Das 900. DEL-Spiel der Red Bulls findet auswärts statt! Nach der Niederlage gegen Wolfsburg wollen die Münchner in Schwenningen zurückschlagen. Die Wild Wings setzen auf ihre Heimstärke und den ehemaligen Red Bull Dominik Bittner.
Es ist ein besonderer Nachmittag für Red Bull München: Beim Gastspiel in der Helios Arena bestreiten die Oberbayern ihr 900. DEL-Spiel. Doch Nostalgie hilft wenig, wenn auf dem Eis Punkte gebraucht werden. Nach zwei Heimspielen in Folge und einer schmerzhaften 5:7-Niederlage gegen die Grizzlys Wolfsburg will das Team von Trainer Oliver David unbedingt eine Reaktion zeigen. Die Defensive offenbarte zuletzt Lücken, die die Grizzlys eiskalt ausnutzten. Gegen Schwenningen soll die Mannschaft wieder stabiler stehen.
Die Wild Wings dagegen haben Rückenwind. Das Team von Steve Walker, der einst Co-Trainer in München war, bezwang am Donnerstag den Aufsteiger aus Dresden mit 4:1 und darf sich über einen gelungenen Saisonstart freuen. Elf Punkte stehen bereits auf der Habenseite, wodurch sich Schwenningen im Tabellenmittelfeld wiederfindet. Vor eigenem Publikum und auf dem kleinsten Eis der Liga wollen die Schwarzwälder den Favoriten ärgern.
In der Offensive Münchens ist einmal mehr Trevor Parkes der Fixpunkt. Der Kanadier ist nicht nur Toptorjäger, sondern gibt auch das Tempo vor. Unterstützt wird er von Ben Smith und Maximilian Kastner, die ebenfalls jederzeit für Scorerpunkte gut sind. Entscheidend dürfte jedoch das Zusammenspiel im Powerplay sein, ein Bereich, in dem die Red Bulls noch effizienter werden müssen.
Bei den Wild Wings rücken die Spink-Zwillinge ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Tylor und Tyson haben jeweils drei Tore und drei Assists auf dem Konto und sind damit bislang die gefährlichsten Offensivkräfte der Schwenninger. Auch Zach Senyshyn, der in der vergangenen Saison 28 Treffer erzielt hat, hat seinen Torriecher wiedergefunden. Dahinter lauert Kyle Platzer, während Jordan Szwarz neue Impulse in die Offensive bringt. Im Tor ist Joacim Eriksson ein stabiler Rückhalt und zählt zu den besten Torhütern der Liga.
München wird versuchen, das Spiel durch frühes Pressing und hohes Tempo zu kontrollieren. Das schnelle Umschalten nach Puckgewinnen gehört zu den Stärken des EHC. In Wolfsburg offenbarte sich jedoch die Kehrseite dieser Strategie: Es gab zu viele Konter gegen den EHC. Wenn es gelingt, die Balance zwischen Offensive und Absicherung zu finden, sind die Chancen groß.
Schwenningen dagegen vertraut auf Kompaktheit. Mit einer Erfolgsquote von über 86 Prozent beim Penalty Killing gehören die Wild Wings in Unterzahl zu den Besten der Liga. Die Devise lautet: Räume eng machen, den EHC frustrieren und dann mit schnellen Gegenstößen zuschlagen. Auf dem kleineren Eis in der Helios Arena kommt ihnen diese Strategie zugute.
Eine Serie sticht sofort ins Auge: In den letzten acht Duellen dieser beiden Teams gewann immer die Heimmannschaft. Für die Münchner ist das ein deutlicher Auftrag. Es wird höchste Zeit, den Bann zu brechen.
Spannend ist auch das Wiedersehen mit Dominik Bittner. Der Verteidiger trug in den vergangenen beiden Jahren das Trikot der Red Bulls und bringt nun seine Erfahrung in die Schwenninger Defensive ein. Neben ihm sorgt der Schwede Eric Martinsson, zweifacher Meister mit Växjö, für Stabilität und Torgefahr von der blauen Linie.
Es ist das Kräftemessen zweier Teams mit unterschiedlichen Zielen. München will zurück in die Spitzengruppe, Schwenningen träumt vom nächsten Coup vor eigenem Publikum. Entscheidend wird sein, ob die Red Bulls ihre Abwehrfehler im Vergleich zum Spiel gegen Wolfsburg abstellen können.
Die Wild Wings sind die heimstärkste Mannschaft, doch München reist mit einer Mission an: endlich wieder auswärts in Schwenningen zu gewinnen. Das Duell verspricht für Fans Hochspannung: Tempo, Intensität und die Frage, ob die 900-Spiele-Erfahrung oder die Heimstärke triumphiert.
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