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Tennis
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Rybakina und Anisimova stürmen ins Halbfinale

Zwei Wege, ein Ziel: Während Elena Rybakina in Riad unaufhaltsam durchs Feld pflügt, ringt Amanda Anisimova die Weltranglistenzweite Iga Swiatek in einem packenden Thriller nieder und sorgt für eine faustdicke Überraschung bei den WTA Finals.

Elena Rybakina ist und bleibt die Frau der Stunde. Ohne eine einzige Niederlage zog die Kasachin bei den WTA Finals in Riad ins Halbfinale ein und das mit einer Souveränität, die an ihre besten Tage erinnerte. Nach Erfolgen gegen Iga Swiatek und Amanda Anisimova setzte sie am Mittwoch noch einen drauf und bezwang Ekaterina Alexandrova mit 6:4, 6:4.

Drei Matches, drei Siege. Das ist die Bilanz der letzten Spielerin, die sich überhaupt noch für das Saisonfinale qualifiziert hatte. Jetzt steht sie als erste Halbfinalistin fest und als Gruppensiegerin der „Gruppe Serena Williams“.

Alexandrova, die als Ersatzspielerin für die verletzte Madison Keys ins Turnier gerückt war, konnte Rybakina phasenweise fordern, aber nie ernsthaft gefährden. Zu sicher war das Aufschlagspiel der Kasachin, zu druckvoll ihre Grundlinienschläge. Rybakina wirkte, als hätte sie noch ein paar Gänge in Reserve, und schickte ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Wenn sie in diesem Modus bleibt, führt der Weg zum Titel nur über sie.

Während Rybakina das Halbfinale früh klarmachte, musste sich der zweite Platz in der „Gruppe Serena Williams“ erst in einem echten Krimi entscheiden. Amanda Anisimova und Iga Swiatek lieferten sich ein Duell, das alles bot: Nervenkitzel, Momentumwechsel und am Ende emotionale Erlösung.

Swiatek, die Wimbledon-Siegerin, startete stark. Den ersten Satz entschied sie im Tiebreak mit 7:3 für sich und zeigte dabei Nervenstärke und Präzision. Doch Anisimova ließ sich davon nicht beeindrucken. Im zweiten Satz blieb sie ruhig, suchte geduldig ihre Chancen und fand sie beim Stand von 5:4: Ihr erster Breakball, ein wuchtiger Return, brachte ihr den Satzausgleich.

Ab diesem Zeitpunkt kippte das Match. Anisimova spielte wie entfesselt, trieb Swiatek mit aggressiven Grundschlägen und präzisen Rückhand-Longlines in die Defensive. Als der Polin im dritten Satz beim Stand von 1:2 ein Doppelfehler unterlief, der zum Break führte, kippte auch die Stimmung auf dem Centre Court in Riad. Swiatek kämpfte und wehrte sich beim Stand von 2:4 mit aller Kraft, doch Anisimova blieb eiskalt. Ein Rückhand-Winner entlang der Linie beendete die Hoffnungen der Weltranglistenzweiten. Nach zwei Stunden und 37 Minuten war der Sensationssieg mit 6:7 (3), 6:4, 6:2 perfekt.

Damit revanchierte sich Anisimova eindrucksvoll für die deutliche Niederlage im Wimbledon-Finale, das Swiatek mit 6:0, 6:0 gewonnen hatte. „Ich wollte zeigen, dass ich mich weiterentwickelt habe”, sagte die Amerikanerin nach dem Match. Und das hat sie: mentale Stärke, taktische Disziplin und einen klaren Gameplan. Anisimova scheint genau zur richtigen Zeit ihr bestes Tennis zu finden.

Für Swiatek bleibt dagegen der bittere Beigeschmack einer verpassten Chance. Nach ihrem dominanten Jahr mit Siegen bei den French Open und in Wimbledon schien der Weg ins Halbfinale vorgezeichnet, bis Anisimova auftauchte und die Rollen neu verteilte.

Während die Halbfinal-Paarungen in der „Gruppe Serena Williams” feststehen, ist in der „Gruppe Martina Navratilova” noch alles offen. Aryna Sabalenka, Coco Gauff und Jessica Pegula kämpfen am morgigen Abschlusstag um die letzten beiden Tickets für die Vorschlussrunde. Sabalenka hat dabei die besten Karten: Schon ein Satzgewinn gegen Gauff würde ihr reichen.

Titelverteidigerin Coco Gauff steht hingegen unter Druck. Sie muss nicht nur gewinnen, sondern auch auf Schützenhilfe hoffen, denn Jessica Pegula könnte ihr mit einem Sieg über Jasmine Paolini noch in die Quere kommen. Für die Italienerin Paolini ist das Turnier hingegen bereits gelaufen, sie hat keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale.

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