Ralf Rangnick hat einem möglichen Engagement als Nachfolger von Thomas Tuchel beim FC Bayern München eine Absage erteilt.
Der österreichische Nationaltrainer Ralf Rangnick hat Spekulationen über ein mögliches Engagement beim FC Bayern München eine Absage erteilt. Er beschäftige sich nicht mit diesem Thema. „Warum auch“, so die Antwort des 65-Jährigen auf eine entsprechende Frage nach dem EM-Trainerlehrgang am Montag in Düsseldorf. „Ich fühle mich hier wohl. Ich habe noch einen Vertrag bis 2026 und unser Ziel und unser Weg geht auch nach der EM weiter.“
Als möglicher Nachfolger von Thomas Tuchel, der den deutschen Rekordmeister nach einer enttäuschenden Saison verlassen muss, war der langjährige Bundesliga-Trainer unter anderem von RB Leipzig zuletzt gehandelt worden. „Es brennt an vielen Stellen“, sagte Rangnick angesprochen auf die aktuelle Krisenstimmung bei den Münchnern. Das sei kein Grund, seinen Namen ins Spiel zu bringen.
Rangnick hatte mit der österreichischen Nationalmannschaft die EM-Qualifikation geschafft und mit einem 2:0-Testsieg gegen Deutschland im November erneut aufhorchen lassen. Beim Turnier in Deutschland trifft Österreich in der Gruppe D auf Frankreich, Polen und die Niederlande. Rangnick wird mit seiner Auswahl in Berlin Quartier beziehen, in jenem Hotel, in dem auch die deutsche Mannschaft bei der WM 2006 untergebracht war.
Vor Rangnick hatte sich bereits Bayer Leverkusens Erfolgstrainer Xabi Alonso aus dem Rennen genommen, als er erklärte, eine weitere Saison bei der Werkself bleiben zu wollen.
Die Münchner stecken derzeit in einer Zwickmühle und müssen sich mit drängenden Fragen auseinandersetzen: Welcher Trainer bleibt nur, wenn er sich für die Champions League qualifiziert? Wer bleibt auf jeden Fall? Und welche Garantien kann man den potenziellen Kandidaten geben?
„Neuer Trainer, neue Spieler? Wie soll ich das formulieren? Spielen wir in der Champions League oder nicht? Das klingt ziemlich niederschmetternd, aber das ist die Frage, die wir uns stellen müssen“, erklärt Sportdirektor Max Eberl.
Entgegen der medialen Darstellung des Bayern-Bosses ist die Angst vor dem Verpassen der Königsklasse im Verein nicht so groß, wie es den Anschein hat. Schließlich ist der Vorsprung auf Platz fünf mit sieben Punkten noch recht komfortabel.
Trotzdem traut der Sportvorstand der Mannschaft nicht mehr alles zu. Er will für alle Fälle gerüstet sein und die Spieler in die Pflicht nehmen. Deshalb die klaren Ansagen und der Appell an den Teamgeist.
Der Ruf des FC Bayern hat international bereits gelitten. Vereinsvertreter und Medien im Ausland beobachten die Geschehnisse in München sehr genau. Die vielen Trainerwechsel und die ungewohnten Leistungen auf dem Platz werden vielerorts mit Verwunderung betrachtet. So etwas ist man von einem seriösen Rekordmeister nicht gewohnt.
Dass der FCB ins Wanken geraten ist, dürfte auch internationalen Topspielern auffallen. Zwar können die Münchner bei den Gehältern beispielsweise mit englischen Klubs mithalten, doch um Spieler zu überzeugen, muss auch die sportliche Perspektive stimmen. Fällt das Ziel Champions-League-Sieg weg, fehlen dem FC Bayern die überzeugenden Argumente.
Es ist eine heikle und fast schon ironische Situation: Eberl muss in den kommenden Wochen die aktuellen Spieler zu Erfolgen führen, um dann Ersatz für genau diese Spieler verpflichten zu können. Denn dass ein Umbruch im Kader nötig ist, hat der 50-Jährige bereits deutlich gemacht. „Ich glaube, dass es einige Veränderungen geben muss“, sagte Eberl.
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