakbälle im ersten Satz, doch sie blieben ungenutzt. Sabalenka nutzte zwei von acht und stellte die Weichen auf Sieg. Wer jedoch dachte, die Amerikanerin würde sich einfach fügen, irrte gewaltig. Im zweiten Satz halbierte sie ihre Fehlerquote, verwandelte alle drei Breakbälle und erzwang den Entscheidungssatz. Es war ein Aufbäumen, wie man es von ihr gewohnt ist: kompromisslos, unerschrocken und selbstbewusst.
Sabalenka aber blieb standhaft. Die für ihre physische Präsenz und ihren emotionalen Spielstil bekannte Belarussin fand den entscheidenden Moment bei 3:3 im dritten Satz. Nach einem langen Ballwechsel spürte sie, dass Anisimova am Limit war. „Ich habe gemerkt, dass sie außer Atem war. Da wusste ich, ich muss sie weiter laufen lassen, Punkt für Punkt“, sagte Sabalenka später. „Diese mentale Einstellung war der Schlüssel. Ich wollte sie einfach zwingen, jeden Ball noch einmal zu spielen.“
Das gelang ihr. Ein Rückhandwinner entlang der Linie brachte das Break zum 4:3 und kippte das Match endgültig. Zwar wackelte Sabalenka noch einmal kurz, als sie mit einem Doppelfehler einen Breakball zuließ, doch ihr Aufschlag rettete sie. Kurz darauf hieß es 6:3, 3:6, 6:3, und die Nummer eins der Welt stand erneut im Finale der WTA Finals.
Dort wartet Elena Rybakina, eine Rivalin, die Sabalenka bestens kennt. Es wird ihr 14. Aufeinandertreffen sein, im direkten Vergleich führt Sabalenka 8:5, das letzte Match in Wuhan hat sie gewonnen. Doch die Kasachin ist keine, die man unterschätzen darf: Mit ihrer stoischen Ruhe und einem Aufschlag, der jeder Gegnerin Respekt abnötigt, hat sie bereits Spielerinnen wie Iga Świątek und Jessica Pegula besiegt. Pegula war auch diesmal ihr Opfer im Halbfinale. Ein klarer Sieg, der Rybakina viel Selbstvertrauen gegeben hat.
Sabalenka weiß, was sie erwartet. „Es wird wieder ein kraftvolles Match“, sagte sie mit einem Lächeln. „Ich glaube, das heutige Spiel war die perfekte Vorbereitung. Morgen werde ich alles geben, denn es ist das letzte Match der Saison und ich will diesen wunderschönen Pokal unbedingt gewinnen.“
Doch dieser Triumph über Anisimova war mehr als nur ein weiterer Sieg. Er war auch ein Abbild der Saison, in der Sabalenka lernen musste, mit Druck und Erwartungen umzugehen und diese in Energie umzuwandeln. Nach dem Spiel nahm sie sich Zeit, um ihrer Gegnerin Respekt zu zollen. „Ich habe Amanda gesagt, dass sie stolz auf ihre Saison sein kann. Sie hat unglaubliches Tennis gespielt, und das ist erst der Anfang.“
Anisimova selbst konnte noch nicht viel sagen. „Es war ein Auf und Ab. Ich habe gut gespielt, dann wieder Phasen, in denen es nicht lief. Es war wie eine Achterbahnfahrt“, meinte sie und fügte hinzu: „Ich werde daraus lernen, aber jetzt ist es noch zu früh, um es richtig einzuordnen.“
Und so steht das Finale fest: Sabalenka trifft auf Rybakina, Macht auf Präzision, Feuer auf Eis. Wer holt sich den letzten großen Titel des Jahres? Für Sabalenka wäre es der perfekte Abschluss einer Saison, die sie zur unangefochtenen Nummer eins machte. Für Rybakina ist es die Chance, ein Statement zu setzen und sich vielleicht schon jetzt in den Köpfen ihrer Gegnerinnen für die French Open 2025 in Stellung zu bringen.
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.