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Sabalenka ist zurück in ihrer Festung: ein Comeback mit Ansage

Nach Sonne, Meer und Sand in Griechenland steht Aryna Sabalenka wieder auf vertrautem Boden: in Wuhan, wo sie seit Jahren unbesiegt ist. Kann die aktuelle Weltranglistenerste dort erneut Geschichte schreiben?

Aryna Sabalenka ist wieder im Arbeitsmodus. Nach ihrem kurzen Griechenland-Trip, den sie auf Instagram mit dem lässigen Kommentar „Work life balance“ dokumentierte, steht die aktuelle Nummer eins der Welt wieder auf dem Court und zwar in Wuhan, ihrer ganz persönlichen Erfolgshochburg. Während viele ihrer Kolleginnen auf der Asien-Tour bereits in Peking um Punkte kämpften, gönnte sich die Siegerin der US Open 2024 eine Pause. Eine kleine Verletzung aus New York zwang sie zum Rückzug vom ersten Turnier. Eine Entscheidung, die sie heute als goldrichtig bezeichnet. „Ich fühle mich gut“, sagte Sabalenka in Wuhan. „Wir wollten meinem Körper einfach etwas mehr Zeit geben. Jetzt bin ich bereit.“

Bereit für eine Mission, die kaum jemand vor ihr geschafft hat. Sabalenka hat die letzten drei Ausgaben des Wuhan Open gewonnen: 2018, 2019 und nach der vierjährigen Turnierpause 2024. Ihre Bilanz: 17 Siege, keine einzige Niederlage. Ein Lauf, der an Serena Williams erinnert, die zwischen 2012 und 2019 in Rom 21 Matches in Folge gewann. Sollte Sabalenka in diesem Jahr erneut triumphieren, wäre sie die erste Spielerin seit Caroline Wozniacki in New Haven (2008–2011), die viermal hintereinander bei demselben WTA-Turnier gewinnt.

Doch leicht wird der Weg nicht. In der ersten Runde wartet entweder Rebecca Sramkova oder Anna Kalinskaya und im Viertelfinale könnte es bereits zum Duell mit Elena Rybakina kommen. In der Setzliste folgen Amanda Anisimova und als mögliche Finalgegnerin Iga Swiatek. Im gleichen Viertel lauern zudem Naomi Osaka, die zuletzt in Peking das Endspiel erreichte, und Linda Noskova. Ein Tableau, das nach Drama schreit.

Sabalenka selbst scheint sich von all dem Druck nicht beeindrucken zu lassen. Zwischen den Trainingseinheiten lernte sie am Samstag in Wuhan, gebratenen Reis zu kochen, und sie verliebte sich in die leuchtend pinken Lavendelfelder der Region. Es sind diese kleinen Momente, die sie menschlich machen und den Kontrast zur brutalen Präzision auf dem Platz verdeutlichen.

Die 26-Jährige dominiert derzeit nach Belieben das Damentennis. 56 Siege, vier Titel und 12 Millionen Dollar Preisgeld stehen zu Buche, zudem hat sie einen Vorsprung von fast 2.500 Punkten auf Iga Swiatek in der Weltrangliste. Sabalenka steht kurz davor, 52 Wochen ununterbrochen als Nummer eins geführt zu werden. Ihre Konstanz ist beeindruckend. In dieser Saison erreichte sie bei allen vier Grand Slams mindestens das Halbfinale. Ein Kunststück, das zuletzt von den ganz Großen des Sports gezeigt wurde.

Doch während Sabalenka ihre Rückkehr feiert, geht es für viele andere Spielerinnen in Wuhan um weit mehr als nur Prestige. Drei Plätze für die WTA Finals in Riad sind noch zu vergeben. Die besten Chancen haben Jessica Pegula und die Teenagerin Mirra Andreeva, die in Peking früh ausgeschieden sind. Dahinter lauern Rybakina und Jasmine Paolini, die beide realistische Hoffnungen haben, das letzte Ticket zu ergattern. Die Konstellation verspricht ein heißes Rennen, bei dem jedes Match zählt.

Sabalenka kennt solche Situationen. Ihr Erfolgsrezept? Kontrolle durch Leidenschaft. Wenn sie spielt, scheint die Luft zu vibrieren. Ihre Schläge, eine Mischung aus purer Wucht und unerschütterlichem Selbstvertrauen, treiben ihre Gegnerinnen regelmäßig zur Verzweiflung. Und doch zeigt sie in Interviews immer wieder eine nachdenkliche Seite. Auf die Frage, ob sie sich sicher sei, wieder zu gewinnen, antwortet sie: Das weiß ich nicht. Aber ich werde alles geben, um diesen Titel noch einmal zu holen.“

Was wie eine bescheidene Floskel klingt, ist längst Teil ihrer Erfolgsformel. In Wuhan ist Sabalenka mehr als nur Titelverteidigerin: Sie ist ein Symbol für Dominanz, Durchhaltevermögen und eine neue Generation von Spitzensportlern. Eine, die sich Pausen gönnt, um danach umso entschlossener zurückzukehren.

Ob sie in diesem Jahr Geschichte schreibt und als vierte Spielerin überhaupt viermal in Folge dasselbe Turnier gewinnt? Die Antwort gibt es bald auf dem Court in Wuhan, wo Sabalenka bisher unbesiegbar war.

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