Kampflos ins Halbfinale? Aryna Sabalenka profitierte vom Rückzug Marketa Vondrousovas, doch die US Open 2025 hatten noch einiges zu bieten: alte Rechnungen, mögliche Revanchen und reichlich Drama.
Es sollte das Match des Tages werden, doch am Ende blieb nur Ernüchterung: Markéta Vondrousova musste vor dem Viertelfinale gegen Aryna Sabalenka passen. Ein bitteres Ende für die Wimbledon-Siegerin von 2023, die sich in New York eindrucksvoll zurückgemeldet hatte und sogar die hoch gehandelte Elena Rybakina aus dem Turnier werfen konnte. Doch Verletzungen machten der Tschechin einmal mehr einen Strich durch die Rechnung. Sabalenka, die ohnehin als Favoritin ins Match gegangen war, zieht damit kampflos in die Vorschlussrunde der US Open 2025 ein.
Die Belarussin nimmt das Freilos allerdings nicht auf die leichte Schulter. Schließlich wartet dort kein Geringerer als die Neuauflage des Vorjahresfinales. Schon damals behielt die Weltranglistenerste souverän die Oberhand. Aber Vorsicht: Im Juni in Berlin musste Sabalenka gegen eben jene Vondrousova eine klare Niederlage einstecken. Wer glaubt, dass dieses Halbfinale zur reinen Pflichtaufgabe wird, täuscht sich also.
Während Sabalenka sich ohne zu spielen einen Platz unter den letzten Vier sichert, hat Jessica Pegula ihren Platz auf sportlichem Weg erreicht. Die US-Amerikanerin ließ Barbora Krejcikova beim 6:3, 6:3 kaum Raum zur Entfaltung. Besonders bemerkenswert: Krejcikova hatte in der Runde zuvor noch acht Matchbälle gegen Taylor Townsend abgewehrt und damit ein kleines Tennis-Wunder geschaffen. Diesmal aber fehlte die Magie, und Pegula nutzte die Gunst der Stunde. Vor noch immer halbleeren Rängen im Arthur Ashe Stadium durfte sich die Lokalmatadorin feiern lassen und stellte damit einmal mehr unter Beweis, dass sie bei den US Open regelmäßig ihr bestes Tennis spielt.
Im Sommer hatten ihr nicht viele zugetraut, dass sie erneut ins Halbfinale marschiert. Ihre Auftritte bei anderen Turnieren schienen zu wacklig und die Konkurrenz zu groß. Doch in New York scheint sich für die 30-Jährige immer wieder eine Tür zu öffnen. Nun könnte es tatsächlich zur Neuauflage des Finals von 2024 kommen: Pegula gegen Sabalenka. Ein Duell, das damals klar an die Belarussin ging. Wird es diesmal eine offene Rechnung geben?
Während in der oberen Hälfte die Halbfinalistinnen bereits feststehen, bleibt die Auslosung in der unteren Hälfte spannend bis zur letzten Minute. Amanda Anisimova trifft auf Iga Swiatek. Ein Match, das allein wegen seiner Vorgeschichte elektrisiert. Erst vor wenigen Wochen standen sich die beiden im Finale von Wimbledon gegenüber, das die Polin für sich entschied. Gelingt Anisimova nun die Revanche?
Auch die zweite Begegnung verspricht Hochspannung: Karolina Muchova, die dritte Tschechin im Viertelfinale, fordert Naomi Osaka heraus. Die Japanerin hat in den vergangenen Wochen ein kleines Comeback hingelegt und wirkt in New York so fokussiert wie lange nicht mehr. Doch Muchova ist für ihre taktische Cleverness bekannt und könnte Osakas Lauf abrupt beenden.
Das Halbfinale der US Open 2025 wird voller Geschichten stecken. Von verpassten Chancen und unerwarteten Triumphen, von schmerzhaften Rückzügen und emotionalen Revanchen. Ob Sabalenka ihre Dominanz aus dem Vorjahr bestätigen kann, ob Pegula zur großen Lokalheldin wird und ob Swiatek oder Anisimova noch ein Wörtchen mitreden, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
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