Zwei Spielerinnen, zwei Welten und doch verbindet sie der Hunger nach Erfolg: Während Elena Rybakina sich in Tokio das Ticket für das WTA-Finals sichert, sorgt Deutschlands Ella Seidel in China weiter für Furore.
Wer Elena Rybakina in diesen Tagen beobachtet, sieht eine Spielerin, die mit jeder Rally entschlossener wirkt. Die Kasachin hat beim WTA-Turnier in Tokio nicht nur das Halbfinale erreicht, sondern sich auch das letzte Ticket für die prestigeträchtigen WTA Finals in Riad gesichert. Und das auf eine Art, die ihre Kontrahentinnen hellhörig macht.
Nach ihrem Turniersieg in Ningbo in der vergangenen Woche hatte Rybakina ihr Schicksal selbst in der Hand: Ein Einzug ins Halbfinale beim Toray Pan Pacific Open würde reichen, um in der Jahreswertung an der jungen Mirra Andreeva vorbeizuziehen. Am Freitag ließ sie keine Zweifel aufkommen und besiegte die kanadische Nachwuchshoffnung Victoria Mboko in zwei Sätzen.
Schon der Start der Partie zeigte, wer die Richtung vorgab. Rybakina sicherte sich die ersten drei Spiele, was jedoch keineswegs einfach war. Gleich zu Beginn musste sie einen Breakball abwehren, kämpfte sich durch zähe Ballwechsel und setzte mit präzisen Aufschlägen Akzente. Mboko, die erst 17 Jahre alt ist, hielt mit beeindruckender Reife dagegen und zwang Rybakina im zweiten Satz in einen offenen Schlagabtausch.
Erst im Tiebreak setzte sich die Routine der Weltranglistensiebten durch. Mit 23 Gewinnschlägen gegenüber Mbokos 17 blieb Rybakina am Ende die konstantere und nervenstärkere Spielerin. „Es war ein sehr schwieriges Match“, sagte sie hinterher. „Victoria hat unglaublich gut serviert, da war kaum ein Punkt zu holen. Ich bin einfach froh, dass ich in zwei Sätzen durchgekommen bin.“
Das Duell dauerte nur 92 Minuten, war aber ein intensives Kräftemessen zweier Generationen. Während Mboko bewies, dass sie auf diesem Niveau mithalten kann, zeigte Rybakina, dass sie bereit ist, noch einmal anzugreifen. Ihre Formkurve spricht Bände: sechs Siege in Serie, ein Turniersieg und nun das Halbfinale in Tokio. Dort trifft sie auf die Tschechin Linda Noskova, die nach der Verletzung ihrer Gegnerin Anna Kalinskaya kampflos weiterkam.
Ein Sieg gegen Noskova würde Rybakina nicht nur den Einzug ins Finale eines zweiten WTA-500-Turniers in Folge bescheren, sondern auch das Momentum für die Saisonkrönung in Riad festigen. Ihre Mischung aus Power und Präzision, gepaart mit aufblitzendem Selbstvertrauen, macht sie zu einer gefährlichen Außenseiterin für das Jahresendturnier, das sie nach eigenen Worten „mit der Energie eines Neuanfangs“ angehen will.
Während in Tokio die großen Namen um die letzten Punkte der Saison kämpfen, sorgt in China eine junge Deutsche für frischen Wind: Ella Seidel. Die 20-Jährige aus Hamburg spielt beim WTA-Turnier im chinesischen Guangzhou groß auf, siegte souverän mit 6:3, 6:2 über die an Nummer sechs gesetzte Kasachin Yulia Putintseva und steht nun im Viertelfinale.
Seidel, die aktuell auf Platz 96 der Weltrangliste steht, erwischte einen perfekten Start. Gleich im ersten Satz gelang ihr das frühe Break, das sie mit konsequentem Grundlinienspiel verteidigte. Auch im zweiten Durchgang ließ sie Putintseva kaum Raum, nutzte ihre Chancen eiskalt und verwandelte nach nur 65 Minuten ihren ersten Matchball. Ein Sieg, der nicht nur Selbstvertrauen gibt, sondern auch den Lohn für harte Arbeit symbolisiert. Erst kürzlich war Seidel erstmals in die Top 100 der Weltrangliste vorgestoßen.
Die Belohnung folgte prompt in Form einer Nominierung für das deutsche Billie Jean King Cup-Team im November. Teamchef Rainer Schüttler setzt auf die aufstrebende Norddeutsche, die in Guangzhou nun auf Claire Liu aus den USA oder Anna Bondar aus Ungarn trifft.
Tatjana Maria, die zweite deutsche Starterin im Feld, war bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Doch Seidels Auftritt zeigt: Das deutsche Damentennis lebt und wächst nach.
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.