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Pogacar mit Soloritt

Hautacam wurde für Pogacar zum Schicksalsberg. Für ihn war es ein Triumph, für Vingegaard ein Albtraum. Bei der ersten Bergankunft der Tour de France 2025 wurde deutlich, wer in den Pyrenäen das Sagen hat.

Es war angerichtet: 180 Kilometer, fast 4.000 Höhenmeter und ein Ziel auf 1.520 Metern. Die 12. Etappe der Tour de France 2025 versprach Drama und sie lieferte. Vom Start in Auch bis zur Skistation Hautacam entfaltete sich ein Spektakel, das alles bot: epische Solos, Favoriten, die das Rennen nicht überstanden, mutige Angriffe und ein deutscher Hoffnungsträger auf dem Podium.

Schon früh entglitt das Rennen dem üblichen Skript. Über 50 Fahrer bildeten eine Ausreißergruppe, darunter auffällig stark vertreten: Ineos Grenadiers mit fünf Helfern für Carlos Rodriguez. Doch das Vorhaben der Briten verpuffte, denn das Hauptfeld ließ die Leine nie wirklich locker.

Pogacar gegen den Rest und gegen den Schmerz

Noch am Vortag lag Pogacar nach einem Sturz auf dem Asphalt. Mit Verbänden am Arm und einer Hüftprellung startete er in die Etappe und beendete sie im Gelben Trikot. Bereits am Col du Soulor, dem ersten Anstieg der Kategorie 1, hatte sich das Feld sortiert. Namen wie Evenepoel und Healy mussten reißen lassen, während Pogacar, Vingegaard, Lipowitz und Co. in der Favoritengruppe blieben.

Der große Moment kam schließlich am Fuße von Hautacam. 13,5 Kilometer, 7,8 Prozent im Schnitt. Hier entscheidet sich, wer beim Tanz auf dem Dach der Pyrenäen den Takt vorgibt. Pogacar wartete nicht lange. 11,9 Kilometer vor dem Ziel machte sein Teamkollege Narvaez das Tempo, 100 Meter später startete Pogacar durch.

Vingegaard versuchte, im Sichtkontakt zu bleiben, doch bald kämpfte der Däne nur noch gegen die Uhr und sich selbst. Drei Kilometer vor dem Ziel betrug sein Rückstand bereits eineinhalb Minuten. Pogacar flog förmlich über die Rampe, während Vingegaard zusehen musste, wie sein Traum vom Gelben Trikot davonradelte.

Lipowitz sorgt für deutsche Gänsehaut

Und dann war da noch Florian Lipowitz, der Newcomer im Bora-hansgrohe-Trikot. Während Roglic, Onley und Johannessen im letzten Anstieg verzweifelt um den Anschluss kämpften, setzte sich Lipowitz ab. Keine taktischen Finessen, keine Spielereien, nur Attacke. „Vollgas”, wie er später selbst sagte.

Mit einem starken Finish rollte Lipowitz nur wenige Sekunden hinter Vingegaard ins Ziel. Platz drei bei der ersten großen Bergankunft der Tour ist ein Achtungserfolg, der Lust auf mehr macht.

Rückblick & Ausblick: War Hautacam der Wendepunkt?

Für Ineos war es ein bitterer Tag. Trotz ihrer dominanten Präsenz in der Ausreißergruppe verloren sie den Anschluss. Ein energieintensiver, aber erfolgloser Kraftakt. Und auch Remco Evenepoel wird diesen Tag nicht in guter Erinnerung behalten. Mitten im Finale musste der Belgier reißen lassen. Zwar schloss er auf der Abfahrt nochmals zur Gruppe auf, doch für den Kampf ums Podium wird es schwer.

Pogacar hingegen meldete sich eindrucksvoll zurück. Das Gelbe Trikot ist wieder auf seinen Schultern und seine Formkurve zeigt nach oben. Auch sein Selbstvertrauen scheint trotz des Sturzes ungebrochen.

Die nächste Etappe ist das Bergzeitfahren mit dem Endgegner Peyragudes

Am Freitag wartet mit dem gefürchteten Bergzeitfahren nach Peyragudes das nächste Prüfstück. Die Strecke ist nur 10,9 Kilometer lang, hat aber 650 Höhenmeter und Rampen von bis zu 16 Prozent. Wer heute geschwächelt hat, droht dort richtig Zeit zu verlieren. Für Pogacar könnte es das Etappenziel sein, seine Führung weiter auszubauen. Für Vingegaard ist es die letzte Chance zur Revanche.

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