Vom Tennisplatz auf der Farm bis zum zweimaligen Calendar Grand Slam: Die Biografie von Rod Laver, seine Karriere, die Entstehung des Laver Cups und sein Leben nach dem Profisport.
Vollständiger Name | Rodney George Laver |
Geburtsdatum | 9. August 1938 |
Geburtsort | Rockhampton, Queensland, Australien |
Alter | 88 Jahre |
Spitzname | „The Rocket“ |
Spielhand | Links |
Rückhand | Einhändig |
Profikarriere | 1963 bis 1976 |
Grand-Slam-Titel im Einzel | 11 |
Turniersiege insgesamt | 200 |
Davis-Cup-Titel | 5 |
Höchste Weltranglistenposition | Platz 1 |
Besonderer Rekord | Calendar Grand Slam 1962 und 1969 |
Rod Laver gehört zu den größten Tennisspielern der Geschichte. Der Australier gewann während seiner außergewöhnlichen Karriere 11 Grand-Slam-Titel im Einzel und ist bis heute der einzige Spieler, der den sogenannten Calendar Grand Slam zweimal erreichen konnte.
Seine Bedeutung reicht weit über die eigenen Titel hinaus. Der 2017 gegründete Laver Cup trägt seinen Namen und erinnert damit jedes Jahr an eine der prägendsten Persönlichkeiten des Tennissports.
Rodney George Laver wurde am 9. August 1938 im australischen Rockhampton geboren. Sein Vater Roy Laver arbeitete als Viehzüchter, während seine Mutter Melba selbst eine talentierte Tennisspielerin war.
Tennis spielte innerhalb der Familie eine große Rolle. Auf der Rinderfarm der Lavers befand sich ein eigener Platz, auf dem Rod bereits im Alter von ungefähr 6 Jahren mit dem Tennisspielen begann. Obwohl er körperlich vergleichsweise klein und schmächtig war, fielen früh seine Schnelligkeit, Entschlossenheit und außergewöhnliche Ballkontrolle auf.
Im Alter von 15 Jahren wurde der bekannte australische Davis-Cup-Kapitän Harry Hopman auf ihn aufmerksam. Laver zog nach Brisbane und verließ 1953 die Schule, um sich vollständig auf seine sportliche Entwicklung zu konzentrieren. Bereits 1956 gewann er die amerikanische Juniorenmeisterschaft.
Seinen ersten großen Einzeltitel gewann Laver bei den Australian Championships 1960. Nur zwei Jahre später schrieb er erstmals Tennisgeschichte: 1962 gewann er innerhalb einer Saison die Australian Championships, die French Championships, Wimbledon und die US Championships.
Damit vollendete er den Calendar Grand Slam, also den Gewinn aller vier wichtigsten Turniere innerhalb desselben Kalenderjahres.
Nach diesem historischen Erfolg wechselte Laver 1963 ins Profilager. Damals durften professionelle Spieler jedoch nicht an den Grand-Slam-Turnieren teilnehmen. Der Australier war deshalb von 1963 bis einschließlich 1967 von den vier wichtigsten Wettbewerben ausgeschlossen.
Mit dem Beginn der Open Era 1968 durften Profis und Amateure wieder gemeinsam antreten. Laver gewann direkt in seiner ersten Saison nach der Rückkehr Wimbledon.
Sein größter Triumph folgte 1969: Der Australier gewann erneut alle vier Grand-Slam-Turniere innerhalb eines Jahres. Bis heute ist er der einzige Tennisspieler, dem der Calendar Grand Slam zweimal gelungen ist.
Australian Open | 3 | 1960, 1962, 1969 |
French Open | 2 | 1962, 1969 |
Wimbledon | 4 | 1961, 1962, 1968, 1969 |
US Open | 2 | 1962, 1969 |
Zusätzlich gewann Laver zahlreiche Titel im Doppel und Mixed. Insgesamt stehen für ihn 20 Major-Titel in allen Disziplinen sowie ungefähr 200 Turniersiege zu Buche.
Mit Australien gewann er außerdem 5-mal den Davis Cup: 1959, 1960, 1961, 1962 und 1973. Seine aktive Karriere beendete er offiziell im Jahr 1976.
Rod Laver trug während seiner Karriere den Spitznamen „The Rocket“ beziehungsweise „Rockhampton Rocket“. Der Name verband seine Heimatstadt Rockhampton mit seiner schnellen und offensiven Spielweise.
Der Linkshänder war lediglich ungefähr 1,73 Meter groß, besaß aber einen außergewöhnlich kräftigen linken Unterarm. Laver konnte mit viel Topspin spielen, früh ans Netz vorrücken und seine Gegner auf sämtlichen Belägen unter Druck setzen.
Gerade seine Vielseitigkeit unterschied ihn von vielen Zeitgenossen. Er gewann auf Rasen und Sand ebenso wie auf Hartplatz und in der Halle.
Der Laver Cup wurde 2017 erstmals ausgetragen und nach Rod Laver benannt. Die ursprüngliche Idee für den Mannschaftswettbewerb stammte von Roger Federer, der gemeinsam mit seinem Management und weiteren Partnern ein Tennisformat nach dem Vorbild des Ryder Cups im Golf entwickeln wollte.
Die Namensgebung sollte nicht nur Lavers sportliche Erfolge würdigen. Federer wollte gleichzeitig an jene Spielergeneration erinnern, die den Grundstein für das moderne professionelle Tennis gelegt hatte.
Beim Wettbewerb treten jährlich Team Europe und Team World gegeneinander an. Rod Laver war bei mehreren Austragungen persönlich anwesend und übergab den nach ihm benannten Pokal an die Sieger.
Nach seinem Karriereende blieb Laver eng mit dem Tennissport verbunden. Er nahm regelmäßig an Ehrungen, Turnieren und Veranstaltungen teil und entwickelte sich zu einer angesehenen Stimme innerhalb der Tenniswelt.
Bereits 1981 wurde er in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen. Seit Januar 2000 trägt der Hauptplatz der Australian Open in Melbourne den Namen Rod Laver Arena. Darüber hinaus wurde er in die Sport Australia Hall of Fame aufgenommen und als Member of the Order of the British Empire ausgezeichnet.
Privat heiratete Laver 1966 die US-Amerikanerin Mary Bensen. Das Ehepaar bekam 1969 seinen Sohn Rick und ließ sich später in Kalifornien nieder.
Im Jahr 1998 erlitt Laver einen schweren Schlaganfall. Mit der Unterstützung seiner Frau arbeitete er intensiv an seiner Genesung und konnte anschließend wieder weitgehend selbstständig leben. Mary Laver starb 2012 nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren. Die beiden waren 46 Jahre verheiratet.
Rod Laver lebt weiterhin in Kalifornien und verfolgt das internationale Tennisgeschehen. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters verzichtet er mittlerweile häufiger auf lange Reisen, bleibt aber über öffentliche Stellungnahmen und ausgewählte Auftritte mit dem Sport verbunden.
Im August 2026 feierte die Tennislegende seinen 88. Geburtstag. Besonders die Australian Open, die nach ihm benannte Rod Laver Arena und der jährliche Laver Cup halten seine sportliche Geschichte bis heute lebendig.
Seine 11 Grand-Slam-Einzeltitel wurden von späteren Spielern übertroffen. Sein größter Rekord besteht jedoch weiterhin: Kein anderer Tennisspieler hat den Calendar Grand Slam zweimal gewonnen.
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