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Tennis
  1. TENNIS

Raducanu souverän, Sabalenka unter Druck und Paolini überrascht

Die Favoritinnen setzen sich durch, die Außenseiterinnen sorgen für Schlagzeilen. Die zweite Runde der US Open bot Drama, Emotionen und spannende Einblicke in die dritte Runde.

Manchmal reichen sechzig Minuten, um eine ganze Geschichte zu erzählen. Emma Raducanu brauchte in New York genau diese Zeit, um die märchenhafte Reise von Janice Tjen zu beenden. Die Indonesierin, die in der ersten Runde noch für Furore gesorgt hatte, war gegen die Britin chancenlos. 6:2, 6:1. Ein Ergebnis, das keine Fragen offenließ. Doch Tjen wird trotzdem in Erinnerung bleiben. Als erste Indonesierin seit 2004 trat sie wieder im Hauptfeld eines Grand Slams an und schrieb damit Tennisgeschichte.

Raducanu hingegen bestätigte ihre ansteigende Form. Die US-Open-Siegerin von 2021 wirkt gefestigt wie lange nicht mehr. Ihr nächster möglicher Prüfstein? Elena Rybakina, die Wimbledon-Gewinnerin, ist eine der Spielerinnen, die im Moment kaum jemand gerne auf der anderen Seite des Netzes sieht. Das Duell hat nicht nur wegen der Schlaghärte beider Akteurinnen Sprengkraft, sondern auch, weil es den Charakter eines kleinen Vorab-Finals hat.

Währenddessen feierte eine andere Grand-Slam-Siegerin ein ruhiges Weiterkommen. Victoria Azarenka setzte sich mit 6:3, 6:3 gegen Anastasia Pavlyuchenkova durch. Und auch Emma Navarro ließ mit ihrem 6:2, 6:1-Sieg über ihre Landsfrau Catherine McNally nichts anbrennen.

Doch der Abend gehörte vor allem der Nummer eins der Welt. Aryna Sabalenka, Titelverteidigerin in Flushing Meadows, bekam es mit Polina Kudermetova zu tun, die ihr mehr abverlangte, als der Endstand von 6:3, 6:3 vermuten lässt. Der erste Satz war ein Nervenkrimi. Kudermetova nutzte ihre fünfte Breakchance gleich im Auftaktspiel und setzte die Favoritin permanent unter Druck. Doch Sabalenka reagierte wie eine echte Nummer eins: mit purer Entschlossenheit.

Im Tiebreak zeigte sie dann einmal mehr, warum sie den Spitznamen „Tiebreak-Alenka“ trägt. Es war bereits ihr 19. Tiebreak-Erfolg in dieser Saison bei nur einer Niederlage. Nach 1 Stunde und 36 Minuten hieß es 7:6 (4), 6:2. „Im ersten Satz war ich super angespannt und aggressiv, aber ich habe durchgehalten und es geschafft, den Druck zurückzugeben“, erklärte Sabalenka nach dem Match.

Besonders brisant: In der dritten Runde trifft sie auf Leylah Fernandez, gegen die sie 2021 im Halbfinale der US Open eine bittere Niederlage kassierte. Eine Neuauflage dieses Duells verspricht Hochspannung und vielleicht sogar eine kleine Abrechnung.

Auch Jasmine Paolini darf weiter träumen. Die Italienerin setzte sich mit 6:3, 6:3 gegen die erst 17-jährige Lokalmatadorin Iva Jovic durch. Wer nur das Ergebnis sieht, könnte denken: klare Sache. Doch Paolini musste hart arbeiten, wehrte neun von elf Breakbällen ab und bewies in den entscheidenden Momenten starke Nerven. Für Jovic war es das Ende ihrer Heimreise, doch ihr Auftritt dürfte Appetit auf mehr gemacht haben.

Paolinis nächstes Ziel ist allerdings noch einmal eine Nummer größer: die frühere Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova. Es ist ihre erste Begegnung auf WTA-Ebene, und genau solche Paarungen sind es, die ein Turnier wie dieses elektrisieren.

Die zweite Runde hat alles zu bieten, was Fans lieben: die Rückkehr von Raducanu in Bestform, Sabalenkas Drama im Tiebreak, die jugendliche Unbekümmertheit einer Jovic und jede Menge Stoff für Geschichten, die in den kommenden Tagen weitergeschrieben werden. Wer sich jetzt noch fragt, ob die US Open Fahrt aufgenommen haben, kennt die Antwort längst.

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