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Roger Milla/Kamerun
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Roger Milla – Kameruns Fußballlegende

Es gab mal eine Zeit, da wurden afrikanische Nationen bei Fußball-Weltmeisterschaften als Exoten bezeichnet, die von den europäischen und südamerikanischen Top-Favoriten belächelt wurden. Diese Zeiten sind lange vorbei. Das hat unter anderem mit einem ganz gewissen Spieler zu tun. Roger Milla wurde bei der WM 1990 zum Idol eines ganzen Kontinents.

Roger Milla, der eigentlich Albert Roger Moohr Miller heißt, wurde am 20. Mai 1952 in Yaounde in Kamerun geboren. Mit dem Fußball kam Milla früh in Kontakt. Schon mit 13 Jahren spielte er in seiner Heimat für Eclair de Douala, für die er in fünf Jahren auf 61 Spiele kam. Zu dieser Zeit wurde der deutsche Fußballtrainer Peter Schnittger auf ihn aufmerksam, der somit als Entdecker und Förderers des Stürmers gilt. Unter ihm absolvierte Milla seine ersten Spiele in der Jugend- und später auch in der A-Nationalmannschaft Kameruns. Milla selbst sagte rückblickend. Schnittger war der Trainer, der ihn in seiner Karriere am meisten geprägt habe und dessen Rat ihm während seiner aktiven Laufbahn immer am wichtigsten war.

Der Wechsel nach Europa

Diese nahm mit seinem Wechsel nach Europa im Jahr 1977 Fahrt auf. Milla schloss sich mehreren Vereinen in Frankreich an. Über US Valenciennes, der SA Monaco und dem SEC Bastia landete er im Jahr 1984 bei AS Saint-Etienne. Dort erzielte er 31 Tore in 59 Spielen und verhalf dem Klub zur Rückkehr in die erste Liga. Dasselbe Kunststück gelang ihm 1986 mit Montpellier La Paillade SC. Dort spielte er bis 1989 und beendete anschließend seine Profikarriere.

So ganz konnte er es jedoch nicht mit dem Fußballspielen lassen, was sich später als historische Entscheidung herausstellen sollte. Milla spielte noch ein Jahr auf Reunion für JS Saint-Pierre, ehe er sich als vereinsloser Spieler bei Sporting Toulon für die WM 1990 in Italien vorbereitete. Zwölf Jahre zuvor bestritt er sein erstes Länderspiel für Kamerun. Schon 1982 nahm er mit seinem Land an der Weltmeisterschaft in Spanien teil.

Die WM 1990 in Italien

Für die Weltmeisterschaft 1990 spielte er in den Planungen von Kameruns Trainer Waleri Nepomnjaschtschi aufgrund seines fortgeschrittenen Alters gar keine Rolle mehr. Auf Drängen von Kameruns Präsidenten Paul Biya wurde Milla dennoch in den Kader berufen. Er war der zweitälteste Spieler des Turniers, doch bei der Endrunde machte sich Milla unsterblich. Mit einem Doppelpack führte er sein Land durch ein 2:1 gegen Rumänien als erste afrikanische Nation in die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft. Die „unzähmbaren Löwen“ konnten ihre Gruppe sogar vor Rumänien, dem amtierenden Titelträger Argentinien und Vizeeuropameister UdSSR gewinnen. 

Milla und Kamerun überzeugten in Italien mit erfrischendem Offensivfußball und einer Leichtigkeit, die man so bei Weltmeisterschaften zuvor nur selten gesehen hat. Bei seinen Toren führte der Altstar stehts den Makossa-Tanz an der Eckfahne auf, der zu seinem Markenzeichen wurde und von vielen Spielern kopiert wurde. Im Achtelfinale gegen Kolumbien durften sich die Zuschauer erneut zweimal über den tanzenden Milla freuen. Gegen Kolumbien führte er sein Land in der Verlängerung mit einem weiteren Doppelpack zu einem 2:1-Erfolg. Kamerun stand damit im Viertelfinale. Diese historische Leistung wurde von einer afrikanischen Nation erst von Marokko bei der WM 2022 überboten, die sogar das Halbfinale erreichen konnten.

Die WM 1994 in den USA

Milla hat sich mit seinen Leistungen und mit seinem Spaß am Fußball bei der WM 1990 in Italien ein Denkmal gesetzt und wurde zum Helden eines ganzen Kontinents. Mit 38 Jahren wurde er als offiziell vereinsloser Profi und eigentlich schon im Ruhestand zum zweiten Mal nach 1976 zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Nach der WM kehrte Milla noch einmal zu seinem früheren Klub Tonnerre Yaounde zurück und blieb dort vier weitere Jahre bis 1994. In 116 Spielen erzielte der Altstar noch einmal unglaubliche 89 Tore, was ihm eine weitere Nominierung für die WM 1994 in den USA einbrachte. Dort konnte Kamerun den großen Erfolg von 1990 zwar nicht wiederholen, doch Milla traf beim 1:6 gegen Russland und wurde somit zum bis heute ältesten WM-Torschützen aller Zeiten. Insgesamt lief er 102 Mal für sein Land auf. Dabei gelangen ihm 28 Tore.

Sein Denkmal

Milla wurde aufgrund seiner Leistungen für den afrikanischen Fußball von Pele in die FIFA 100 gewählt, einer Liste der 125 bis 2004 noch lebenden Fußballspieler. Er erhielt außerdem im Jahr 1991 den Franz-Beckenbauer-Preis, der besonders verdienten Sportlern verliehen wurde. Im Jahr 2007 wurde er vom afrikanischen Fußballverband CAF zum besten afrikanischen Spieler der letzten 50 Jahre gewählt und bei der Wahl der International Federation of Football History & Statiscics (IFFHS) zu Afrikas Fußballspieler des Jahrhunderts landete er auf Rang zwei hinter George Weah. Im Jahr 2006 hielt die African Soccer Association eine ähnliche Wahl ab, bei der er zum Spieler des vergangenen Jahrhunderts gewählt wurde.

Mei seinen Klubs konnte Milla dreimal die Kamerunische Meisterschaft gewinnen, einmal den Afrikapokal der Pokalsieger sowie zweimal den kamerunischen Pokal. In Frankreich wurde er ebenfalls zweimal Pokalsieger und mit der Nationalmannschaft 1984 und 1988 Afrikameister. 

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