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Pogacar siegt, Lipowitz klopft ans Podium

Beim epischen Bergzeitfahren nach Peyragudes zeigt sich, wer wirklich Kletterkönig ist: Schweiß tropft, Laktat brennt und Lipowitz fliegt fast aufs Podium. Pogacar dominiert, doch ein deutscher Debütant rückt ins Rampenlicht.

Aufstieg in den Himmel: Peyragudes als Prüfstein

Das Bergzeitfahren der Tour de France 2025 hatte alles, was diesen Sport so faszinierend macht: brutale Steigungen, taktisches Feingefühl und Heldenmomente. 11,9 Kilometer, die in die Beine gingen und Legenden schufen. Die Strecke nach Peyragudes war mehr als nur ein Zeitfahren. Sie war eine vertikale Bühne für das große Kräftemessen der Klassementfahrer. Mitten drin: Tadej Pogacar und Florian Lipowitz.

Pogacar wie aus einem Guss, Vingegaard kontert stark

Der Dominator der diesjährigen Tour de France zeigte wieder einmal, warum ihm viele bereits den Gesamtsieg zutrauen. Mit einem perfekt getimten Ritt holte er sich seinen vierten Etappensieg und das auf einem Straßenrad, nicht auf der sonst üblichen Zeitfahrmaschine. Dahinter: Jonas Vingegaard holte das Maximum aus seinem Zeitfahrrad heraus und kassierte nur 36 Sekunden Rückstand. Doch viel spannender war das Duell dahinter.

Lipowitz: stille Star mit Podiumsperspektive

Der Tour-Debütant aus dem Team Red Bull-Bora-hansgrohe fuhr ein beeindruckendes Zeitfahren, landete auf Rang vier und war nur hauchdünn hinter Roglic. Im Gesamtklassement fehlen ihm jetzt nur sechs Sekunden auf Remco Evenepoel. Die große Überraschung: Lipowitz war auf dem Zeitfahrrad unterwegs und zeigte gerade auf den finalen, steilen Passagen, dass er nicht nur mitfahren, sondern auch angreifen kann. Sein Spruch nach dem Rennen: „Die letzten 50 Meter fühlten sich wie eine Ewigkeit an.“ Und doch könnten sie der Anfang einer ganz großen Geschichte sein.

Evenepoel patzt, Roglic stark, aber nicht dominant

Remco Evenepoel erlebte hingegen einen rabenschwarzen Tag. Als Zeitfahr-Weltmeister waren die Erwartungen höher. Doch am Ende standen 2:39 Minuten Rückstand und der frustrierende zwölfte Platz zu Buche. Besonders bitter war, dass er mit ansehen musste, wie Jonas Vingegaard, der zwei Minuten nach ihm gestartet war, ihn kurz vor dem Ziel überholte. Primoz Roglic hingegen bestätigte seine gute Form, die jedoch nicht herausragend war. Sein dritter Platz auf dieser Etappe lässt für die kommenden Bergetappen hoffen.

Materialpoker in den Pyrenäen: Zeitfahrrad oder Klettergerät?

Die Materialwahl war ein spannender Aspekt des Rennens. Die Strecke war tückisch: moderate Steigung zu Beginn, dann knallharte 16 Prozent am Schluss. Ein Zeitfahrrad bietet auf flachen Abschnitten aerodynamische Vorteile, doch jedes zusätzliche Kilogramm schmerzt bergauf. Die Teams mussten taktisch abwägen. Viele Fahrer starteten mit Straßenrädern, oft mit leichten Laufrädern und ohne Zeitfahrhelm. Nur vier Klassementfahrer, darunter Lipowitz und Roglic, setzten voll aufs Zeitfahrrad. Bei Bora wurde sogar ein Radwechsel getestet, der aber bis zu 14 Sekunden kosten könnte.

Plapps langer Sitz und ein Schattenmann im Fokus

Luke Plapp hatte lange Zeit die Bestzeit inne, ganze drei Stunden saß er im „Hot Seat“, bevor ihn Roglic verdrängte. Auch er entschied sich für einen Mix aus Straßenrad und aerodynamischem Scheibenrad hinten. Und dann gab es noch einen Mann, der keine Schlagzeilen schrieb, aber viel arbeitete: Nils Politt. Er hatte seinen Part im Dienst von Pogacar bereits früh erledigt und lobte später die „tiefe“ Leistung von Lipowitz.

Der Tourmalet ruft: Die Pyrenäen geben keine Ruhe

Schon am Samstag wartet die nächste große Prüfung: die Königsetappe über den Col du Tourmalet hinauf nach Luchon-Superbagnères. Fast 5.000 Höhenmeter und über 180 Kilometer erwarten die Fahrer, die Klassementfahrer stehen erneut im Fokus. Die Chance für Lipowitz, sein Märchen fortzuschreiben? Die Voraussetzungen stimmen.

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